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Mittwoch, 6. August 2008

Dienstag, 5. August 2008

Quelle Challenge 2008 – Flip im Regen - Teil IV

Dies ist die Fortsetzung von Teil I, II und III

Musculus gastrocnemius-
Weit entfernt von der Quelle ihrer kinetischen Energie wabbert die rote Soße mühsam durch den losen, breiten Schlauch. Überall in ihr treiben und driften nahezu orientierungslose Kurierdienste, die manch Sportler zu Hauff illegal beschäftigt. Die Lieferung dieser Boten besteht aus O-Zwei und sie sind verzweifelt bemüht um eine schnelle Zustellung, was durch die diffuse Fließgeschwindigkeit aber erschwert wird. Plötzlich geht ein Ruck durch den Schlauch. Die Wände straffen sich und der Durchmesser wird kleiner. Ein altes Physikgesetz besagt, dass die Fließgeschwindigkeit bei gleich bleibendem Volumenstrom und geringer werdendem Durchmesser steigt. Es kommt Bewegung in die Zustellszene.

Ich sitze in der zweiten Wechselzone und habe meine Kniestrümpfe angezogen - so stell ich mir deren Wirkung vor.

Auf Platz 1111 liegend habe ich mein Rad abgegeben. Trotz meiner Sondereinlage beim Umziehen habe ich nach der Wechselzone 48 Plätze gut gemacht. Heidi, das gibt schon mal nen Pluspunkt, oder?

Am Ausgang der Wechselzone gibt es gleich eine ausgiebige Verpflegung. Aufgebaut in kleinen Buden. Manche Mitsportler stehen davor, wie bei einer Bratwurstbude am Jahrmarkt und studieren die Auslagen. Irgendwie treibt mich mein Sportsgeist immer noch so voran, dass ich mir nur schnell einen Becher Wasser schnappe und weiter renne, um zehn Meter später wieder ein paar treue Anfeuere abzuklatschen – meinen Bruder Mathias, Didi und Biljana. Da ich 5 Minuten zu schnell bin, verpasse ich leider knapp Andrea, Mona, Nici, Jörn und Ben, die die Strapazen des Dauerregens auf sich genommen haben. Merci an dieser Stelle noch mal.

Die ersten vier Kilometer geht es zum Kanal. Hier gilt es sich zu sortieren und seinen Rhythmus zu finden. Das gelingt mir ganz gut. Ich laufe die ersten Kilometer zwischen 4:50 und 4:55 min/km. Bei Kilometer 3 kommen mir Renata und Uwe entgegen. Ein weiterer Wegbegleiter und vor allem –bereiter der Tramuntana-Tour auf Malle. Die beiden schenken mir aufmunternde Worte, welche ich dankend aufnehme.

Kurze Zeit später erreiche ich dann die Lände und biege links auf den Kanalweg Richtung Schwand ein.
Zeit für einen Imbiss! Ich presse mir ein Powergel Black Currant rein, von welchem ich noch 3 Stück im Picknicknetz meines Einteilers herumtrage. Mit einem Schluck Wasser spüle ich es herunter. Dong! Mein Körper dankt es mir mit einem sofortigen Haken auf den Magen. Ach Du Scheiße, nicht schon wieder!
Ich laufe weiter, werde von Michel und Manu mit motivierenden Worten bedacht und treffe den Meister, der mir entgegen kommt. Er schaut verbissen, wie man es von ihm im Wettkampf kennt. Er wird heute seinen dreiundzwanzigsten (!!) Ironman finishen. Ihm habe ich einen Großteil von dem zu verdanken, was ich am heutigen Tage zu leisten im Stande bin.

Kilometer zehn. Ich kann die Laufgeschwindigkeit halten und steuere auf die Schleuse Leerstetten zu, während der Himmel seine Schleusen wieder ein wenig geöffnet hat. Es nieselt wieder leicht.
Meine Ernährung stelle ich kurzer Hand um. Ein Stand Iso und am nächsten ein Gel plus Wasser. Mein Magen ist dadurch wieder freundlich gestimmt, denn das Zeug von Sponser ist echt gut. Genauso wie die Stimmung an der Schleuse. Ich höre meinen Namen, genieße die Atmosphäre und renne an einer Hüpfburg vorbei.
Gehüpft wird später!

Kurz danach kommt mir ein Typ entgegen, der geschätzte 120 Kilo hat. Bekleidet ist er mit einer Badehose, einem Triathlontop und einer Startnummer. Unfassbar was manche Leute machen. Sollte ich wirklich in der Wertung schlecht gekleidetster Triathlet nominiert werden, ist das ein uneinholbarer Konkurrent. Trotzdem empfinde ich Respekt.

In Schwand läuft man kreuz und quer durch den Ort, so dass einem halb schwindelig wird. Ich nutze diese Gelegenheit um mich mit meinem Salzspender zu beschäftigen, welchen ich seit Anfang des Radelns in Gebrauch habe um Krämpfen vorzubeugen. Es gibt ja diese Saltsticks für 25€, mit welchen man dann die Salztabletten für 30 Cent pro Stück raus drücken kann.
Klar! Man kann sein Geld auch an Steine binden und im Kanal versenken. Ich bin ja nicht blöd und habe mir eine total super Lösung einfallen lassen. Schwedentabletten sind gepresstes Kochsalz und 100 Stck davon sind für schlappe 4€ in der Apotheke zu haben. Dazu gibt’s ne Packung Smint, deren Inhalt nicht nur den Atem erfrischt, sondern auch perfekt zum Spenden der Schwedentabletten ist. Ich hab mir’n zweites Loch in’n Po gefreut, als die Schwedenpillen zu Hause eins A dosiert aus dem Plastikteil kullerten. Naja, soviel zum Praxistest in nicht genau definierten Wettkampfbedingungen. Ich hätte das ganze wohl noch mal unter der Dusche testen sollen, denn seit 10 Uhr hat sich das Salz in meiner super tollen Smintpackung mit dem Regenwasser verbündet und verweigert hartnäckig die Wiederkehr ans Tageslicht. Nach 12 Mal Schütteln und 17 Mal Drücken habe ich ein akzeptables Häufchen NaCl auf meiner Handfläche und sauge es auf. Schmeckt lecker, wenn man ständig das süße Zeug futtert. Unter trockenen Bedingungen ist die Smintpackung auf jeden Fall wettkampftauglich und weiter zu empfehlen.

Mit dieser Geschichte haben wir Schwand, wo sonst nichts Aufregendes passierte ist, hinter uns gelassen und ich kämpfe mich wieder Richtung Lände zurück. Bei Kilometer 16 hole ich das 120Kilo-Modell ein. Von hinten sehe ich, dass irgendetwas Dunkelfarbiges zwischen seinen Beinen runter rinnt. Mein anfänglicher Verdacht wird nicht dadurch entschärft, als ich merke, dass das Zeug rote Soße ist. Mann O Mann, der Typ hat sich einen Wolf gelaufen, dass alles zu spät ist. Ich empfinde Mitleid, als ich überhole und kann mir nicht vorstellen, dass ich diesen Athleten heute noch mal sehe.

Gel, Iso, Gel ... der Ernährungsrhythmus funktioniert bei mir gut. Dafür werden meine Schnitte kontinuierlich langsamer. 5.03, 5.07, 5.15. Die Beine werden schwer. Der Wille, das Tempo zu halten, schwindet und ich habe einen ersten Tiefpunkt beim Laufen. Leider finde ich auch keinen Läufer, mit welchem ich ein Tempo laufen könnte. Die meisten überhole ich. Die Staffelläufer mit dem S auf der Wade, die mich zu diesem Zeitpunkt überholen, sind größtenteils auf einem 3h Marathon unterwegs. Keine Chance!

Einen Kilometer weiter habe ich schließlich einen Mitläufer gefunden. Mathias begleitet mich 10 Minuten und ich sehe das erste Mal den kompletten Spruch auf seinem Shirt:
„My Brother is an Ironman!“
Ich freue mich und bin echt gerührt. Wenn ich bloß schon einer wäre!
23 Kilometer liegen noch zwischen Iron Maiden und Man. Die Vorabglückwünsche meines Bruders zu den gewonnenen 50 Liter Bier weise ich mit Verweis auf mögliche Katastrophen zurück.
Auch wenn ich nicht viel zur Konversation beigetragen habe, haben mich die vergangenen Minuten voran gebracht. Ich werde zwar nicht schneller, aber das Gefühl der Ermüdung ist etwas weniger. Genau genommen werde ich sogar noch langsamer. Auf dem Weg zum zweiten Wendepunkt verschandeln sogar Zeiten über 5.30 min/km meine Uhr. Mein Puls hat sich bei 140 eingependelt mit leicht sinkender Tendenz. Manchmal bin ich sogar bei 133. Trotzdem krieg ich nicht mehr Druck auf den Turnschuh.

Von Eckersmühlen zum zweiten Wendepunkt ist es sehr eintönig. Eine breite Straße im Wald. 3km hin, 3km zurück. Am Wendepunkt liegt eine Tartanmatte. Beim Überlaufen wird der Chip, den ich am Bein trage durch ein magnetisches Feld aufgeladen und aktiviert. Gleichzeitig sendet er meinen Identifikationscode an das Zeitmess-System, das die Daten in Echtzeit an den Computer zur Auswertung übermittelt. Bits und Bites schießen mit Lichtgeschwindigkeit ins Web. Wenige Augenblicke später wird der Aktualisierungsbutton eines Webbrowsers in Cadolzburg gedrückt. Die Reaktion der Bildschirmbetrachter ist Sorge, weil der mitgerechnete Laufschnitt nun stärker abgefallen ist …
Virtuelle Anfeuerung! Nicht gehört, nicht gesehen und trotzdem gefühlt. Ein „Gracias“ an dieser Stelle auch denen, die beim Livetracken mitgefiebert haben.

Kilometer 31. In der Realität fängt es wieder richtig das Schütten an und wie auf Kommando dazu die Stimme aus dem Fond:
„Pipiiii!“
OOOOKKKKAYYY
…
‚So, alles klar jetzt?’
„Sind wir bald daaaa??“
‚Schnauze!!!’

Ich habe das Gefühl es geht leicht bergab. Meine Turnschuhe fallen von leichtem wieder in schnellen Galopp. Irgendwie scheint mich der Regen eher zu beflügeln als zu deprimieren.
Eckersmühlen. Petrus muss da oben einen Wasserrohrbruch haben. Es schüttet was geht. Verpflegungsstelle. Gel, Wasser, Danke. Kinder und Erwachsene im strömenden Regen. Auch die Helfer müssen dieses Wetter ertragen. Und sie helfen mit Tapferkeit und Hingabe. Ehrenamtlich. Klasse.

Nach dem Stimmungsnest Haimpfarrich, was aus einer 30 Meter langen, glitschigen Schlammrinne und einigen Zuschauern, die in einer Scheune Unterschlupf gefunden haben, besteht, geht es die Böschung zum Kanal hoch und links Richtung Lände. Der Kanalweg ist knapp 2m breit. Mit etwas Glück passen vier Leute nebeneinander darauf, was heißt, dass man nicht viele Möglichkeiten zur Spurwahl hat. Die rechte Hälfte des Weges steht 2-3cm unter Wasser.
Plitsch, Platsch, Plitsch, Platsch! Die Schuhe sind eh schon mit Wasser gesättigt. Schwerer können sie nicht mehr werden, also ab dafür. Kurz vor der Kanalbrücke kommt mir wieder „der mit dem Wolf läuft“ entgegen. Ich staune und erachte alle Schmerzen, die ich von nun an erleide, als Streicheleinheiten.
5.11, 5.03, 4.58. Geht doch!
Zur Lände und links weg in den Wald. Ich warte auf das 39km Schild, das - von 2007 - wochenlang meinen Desktop zierte. Es kommt nicht. Dafür bekomme ich noch mal Radbegleitung von Manu, Michel, Biljana und Didi. Reden kann ich nicht mehr. Gas geben schon. Der Regen hat aufgehört. Da! Das 39km Schild! Zagg! Der 40er kommt auch gleich. Kilometer 41 in 3.59 min. Ok, der Veranstalter denkt an die Psyche der Athleten. Jetzt geht es heim! Selbst die Steigung im letzten Kilometer merkt man nicht mehr. Das Spalier ins Ziel fällt diesmal dünn aus. Wahrscheinlich weggespült. Nun wird es doch wieder dichter.
Es beginnt der b-l-a-u-e Teppich.
Auch wenn das Stadion wenig von der Atmosphäre hat, die ich sonst hier erlebt habe, gerate ich in einen Schwebezustand. Schwerelosigkeit lässt mich über den wassergeschwängerten Teppich gleiten.

Die erste Gerade im Stadion.

Beckerfäuste!!! JAAAAAHHHHHH!


Kurze Gegengerade, Freude puuur!!!

Die Zielgerade eines lange gehegten Traumes.

Zeit zu Hüpfen!


In meiner persönlichen Hüpfburg mache ich einen Satz, den ich nach den vergangenen 10 Stunden und 46 Minuten nicht für möglich gehalten hätte und bei dem selbst Flip vor neid erblassen würde.
Noch einmal kurz Strahlen und dann betrete ich die Finisherzone der Triathlon Traumfabrik Roth.

Ironman!!
Ich??
Unfassbar!!!
Zeit? Eigentlich egal!
Ein Traum ist in Erfüllung gegangen! :-))

Glücklich umarme ich meinen Bruder.


Wir quatschen noch ein bisschen und ich strahle um die Wette mit den anderen Finishern, bis mich doch langsam Müdigkeit und Kälte einholen. Ich trotte schlotternd in den Verpflegungsbereich und freue mich über ein paar Wurstsemmeln, eine Massage, trockene, warme Klamotten und ein Soforturkunde.

10:46:41
660er von 2050 Finishern.

Ich bin mehr als zufrieden und kann es immer noch nicht fassen.
Grinsend sitze ich da und starre meine Urkunde an.

…

Das Grinsen ist bis heute geblieben und wird sicher noch eine Zeit anhalten.

Es war ein wunderschönes Erlebnis, auch wenn das Wetter nicht mitgespielt hat, habe ich einen super Tag erwischt "beim bisher härtesten Rennen in der Rother Triathlongeschichte" (Zitat aus dem Magazin triathlon 08/2008)

Was bleibt, ist die Frage, Suche und Erfüllung neuer Ziele und Träume, jeglicher Art.
Ich freue mich auf das Träumen neuer Träume und auf die Wege, die zu den Zielen führen, auch wenn sie manchmal steinig sein mögen.

Und ich möchte noch mal allen Dank sagen, die mir geholfen haben den Traum vom Quelle Challenge zu fabrizieren.

So, das war’s erstmal wieder hier von mir.
Eure Aufmerksamkeit gereichte mir zur Ehre und Freude, vielen Dank.

Bis die Tage,
Euer Christoph, alias b-l-a-u :-)

Buchstabendosis erhoehen ...

Sonntag, 27. Juli 2008

Quelle Challenge 2008 – Flip im Regen - Teil III

Dies ist die Fortsetzung von Teil I und Teil II

180km Rad- Nachdem ich mein Rad noch ein bisschen zuviel des Guten auf dem Asphalt Richtung Brückenauffahrt schiebe, fordert mich eine Dame auf, mein Fahrgerät endlich zu besteigen. Shit, ich dachte der Radstart wäre an der Check-In-Linie von gestern.
*grrrr* - „wertvolle“ 10 Sekunden verschenkt!!!

Egal! Jetzt beginnt sie also. Die Disziplin, wegen deren Training ich jetzt hier in der Pisse rum fahre und nicht letztes Jahr bei besten Bedingungen gestartet bin. Radfahrtraining: Ein Schlüsselbein habe ich dabei verschlissen. Ok, sagen wir Teile davon. Ist ja Gott sei Dank wieder einigermaßen gut verheilt.
Vielleicht hat es ja auch was gebracht, zweimal zu trainieren.

Auch diese Disziplin habe ich mir in vier Stücke eingeteilt.
Greding, Eckersmühlen, Greding die zweite und ab dafür nach Roth.
„Dann lass uns erstmal nach Greding reiten, mein Schimmel.“

Auf der Kanalbrücke steht wieder mein Bruder, den ich mit einem schnellen Wechsel wohl etwas überrascht habe. Trotzdem bin ich mehr als begeistert von dem Enthusiasmus, den er mir beim Anfeuern entgegen bringt. Schade, dass aufgrund des Wetters ein besonders euphorischer Fan nicht dabei ist. Jonas, mein Neffe und Patenkind. In Gedanken an ihn fahre ich die ersten Kilometer Richtung Eckersmühlen.

Vom Umgebungsmedium her, unterscheidet sich die Disziplin auf dem Rad nicht wesentlich von der im Kanal. Die Temperatur ist mit ca. 16°C einige Grad kühler und der Fahrtwind tut ein Übriges um den Wohlfühlfaktor zu drücken. Kurz vor Wallesau ziehe ich deshalb meine Ärmlinge an, die ich mir beim Wechsel in die Rückentasche der Weste gestopft habe. Modisch ist diese Kombination nicht der letzte Schrei, aber wer durch Kotze krault kann auch Armstulpen schulterfrei tragen.
In Wallesau verlier ich meine 2,99€-Sonnenbrille von Onkel Albrecht als ich mit 35 km/h über einen Gulli rausche. Ein Mitstreiter macht mich noch darauf aufmerksam, aber ich brauch sie bei dem Wetter eh nicht. Ertragbarer Verschleiß!

Es geht Richtung Heideck und vom Fond schallt es plötzlich „Papa, ich muss mal Pipi“ „Mensch Junge! Wir sind gerade mal 10 km unterwegs und Du musst schon wieder!!“ So kommt es mir zumindest vor, als sich vehement meine Blase zu Wort meldet. Ok, dann fährt der Papa halt mal raus. Also am nächsten Hügel wird oben gehalten. Anscheinend haben viele Mitstreiter dieses Problem, denn stehende Triathleten säumen hier im Wald den Straßenrand wie Laternen die Allee einer Großstadt. Der Stopp ist aber in allen Belangen erleichternd und ich kann wieder konzentriert weiter treten.

Heideck: Schade, die Sektmeile ist wohl weg gespült worden!?
Selingstädter Berg: Irgendein Schlager läuft hier und trotz des Wetters super Stimmung. Toll! Vielleicht ist ja auch das die Sektmeile!? Ich weiß es nicht. Locker geht es auf jeden Fall den Berg hinauf. An der Verpflegungsstelle hole ich mir eine neue Flasche Wasser und mixe diese in der Aerotrinkflasche mit meinem Spezialgetränk. 12 Powerbargels in einer 1l-Flasche mit Wasser verdünnt (Tip vom Schweinepriester). Dazu gibt’s nen halben Riegel.


Richtung Greding rollt es gut. 35-40 km/h steht meist auf dem Tacho und ich freue mich auf die Zuschauer am Kalvarienberg. Angekommen in Greding, macht es richtig Spaß den Berg in Angriff zu nehmen. Unten steht auch einer der wenigen Bekannten, die ich an diesem Tag als Zuschauer sehe. Volker vom TCEC-Mainz. Einer der drei Weggefährten vom 220km-Tramuntana-Trip auf Malle im April.
Trotzdem es immer noch gnadenlos regnet, habe ich Spaß am Radfahren. Mir ist nicht kalt. Wahrscheinlich kommt es mir sehr entgegen, dass ich nicht mein angepeiltes Gewicht von sub80 sondern 3-4kg mehr auf den Rippen habe.

Mit Greding ist die erste Radphase abgeschlossen und es geht über Obermässing und Eysölden Richtung Hilpoltstein. Kurz vor Eysölden schallt es schon wieder von hinten „Papa, Pipi“ .. „Mann, das nervt!“ Aber was soll’s. Nach der Verpflegung Blinker rechts und stehen geblieben. Auch hier wieder eine Versammlung von genervten Familienvätern. Einige rennen halb in den Wald rein. Warum versteh ich auch nicht, aber wahrscheinlich sind es dieselben, die 3km weiter beim Flicken am Straßenrand stehen.

Auf dem Weg nach Eckersmühlen ist der Solarer Berg in Hilpoltstein ein großes Highlight. Oft war ich schon dort gestanden und da ich auch schon zweimal live bei der Tour de France zugeschaut habe, behaupte ich der Solarer Berg ist besser als Alpe d’ Huez. Der Zuschauer und Fan ist einfach näher am Athleten. Nicht physisch sondern psychisch. Da fahren nicht nur Pros hoch, sondern auch Kollegen, Nachbarn, Bekannte und Freunde. Man kennt ein paar von den Jungs und Mädels. Diese Nähe zwischen Zuschauer und Athleten ist die besondere Lava, die den Solarer Berg jährlich zur Eruption bringt.

Ca. 2 km vorher ist schon ein kleiner Hügel zu erklimmen. Es stehen einige Leute am Straßenrand und auch ein Wagen mit Musik und Sprecher ist dort. Stark! Es ist wie ein gelungenes Vorspiel. Mit 45 km/h rast man danach nach Hip rein. Oft habe ich gehört, dass man den Solarer Berg von weitem hört. Diesmal nicht. Der Regen prasselt zu stark auf Helm und Rad. Außerdem ist das Zischen der Räder über die regennasse Straße zu laut.

Da vorne sind die ersten Absperrgitter. Ich schalte auf das kleine Blatt. „Nur nicht überzocken!“ Ich bieg um die Ecke und sehe die Wand. Eine Wand voll Regenschirme. Unglaublich viele! Der Solarer Berg ist eine Bank - auch bei Dreckswetter. Auf ihn kann man sich verlassen. Zumindest in der ersten Runde. Die Gasse verjüngt sich immer weiter und man fährt auf das Spalier der Zuschauer zu. Zwischen ihnen rinnt eine nicht unerhebliche Menge Wasser den Berg herunter.
Der Rio Solar!


Ich fahre stromaufwärts und bin nahe am Delirium. Irgendwie habe ich ein Déjà-vu. Man kämpft sich ein längliches Gewässer entlang und links und rechts am Ufer stehen schreiende Leute mit Schirmen. Diesmal höre ich sie besser und die Schreie, Ratschen, Tröten und klatschenden Hände gehen direkt ins Blut. Bam! Man fliegt einfach nach oben und merkt es nicht. Hebt völlig ab. „Was ich fahre gerade Rad? Ach ja, stimmt.“ Und dann sehe ich Didi. Er hat ein Gutmann Schild in der Hand und brüllt. Lecker! Davon hatte ich gestern auch zwei Leichte, Danke. 30 Meter weiter rechts steht wieder mein Bruder und ich kann gerade noch sehen, dass er ein Oberteil an hat auf dem irgendwas mit „Brother“ steht. Ich freue mich und fliege. Schade, dass es irgendwann aufhört. Die Realität erreiche ich wieder, als ich an der nächsten Verpflegungsstelle einen Riegel und eine Wasserflasche aufnehme. Im darauf folgenden, einsamen Kilometer zwischen zwei Kornfeldern beginnt mein Kopf das vor wenigen Augenblicken Erlebte emotional zu verarbeiten. Es schüttelt mich vor Ergreifung und ich kurble noch etwas benommen weiter, als mich Thomas Hellriegel überrundet. Ich stehe! Aber dass Hell on Wheels, wie er auch genannt wird, keinen Bock hat auf Regenwetter, sehe ich daran, dass er plötzlich völlig unmotiviert Oberlenker fährt ... und dann fährt der Typ immer noch 4:27, krass.
Naja, nützt ja nix, ich muss weiter. Mörlach, Hip, Haimpfarrich. Die zweite Runde beginnt und nach Eckersmühlen geht es wieder Richtung drittes Radziel, Greding die zweite. Das Radfahrerfeld um mich ist ein buntes Nationalitäten Gemisch, was man an den Namen und den Nationalflaggen der Startnummern erkennt. Neben den Deutschen, Schweizern und wenigen Östereichern fahren Benoit, Alain, Yves, Frédéric und Jaques aus Frankreich. Yaron, Maxim, Erez, Eyal und Rafael .. was mich überrascht ist die hohe Anzahl Israelis. Alfredo, José, Miguel, Juan Pablo und Carlos. Die Spanier stellen auch eine große Fraktion. Gemeinsam spült es uns wieder über den Selingstädter Berg und der Regen hat langsam ein Einsehen. Ich stimme einen Gesang an, singe aus halbvoller Kehle und grins mir eins.
…
„Die Sonne scheint bei Tag und Nacht, e-v-i-v-a España …“ :-)
…
Prompt ernte ich komische Blicke einiger naher Fahrensleute. Die Blicke gehen von genervter Entrüstung bis hin zu einem anerkennenden Schmunzeln. Ich hab auf jeden Fall Spaß.

Die Beschreibung meines dritten Boxenstops erspare ich euch hiermit. Dafür will ich den Vierten(!) vor Greding kurz erwähnen: Ich fahre wieder raus. Armin steht schon da und ich stelle mich 2 Meter neben ihn. Wir haben einen „super“ Blick auf die Raststätte Greding und die A9, die wie mit einer langen Käseglocke durch eine 5 Meter hohe Gischtwolke abgedeckt ist. „Das ist das siebte Mal!“ höre ich Armin sagen. Ich bedaure ihn, klage mein ähnliches Schicksal und schlage vor beim Mäc Doof nen Cheeseburger zu holen. Armin ist aber grad nach Pressack und wir können uns nicht einigen. Aufsitzen, weiter geht’s! Das war das vierte Mal von insgesamt fünf Boxenstops. Entschuldigung, dass ich darüber so ausführlich schreibe. Ich bin auch sehr froh, dass ich keine Magenprobs habe, aber außergewöhnlich ist das schon. Würde es einen Pinkelsplit geben, ich wäre mit 5 Minuten ganz gut dabei.

Der Kalvarienberg steht nun das zweite Mal an. Die Steigung wurde gefühlsmäßig ein wenig nach oben geschraubt. Vielleicht liegt es auch daran, dass ein paar Zuschauer weniger da sind oder gar daran, dass ich ein bisschen müde werde? Der Regen ist endlich komplett versiegt und die Straßen trocknen ab. Bei der Abfahrt Richtung Obermässing versteuer ich mich trotzdem in der einen Serpentine total. Wie peinlich! Ich lach über mich selber und es blitzt. Ein Fotograf hat ein Bild geschossen.

Langsam wird es wirklich zäh. Das Feld hat sich auseinander gezogen und nach 140km sind die Beine doch schon angeschlagen. Eysölden, Tiefenbach und Unterrödel. Der Solarer Berg kommt wieder, aber leider ist die Wand weg. Vereinzelt stehen noch Zuschauer am Rand und feuern an. Ich bin froh über jede klatschende Hand.


Booah, die Schleife Richtung Osten zieht sich und mir kommen die erste Gedanken, ob es wirklich schlau ist, gleich noch einen Marathon zu laufen. Bei allen absolvierten Triathlons habe ich die nächste Disziplin immer herbeigesehnt. Heute ist das irgendwie nicht so. Der Saft geht langsam aus und ich schleppe mich Richtung Hilpoltstein und Eckersmühlen. Den Abzweig nach Wallesau lasse ich diesmal links liegen und nehme Kurs auf Roth. „Quäl dich Du Wallesau“ fällt mir nur ein, als ich an dem Wegweiser vorbei fahre. Ich schmunzele und eh ich mich versehe, bin ich an der Wechselzone in Roth angekommen. Etwas unerwartet, da mein Tacho erst 175 Kilometer anzeigt. D.h. ich bin fünf Minuten vor meinem Plan. Das hebt die Stimmung wieder.

Ich gebe mein Rad ab und renne in die Umkleide. Der nächste Modeknaller steht an.
Stulpen aus, Kniestrümpfe an!
Dann wollen wir mal den 42 km langen Laufsteg erkunden. Dagegen ist Germanys Next Topmodel ein Kinderspiel. Schuhe an, Käppi auf und losgerannt. Holaradio, ich freu mich doch.
…
Heidi ich komme!
...
... FORTSETZUNG

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Mittwoch, 23. Juli 2008

Quelle Challenge 2008 – Flip im Regen - Teil II

dies ist die Fortsetzung von Teil I

Siebenuhrfünfundzwanzig- Meine Arme durchwühlen das Wasser des RMD-Kanals und ich passiere das angedaute Frühstück eines Mitstreiters. Irgendwo hier hat er es nach einem kräftigem Schluck Kanalwasser von sich gegeben - so wurde mir später berichtet.
Nun, Eisenmänner schwimmen halt nicht in Milch und Honig und da ich einer werden will, fühle, rieche und schmecke ich nichts von alle dem.

Ich wühle weiter. Gefühlte 50% meines Gewühles setze ich in Vortrieb um. Der Rest steht der Umwälzung des Wassers und der Verwindung des Körpers zur Verfügung. Ein erbärmlicher Wirkungsgrad, aber auch ein ungeheures Verbesserungspotential.
Immerhin erspare ich mir im Kanal die schwere Orientierungsarbeit, da man bei jedem Atemzug den Kanalrand im Visier hat. Außerdem habe ich mir einen orangenen Brustschwimmer rausgesucht. Er schwimmt mein Tempo und ich kann mich prima an ihm orientieren. Langsam nähern wir uns der ersten Wendeboje. Kurz vorher holt mich die erste Tunte ein. Schaut aber gar nicht tuntig aus und ich blicke im 5sek-Takt neidisch auf den entschwindenden Neopren. Bevor ich die Boje erreicht habe, überschwimmen mich weitere Athleten der Pink-Panther-Fraktion. Die Peilung zu meinem brustschwimmenden Kollegen habe ich dadurch verloren und kämpfe mich nach ca. 1,5 km alleine um die südliche Boje.

Der erste Happen ist geschluckt! Meine Taktik ist, jede Disziplin in vier Teilziele zu splitten.
Südl. Wendeboje, Höhe Schwimmausstieg, Nördl. Wendeboje, Ausstieg.
Das sind die Schwimmziele. Eigentlich wollte ich jedem Teilstück noch einen Namen oder Motto geben. Kämpfen für Freunde, Familie und Bekannte! Mit dem Merken war das kurzfristig aber leider nicht so einfach, so dass ich mich meist nur von Nummer zu Nummer vorkämpfe.

Kurz nach der Boje finde ich meinen Freund, den Brustschwimmer, wieder. "Ziehen, Drücken, spitzer Ellebogen und long boats are running faster." Ich konzentriere mich auf Technik. Es geht Richtung Schwimmausstieg und eine lila Badekappe überholt mich. "Der hat sich wohl verschwommen. Mist! Das ist schon einer aus der Post-Pink-Panther Truppe."
„Dranhängen!“, „Späßle g’macht“ … meine Gedanken.
Die Kanalbrücke ist jetzt nicht mehr weit weg.

Im Kanal um mich herum eine ausgeschüttet m&m Packung. Lila, Pink, Grün, blau und ein, zwei orangene Murmeln. Mittlerweile ist der Badekappenmix nicht mehr zu überblicken. Außer die weiße Badekappe! Eine Kappe aus der Gruppe vor mir, an der ich delphingleich vorbei gleite. Sie ist eindeutig mein erstes Opfer. Ich bin ein Kannibale! Keine Gefangenen!

Die nördliche Wendeboje rückt nun näher und ich blicke sehnsüchtig zum Schwimmausstieg auf der andern Seite. Zweite Schwimmetappe erreicht. Aber wieso spritzt das Wasser eigentlich jedes Mal so, wenn ich zum Atmen über die Oberfläche blicke? Liegt es an den wühlenden Athleten oder am Regen? Ich konzentriere mich darauf festzustellen ob und wie stark es regnet. Nach 43 Atemzügen komme ich zu dem Schluss, dass es wieder richtig runterschifft. Fische können bald in der Luft schwimmen - so schaut es aus. Und während ich mit der Wetteranalyse beschäftigt bin, erreiche ich schon mein drittes Ziel.
„Rum um die Boje! Jetzt geht’s nach hause, Ironman!“ Rein gefühlsmäßig bin ich schon ein Ironman. Die steigende Erdanziehung im Kanal und der immer größer werdende Widerstand des Wassers lassen mich dies vermuten. "Noch mal konzentrieren! Hacke, Spitze, hoch den Ellebogen. Wo ist das Wasser? Hol es Dir! Drück es weg!" Ich komme näher und habe null Ahnung wie lange ich schon im Wasser bin. Vor dem Ausstieg wird es noch mal eng. Da gibt’s noch mal hier nen Fuß auf die Schnauze und dort nen Arm auf den Kopf. Verteilen tu ich aber auch. Eine Miniboje noch. Und Rum! Da vorne sind schon die helfenden Arme der DLRG. Zack und raus. "I’m Phönix! Los geht’s." Brille hoch! Land gewinnen! "Was steht Ihr da so rum? Weg da, ich will mich umziehen!"

Rechts stehen viele Zuschauer. Das Wasser fällt von ihren Schirmen.
Die Niagaraschirme!! Gesehen beim Rother Schwimmausstieg!
Mein Bruder schreit, ich winke, laufe und habe es nicht schwer meinen Beutel zu finden. Es ist einer der letzten, wenn nicht sogar DER letzte, aus meiner Startgruppe. Auf dem Weg zum Zelt entledige ich mich der Hälfte des Neos. Was ist denn hier los? Man kommt da ja kaum durch vor lauter Leuten. Ich tank mich trotzdem durch. Am Ende des Zelts ziehe ich den Rest des Neos aus. Darunter habe ich meinen Einteiler. Socken und Radschuhe an. Dazu gibt’s die Startnummer, ein Kopftuch, ne Windweste und ein paar Ärmlinge. Das Einpacken übernimmt die nette Dame. Mir fällt ein, dass ich noch gar nicht meine Zeit nachgeschaut habe. Ich drücke ab und es steht eine 1:29 irgendwas auf dem Display. "Wow, wunderbar, ich bin zufrieden." Mit Platz 1878 von 2050 kein Podestplatz, aber ich bin stolz und renne in den Park Fermé. Am Rad noch den Helm auf und den Hobel aus der Wechselzone schieben.
Piep! Mein Wechsel dauerte vier Minuten und 26 Sekunden.
Die Wasserradspiele können beginnen!
…
... FORTSETZUNG

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Freitag, 18. Juli 2008

Quelle Challenge 2008 – Flip im Regen - Teil I


13.07.2008 Roth- 5.34 Uhr. Ich stehe im Stau vor Heuberg im Landkreis Roth und Regen prasselt einlassbegehrend auf die Windschutzscheibe des Autos.
„SCHEISSE, warum hast Du Torfkopf nicht die Regenjacke mitgenommen!“ schießt es mir immer wieder durch den Kopf. Der Regen hämmert auf die Scheibe und lacht sich kaputt über mich.
„Ich Depp!!“...

Der Stau in dem ich stehe, befindet sich auf der Anfahrt zum Schwimmstart des Challenge Roth 2008. Es regnet Seehunde wie Meerkatzen und es schaut nicht so aus als ob die Viecher heute noch in ihre Körbchen wollen. Vielleicht ist ja wenigstens „Seehund Trixi“ dabei. Dieses edle Schwimmabzeichen, welches mich eigentlich durch den Rhein-Main-Donau-Kanal tragen sollte. Ich hab mir sagen lassen, dass es nicht jeder Kampfschwimmer an seiner Badehose trägt. Genau das richtige für mich, aber leider war es mir verwehrt die Prüfung vor der Challenge abzulegen.

Schluss mit Trübsal! Ich drehe am Knopf des Radios und der Gesang von Iron Maiden übertönt das Klopfen des Regens.
IRON MAIDEN!? … „Das bin ich wohl!!“ fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Genau so sitze ich nämlich in der Karre. Ein bisschen bibbernd, aber auch in freudiger Erwartung, denn heute soll ich zum IRONMAN werden
- 3,8 km Schwimmen - 180 km Radfahren - 42,195 km Laufen -
Nebenbei will ich noch 50 Liter Fassbier klar machen und ein bisschen die fränkische Landschaft genießen. Ich nehme einen Schluck Kaffee aus der Thermotasse und packe eine Nußschnecke aus. Zweites Frühstück. Vor einer Stunde gab es Nudeln mit Honig. Diesen genialen Tipp gab mir derselbe nette Arbeitskollege, der mir auch mit einem klitzekleinen Schuss Ironie beibrachte, dass man unmöglich mit einer Regenjacke einen Wettkampf bestreiten kann.
Langsam komme ich aber nun meinem ersten Ziel näher. Zehn vor sechs parke ich für 2€ auf einem glitschigen Parkplatz unter der Kanalbrücke. Ich packe meine Sachen und beeile mich noch zur Oberarmbeschriftung zu kommen. Im Nachhinein hätten sie mir die Nummer aber auch auf den Hintern malen können, denn nur dafür war sie eigentlich gut.


Ich gehe lustlos wieder zurück in das geschäftige Treiben der Athleten zwischen die mit gelben Folien abgedeckten Räder und tu so als ob ich auch was zu tun hätte. Gut, … als mir der Klettverschluss meiner Aeroflasche abreißt, werde ich doch noch mal kurz hektisch und behelfe mir mit zwei Kabelbindern, die ich mir in einem Anflug von Hellseherei um 4.55 Uhr in die Hosentasche gesteckt habe. Das war aber wirklich das Aufregendste.
Ich lege meine Wechselbeutel an den Schwimmausstieg und steh da - mit einem Knirps vor meinem Fahrrad.
Der Regen prasselt auf den Schirm.
Der lacht doch schon wieder!?
Der Drecksack!
Die Motivation meinen Neopren anzuziehen geht gegen Null. Dag, ein Ironkollege der das Stadium der Jungfrau schon zwei Mal abgelegt hat, trudelt nun auch ein und wurschtelt an seinem Fahrrad rum. Wir machen ein Foto, ich geh das letzte Mal Kaffee wegbringen und ziehe meinen Neo an.
7.00 Uhr, in 15 Minuten starte ich. Gleich kommen die Pros aus dem Wasser. Ich stehe an der Absperrung und schaue zu wie Jacobs, Doe und McCormack sich Ihre Beutel schnappen. „Was machen denn die ganzen orangenen Badekappen da hinter dem Zelt?“ Uuups ich hab ja auch eine! 7.08 Uhr! Ich sollte mal langsam ins Wasser und wetze los. Endlich Action! „Geht ma weg ihr Tunten!“ Gemeint sind die Jungs mit den rosanen Badekappen, die es nicht erwarten können und den weg versperren. Barfuß laufe ich durch 3 cm tiefen Matsch. Das Tor zum Kanaleinstieg geht auf als ich das Ende der Orangenkappen erreicht habe. Die Meute ziert sich ein wenig das warme Kanal-Nass in Beschlag zu nehmen. Ich trete hervor und gleite hinein. „Mein Wasser!“ Das spüre ich sofort. Noch zwei Minuten! „Christoph?“ Ein orangebekappter mit Schwimmbrille hat von hinten gerufen. „Ach, Tobi!?“ „Ja!“ Ein befreundeter, ebenfalls entjungferter Sportsfreund. Wir stehen gemeinsam am flachen Kanalrand und wünschen uns noch mal gegenseitig viel Glück. Als der Startschuss fällt, schwimmen wir los. Warum auch nicht!?
…
FORTSETZUNG

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Dienstag, 15. Juli 2008

Challenge bestanden

Falls das noch jemand ließt ... ;-)

Ich bin am Ziel einer meiner großen Träume angelangt und konnte am vergangenen Sonntag in Roth gesund und sehr glücklich finishen.

Schwimmen 1:27:08
Transit1 4:26
Radfahren 5:37:58
Transit2: 3:16
Laufen 3:33:56

Gesamt 10:46:41 :-))

Auch wenn es keiner mehr liest ... ich werde es nach langer Zeit wieder versuchen in Worte zu fassen ... ;-)

Bis dann,
b-l-a-u

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Mittwoch, 19. September 2007

Saison 2008

- [g] = gemeldet -- [?] = evtl. -- [:-)] = scho gern -- 22.12.2008 -
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01 |31.03.2008 | 12d Malle | 1316 Rad-km | 89 Lauf-km | 7,8 swim
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02 |04.05.2008 | Mainz | 21,1 km | [1:26:24] |
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03 |17.05.2008 | Kreuzegg Berglauf | 12km/750Hm | [1:11:51] |
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04 |08.06.2008 | Kraichgau Triathlon | 2/60,5/14 | [3:43:53] |
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05 |15.06.2008 | Marathon Fürth | 42,195 km | [3:17:15] |
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06 |06.07.2008 | Hamburg Cityman | 1,5/40/10 | [2:36:36] |
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07 |13.07.2008 | Quelle Challenge | 3,8/180/42,195 | [10:46:41] |
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08 |31.08.2008 | Trifun Pellworm | 0,5/20/5 | [1:08:10] 3.Platz :-) |
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09 |21.09.2008 | 9. Neumarkter Stadtlauf | 10,5 km | [0:46:10] |
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10 |28.09.2008 | Berlin Marathon | 42,195 km | [3:10:24] |
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11 |12.10.2008 | Wildwestseven | 7 km | [0:26:43] |
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12 |19.10.2008 | Malle Halbmarathon | 21,1 km | [1:29:11] |
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13 |09.11.2008 | Indoormarathon | 42,195 km | [3:17:13] |
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14 |31.12.2008 | Nürnberger Silvesterlauf | 10 km | [0:40:31] |
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Donnerstag, 1. März 2007

Saison 2007

- [g] = gemeldet -- [?] = evtl. -- [:-)] = scho gern -- 19.01.2008 -
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01 |17.03.2007 | 14 Tage Malle | 1324 Rad-km | 93,7 Lauf-km |
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02 |22.04.2007 | Amberg | 21,1 km | 01:28:24 |
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03 |12.05.2007 | Landkreislauf Nbger Land | 7,6 km | 0:30:15 |
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XX |17.05.2007 | Drei-Flüsse-Triathlon | 1/40/10 | [g]eschwänzt |
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XX |26.05.2007 | Schneider Duathlon | 10/83,5/20 | [g]eplatzt |
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XX |24.06.2007 | Quelle Challenge | 3,8/180/42,195 | [:-(] |
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XX |05.08.2007 | Erlangen Mitteltriathlon | 2/80/20 | ab[g]emeldet |
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XX |14.08.2007 | 'Titelverteidigung' Pellwormlauf | 10 km | [:-(] |
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JETZT GEHTS WIEDER LOS ... hoffentlich
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04 |26.08.2007 | Finish-Line Herbstlauf | 10 km | 0:41:17
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05 |16.09.2007 | Neumarkter Stadtlauf | 10,5 km | 0:44:05 |
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06 |03.10.2007 | Stadtlauf Nbg | 10 km | 0:42:10 |
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07 |13.10.2007 | Herbstlauf Schloss Thurn | 21,1 km | 1:33:46 |
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08 |21.10.2007 | Halbmarathon Malle | 21,1 km | 1:27:42 |
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09 |04.11.2007 | Indoormarathon Nürnberg | 42,195 km | 3:23:15 |
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10 |31.12.2007 | Silvesterlauf Innsbruck | 5,3 km | 0:21:08 |
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-- [:-(] = Scheiße! Geht nich mit gebrochener Klavikula.

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Montag, 4. Dezember 2006

Auf der Suche nach dem b-l-a-u-en Bock

ja wo isser denn der kleine blaue Bock? Wo hat er sich denn versteckt, hä? Unter der Laufleidenschaft? Oder doch hinter der Radmotivation? Los komm raus! Du Sack! :-))
Gut mit Gewalt geht nix. Wenn ich mir die Bilder von Roth 2006 anschaue, fühle ich wie der blaue Bock aus seinem Versteck vorspitzt. Sollte ich Ihn endgültig und komplett aus seinem Versteck gezerrt habe, lade ich bei ein paar Bembel bytes "Zum b-l-a-u-en Bock" ein. Übermorgen geht's ins Wasser.

herzlichst
b-l-a-u

Hey decay, such doch auch mal ;-)

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Sonntag, 3. Dezember 2006

Schluss mit lustig ..Trainingsstart!

Jetzt soll's losgehen. Trainieren für Roth. Wie gehe ich es am Besten an? Wo ist der Plan? Her damit! ... mal durch die b-l-a-ue Brille kucken ... :-/ seh' nix ... zumindest keinen Plan. Hm ... laufen geht intuitiv. Radfahren ist auch schon fast vegetativ verankert, aber schwimmen ... bäh! Ok, ich darf es mir auch nicht zu schlecht reden. 2x Schwimmen, 2x Laufen und einmal Radeln. Das ist doch schon mal was für Dezember. Dazu vielleicht mal eine Winteralternativsportart. Ich denke das passt für's erste.
Die Ausdauer im Winter. Es gild jetzt erst einmal als Grundlage das Haus zu bauen. Später kann man es sich dann einrichten. Also mal ein paar Intervalle einfliesen lassen. (frei nach der Nürnberger Marathon Instanz ;-) Und natürlich viel schlafen ...

Ciao
b-l-a-u

.... *grummelgrummel* ... oder doch 3x Laufen und 1x Schwimmen *überleg*
Ja - Nein, ich weiß ;-))

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Mittwoch, 1. November 2006

meine saison 2006

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01 |19.03.2006 | Bad Windsheim | 10km | 0:39:46 |
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02 |02.04.2006 | Großenseebach | 21,1 km | 1:26:36 |
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03 |23.04.2006 | Hamburg | 42,195 km | 3:28:42 |
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04 |14.05.2006 | Würzburg | 42,195 km | 2:58:20 |
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05 |27.05.2006 | Winkelhaid | 6,1 km | 0:24:02 |
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06 |25.06.2006 | Rothsee-Tria | 1,5/42/10 | 2:49:48 |
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07 |06.08.2006 | ER-Mittel-Tria | 2/80/20,3 | 5:01:26 |
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08 |15.08.2006 | Pellwormlauf | 10 km | 0:43:07 |
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09 |10.09.2006 | HamburgCityMan | 1,5/40/10 | 2:44:23 |
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10 |30.09.2006 | MTB Duathlon Schnt | 3/17,4/2 | 1:05:28 |
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11 |03.10.2006 | Sportschecklauf Nbg| 21,1 km | 1:29:17 |
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12 |14.10.2006 | MTB Duathlon Otten | 3/18/3 | 1:18:02 |
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13 |29.10.2006 | Frankfurt | 42,195 km | 3:10:54 |
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14 |11.11.2006 | MTB Duathlon Lauf | 3/15/3 | 1:11:04 |
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15 |31.12.2006 | Silvesterlauf Innsbruck | 5,3 km | 0:21:39 |
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Montag, 11. September 2006

Alsterwasser statt Radler

Will man in Norddeutschland das im Süden auch als Radler bekannte, erfrischende Bier-Zitronenlimonaden-Gemisch ordern, sagt man "Ein Alsterwasser, bitte!". Alsterwasser ist aber auch die braune Brühe der Binnen- und Außenalster - ein aufgestauter See im Zentrum der Hansestadt Hamburg. Diese braune Brühe stellt eine Teilarena dar, welche von 6600 AthletenInnen des Hamburg City Man am vergangenen Wochenende betreten bzw. beschwommen wurde...Der anschließende Schauplatz erstreckt sich über weite Teile der Elbchaussee hinaus nach Blankenese und wird per Velo zweimal unter die Reifen genommen. Um die letzte Kampfbahn zu bewältigen werden die Wege um die Außenalster mit Turnschuhen bearbeitet.
Der Hamburg City Man.
Die größte Triathlonveranstaltung der Welt, verteilt auf zwei Tage im Herzen Hamburgs.
Und ich?
Dabei!
Der dritte Triathlon in Vorbereitung zum Projekt Roth 2007.
Olympische Distanz!
1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen.

Freitag ist Anreisetag. Mit Ete, einem guten Freund und wie immer herzlichen Gastgeber bei meinen HH-Aufenthalten gilt es nochmal die Elektrolyte aufzufüllen. Tatort: Schanze!

Im Schanzenviertel findet am Samstag ein Straßenfest statt, welches durch einen Flohmarkt am Morgen eingeleitet wird. Das ganze ist natürlich nicht angemeldet. Gerade noch so bekomme ich mein Auto aus- und umgeparkt.
Heute liegen die Sprintdistanz der Jedermänner und der ITU Worldcup der Männer an. Wir holen die Startunterlagen ab und beobachten den Start der Elite-Männer. Ein tolles Spektakel. Den weiteren Verlauf des Rennens verfolgen wir auf den Tribünen des Rathausmarktes, der auch uns am Sonntag als Ziel dienen soll. Beim anschließenden Shoppen auf der Messe kommt ein günstiger Desoto Einteiler in die Tüte. Danach geht es zur Pastaparty und Wettkampfbesprechung, die wir aber nicht ganz mitbekommen, da wir uns sehr gut mit einem Mädel unterhalten, welche bei einem Wettkampf schon mal als zweite hinter Nicole Leder landete und am Sonntag vierte werden soll.
Anschließend begeben wir uns wieder ins Schanzenviertel um unsere Sachen zu packen, Helm und Rad mit Startnummern zu bekleben und unser Geraffel zu sortieren.
Fast schon resignierend schmunzelnd stelle ich fest, daß auf dem Parkplatz neben meinem Schlafzimmer ein DJ zum Straßenfest seine Turntables aufgebaut hat und diese auch schon mit gehöriger Lautstärke bearbeitet. Das kann ja ne schöne Nacht werden :-(
Aber alles halb so wild. Der DJ macht um 23.00 Schluß. Ich schlafe gar nicht so schlecht, bis um 6:30 mein Wecker klingelt. Das Wetter ist genialst. Keine Wolke und fast kein Hauch.
Um 8:30 haben wir unsere Räder und Klamotten in der Wechselzone am Ballindamm eingecheckt. Hier stehen knapp 2400 Räder in vier Reihen, d.h. 600 Räder in einer Reihe. Dazwischen je eine Kiste von der Deutschen Post, wo man sein Zeug reinschmeißen kann. Ich würde sagen das sind mindestens 700 m Wechselzone. Aber damit nicht genug. Wenn man später am Rathausmarkt aus dem Wassser steigt muß man erst noch "einmal um's Karee" und dann zur Wechselzone wetzen --> +300m mindestens = 1000m Extralauf.
Soviel zu den Rechenhausaufgaben und den Wechselzeitenzweiflern ;-)
Die Berechnung des Materialgesamtwert lass ich hier mal aus, da einem da schnell schwindelig werden kann.

Vaseline schmieren, Neo an, Schwimmbrille mit, Bademütze auf und Kleiderbeutel abgeben.
9.20 ist unser start. 20 Minuten vorher checkt man in die Vor-Startzone ein. 150 Mann, Frauen habe ich bei uns nicht gesehen.
9.10 Checkin Startzone.
9.06 ich springe in die 18°C warmkalte braune Brühe. An den Füßen ist es ganz schön kalt, aber mit Neo geht's schon.
9.10 Wir zählen mit runter 10, 9, ... 3, 2, 1, MÖÖÖP!


Los geht sie, meine "Lieblingsdisziplin". In Erlangen lief es für meine Verhältnisse ja nicht schlecht. Deshalb will ich auch hier nicht gleich abgehängt werden.
Ein Fehler! Nach hundert Metern meine ich das Atmen verlernt zu haben. Ich bin total im Eimer. Atemnot! Panik! Ich habe richtig Angst und erwäge auf dem Rücken zurück zum Start zu schwimmen!
Nach hundert Metern!!!!
Du Klappstuhl!
Das gibts doch gar nicht. Ok, ne gute Minute Brustschwimmen, Kopf aus dem Wasser, Lage checken und beruhigen. Langsam fange ich wieder an zu kraulen. Ich komme wieder in einen Rythmus, aber Spaß macht es nicht. Ich quäle mich. Nachdem ich die Lombardsbrücke auf Hin- und Rückweg zu Außenalster zweimal unterschwommen habe und Halbzeit ist, holen mich die ersten aus der nächsten Startgruppe ein. Fünf minuten später kommen mehr und ich bekomme ein paar Tritte und Schläge ab. Das tut nicht weh und wäre überhaupt nicht schlimm, aber meinen labilen Rythmus bringt es immer wieder durcheinander. Ich unterschwimme eine weitere lange Steinbrücke vor dem Rathausmarkt. Es ist eher ein Tunnel. Die Beleuchtung und die dicken roten Taue an den Wänden, die extra eingerichtet wurden, tragen zu meiner Beruhigung bei.
Um ca. 10.00 Uhr klettere ich am Rathausmarkt aus dem Wasser.
Ich will ja nicht sagen, daß ich mich wie Phönix aus der Alster gefühlt habe, aber sowas ähnliches war es ;-)


Jetzt geht's los! Erstmal 1000m Laufen. Da stellt sich mir die Frage ist es ein Triathlon, oder ein Duathlon mit Schwimmen vorher. Egal. Rad fahren, Jippie!
Das Umziehen klappt dank Einteiler sehr schnell. Das mit den Schuhen am Fahrrad und barfuß fahren sollte ich aber bald mal einführen, bzw. üben. Die erste Runde fährt gut und ist sehr kurzweilig, da ich einen Frauendreikampf der genau in meinem Tempo stattfindet und erbittert geführt wird beobachten kann. Mit einem anderen Teilnehmer kann ich bei Tempo 35 sogar die Rennsituation der Damen analysieren. Es macht Spaß.

In der zweiten Runde versuche ich nochmal eine Schippe draufzulegen, was mir auch gelingt. Bei dem hinteren Wendepunkt ist eine Verpflegungsstelle und ich versuche 10km vor Radende noch eine frische Flasche zu bekommen. Der Verpflegungspunkt ist unglücklich gewählt, da er direkt nach der 180° Wende ist, wo man noch ziemlich konzentriert auf das Wendemanöver ist. Aber nicht nur die Fahrer sind "verpflegungsunkonzentriert", sondern auch die Helfer. Ich bekunde mein Interesse nach Verpflegung schon im Wendepunkt mit einem lauten "JA!". Der erste Griff nach eine Flasche scheitert an dem Wiederwillen des Verpflegers die Flasche loszulassen. Da er ca. 120kg wiegt entscheidet die Massenträgheit für mich, die Flasche nicht zu bekommen. Der zweite Kerle ist etwas aufmerksamer und lässt die Flasche los als ich sie mir kralle. Ich kann die letzten 10km geniesen, obwohl ich auch auf den Druck achte. Oben an der Elbchaussee entlang mit Blick auf den Überseehafen, da kommen alte Erinnerungen auf, danach mit 50 km/h am Fischmarkt vorbeischiesen und an den Landungsbrücken langcruisen :-)) Das macht Spaß. 1000m vor dem Wechsel nehm ich raus und trete nur noch mit knapp 150 Puls. Der Wechsel klappt wieder gut, auch deshalb, weil es ein paar nette Helfer gibt, die mich Blödel in die richtige Radreihe brüllen.

Und jetzt geht die Party richtig los! Laufen! Eine 5km Lange Wendepunkztstrecke. Ich liebe es!


Mit meinen Axiom nehme ich Asphalt, Schotter, Rasen und Kopfsteinpflaster ins Visier und starte meine Aufholjagd. Schnitte zwischen 4:11 und 4:25 min/km habe ich auf den ersten 6 km. Ca. 500m vor dem Wendepunkt kommt mir Ete entgegen.
"Fang mich doch! :-)" sagt er auf seine trockene, liebenswerte Art und ich muß mich fasst schlapp lachen. Er ist ein sehr guter Läufer, also verschwende ich keinen Gedanken daran in noch einzufangen. Zwischen km 6 und 7 fängt plötzlich der rechte hintere Oberschenkelmuskel an auf blöd zu machen. Ich nehme raus und hänge mich an einen andern Läufer dran. Dabei bearbeite ich den Krampfansatz mit den Händen. Gott sei dank kommt noch eine Verpflegungsstelle, welche nebenbei bemerkt, auch hier relativ unaufmerksam besetzt waren. Ich schnappe mir zwei Isos, stürze sie in mich und der Krampfansatz verschwindet. Blinker links und weiter geht's. 4:33 min habe ich für km sieben gebraucht. Die nächsten zwei mache ich in knapp 8:40 und der letzte ist dank Endspurt und Zuschauer anfeuern eine 4:04.


Mit 2:44:23 erreiche ich das Ziel. Glücklich über meine Leistung auf dem Rad und beim Laufen, aber die Enttäuschung über das grottenschlechte Schwimmen sitzt auch noch sehr tief.
Ich sehe es so: Bis Juni 2007 habe ich noch ein dreiviertel Jahr Zeit und vor einem Jahr dachte ich auch noch, daß ich keine 5km auf dem Triaaufsatz fahren kann. Mit Übung ging das auch, denn ich fühle mich mitlerweile überhaupt nicht mehr unwohl auf dem Aufsatz. Das mit dem Schwimmen werd ich bis dahin schon noch einigermaßen unter Kontrolle bekommen.

Die Bilanz von Hamburg lautet.
Rang 888. von 2074 Startern bei einer Zeit von 2:44:23
Schwimmen 0:39:42 Rang (Disziplin) 1867
Wechsel1 0:05:44
Radfahren 1:13:03 Rang (Disziplin) 767 Schnitt 32,8 km/h
Wechsel2 0:03:01
Laufen 0:42:54 Rang (Disziplin) 270 Schnitt 4:17 min/km

Ein schöner Wettkampf, bei super Wetter, der super organisiert ist, aber auch noch nicht perfekt.
Als HH-Marathonläufer war ich vom Publikum enttäuscht, da es daran doch sehr gemangelt hat.

So das war's.
Ab nächstem Jahr wird rasiert ;-)

Gut's Nächtla
b-l-a-u

P.S.: Die Bilder sind bis auf das letzte vom Eliterennen der Männer am Tag zuvor.

Buchstabendosis erhoehen ...

Sonntag, 6. August 2006

"Kurzbericht" vom Mitteltriathlon

Erlangen 9.15 Uhr: Es stehen an:
2 km Schwimmen, 80 km Rad und 20,3 km Laufen.
Mein Vater und mein Bruder inkl. Sohnemann auf der einen Seite der Erlanger Schleuse, Dani, Dag und Stefan auf der anderen. Treue Anfeuerer. Danke!
5, 4, 3, 2, 1, peng! 100m bin ich geschwommen und meine das ich in dem Gewühle gleich absauf.
Rythmus gleich null - ich japse nach Luft.
Nachdem ein Großteil des Feldes an mir vorbei gezogen (oder geboxt?) ist, finde ich meinen Rythmus und kraule vor mich hin.
Ca. 45 min steht auf meiner Uhr als ich aus dem Wasser komm....
50 min war mein Ziel. Und das ohne Krämpfe! Ich bin sehr zufrieden. Neo aus. Das Wetter ist mittlerweile besser geworden, was heißt, daß es nicht mehr regnet. Die Ärmlinge und das vorsorgliche Unterhemd lasse ich deshalb in der Tüte.

Auf den Bock und los. Meine Uhr spinnt, dazu kommt ein Bedienungsfehler meinerseits. Eine genau Auswertung über die Rad- und Laufzeit habe ich deshalb leider nicht. Im weiteren Verlauf kann ich mich nur an der Startzeit 9.15 orientieren, und hoffen, daß die Uhr genau gestellt ist. Es geht Richtung Dechsendorf, Hessdorf. Der Wind bläst von vorne. Es rollt überhaupt nicht. Kaum mal über 30. So'n Scheiß!
Km14. Vor Buch geht es runter. Am Ende eine scharfe Rechtskurve bei nasser Fahrbahn. Mit 50 km/h schieß ich runter auf die Kurve zu und konzentriere mich auf das nächste Manöver.
Klatsch! Ein Insekt schlägt in meinem Gesicht auf. Keine Sekunde später kribbelt es oberhalb des Linken Knies. Es sticht! Eine Wespe hinterläßt mir Ihren pochenden Stachel knapp oberhalb des linken Knies und verabschiedet sich in die Atmosphäre. Auf dem Tacho stehen nach wie vor 50 km/h. Ich bremse. Ich komme in der Abfahrt zum stehen, schmeiß mein rad in den Graben und "operiere" mir den Stachel raus. Danach sauge ich die stelle mit dem Mund aus und spuck den Mist in den Graben. Das hat ein Imker mit mir mal als kleines Kind gemacht, als mich eine Biene in den Hals gestochen hat und es hat sehr positive gewirkt. Ich fahr weiter. Mit 13 km/h um die gefährliche Kurve. Ich bin frustriert und halte bei einem Haus vor dem ein alter Mann und eine Frau auf einer Bank sitzen und die Sportler anfeuern. Ich klage mein Leid und Frage nach einer Zwiebel, da das helfen soll - hab ich gehört. Die Frau rennt los, als hätte sie die ganze Zeit auf dem Startblock der 100m-Bahn gewartet. Die Frau verschwindet im Haus.
Der Opa schreit plötzlich "Messer, Messer".
Ich: "Nö, da wird fei nix rausgeschnitten!"
Opa: "Naaa, für die Zwiebel"
Die Frau kommt angerannt. Natürlich hat sie ans Messer gedacht.
Ich reibe die halbe Zwiebel auf der Stelle des Stichs.
Die Frau sagt in einem Geistesblitz "Fenistil!" und sprinted wieder los.
Der Opa sagt nix mehr.
Fenistil kommt. Ich schmier es drauf und fahr nach einem herzlichen Dankschön frustriert weiter. Bei meinem letzten Wespenstich hatte ich ein Blutvergiftung.
Außerdem reagiere ich auf Insektenstiche ziemlich heftig. Es wächst! Oberhalb der linken Kniescheibe wächst eine weitere. Ich fahre aufrecht gut 20 km/h. Frusttempo.
"Was wenn sich das Gift jetzt durch die sportliche Betättigung im ganzen Körper verteil?" Es erscheint mir am sinnvollsten die erste von zwei Runden zu Ende zu fahren und auszusteigen.
km19 und ca. 10 Minuten später: Ich faß den Lenker wieder unten an, oder lege mich auf den Triaaufsatz. Der untere Teil des Linken Oberschenkels tut weh und brennt, aber es läßt sich trotzdem angenehm treten. Einige Leute die bei meiner "Knielutschaktion" vorbeigerauscht sind, kommen wieder näher. Dazu Rückenwind. Es läuft eigentlich wieder besser. Ich fasse wieder Mut. Am Heppstädter "Berg" zahlen sich meine Höhenmeter aus Frankreich aus. Neben der Verpflegung kann ich dort auch ein paar Konkurenten kassieren. Im weiteren Verlauf zieren oft Werte um 40 km/h meinen Tacho.
Ich probiers! Die nächste Runde fahr ich auch noch. Dann sehe ich weiter.
Es regnet, aber "das meiste fällt daneben" und "außerdem kommt ja keine Salzsäure vom Himmel gefallen". Zwei Sprüche, die mir eine schmunzelnde Gleichgüligkeit ins Gesicht zaubern.
Einzig die naßen Socken gefallen mir nicht. Ich bestelle noch in der 1.Runde trockene bei meinem Bruder per Zuruf.
Die zweite Runde auf dem Rad läuft hervorragend. Die dritte Knieschweibe ist wieder verschwunden. Trotz Regenschauer und heftigem Wind macht es Spaß, da ich schneller fahre als auf der ersten Runde, dazu rund und kraftvoll treten kann. Was hat mir die Wespe injiziert? Oder ist es das Adrenalin, was durch den Vorfall ausgeschüttet wurde? ;-)) Egal. Alle Zweifel sind ausgeräumt. Ich werde meinen ersten Mitteltriathlon nach Hause laufen.

Der Wechsel Rad-Laufen klappt reibungslos. Die trockenen Socken sind eine Wohltat. (Alles Erfahrungen fürs nächste Mal ;-)
Nach einem Kilometer wartet wieder das Trio Dani, Dag, Stefan auf mich, spendet Beifall und weckt Motivation. Ich laufe einen Puls von 160. Mein Tempo weiß ich nicht, da ich erst bei km 6 das erste mal eine Markierung sehe, aber ich habe ein gutes Gefühl.
Vom Wechsel ins Stadion, danach in den Wald, Stadion, Wald, Stadion, Ziel. So ist die Strecke beim Laufen. Mein anderes Motivationstrio, bestehend aus Vater, Bruder und Neffe, hat sich an dem Knotenpunkt stationiert.
Ich fühle mich super. Der Boden im Wald ist matschig. Es gibt sehr viele Verpflegungsstellen. Ich nehme immer ein halben Becher Cola und Wasser. Letzteres hauptsächlich zum reinigen ;-)

Ich, in der Mitte, an einer Verpflegungsstelle

Es läuft super. Seit dem ich die Kilometer marken entdeckt habe, weiß ich auch mein Tempo. Ich laufe meistens knapp unter 4:30 min/km. Ab und zu um 4:15. In dem Bereich des Feldes, bin ich damit fast der Schnellste. Von zwei Leuten werde ich über
holt. Einen überhol ich wieder. Ansonsten kassier ich.
km 13 13.44 Uhr laut meiner Uhr: Ich fange das rechnen an
4,5 min/km * 7 km = 31,5 min.
Puhh, das wird knapp um die 5h zu knacken. Da sind dann auch noch die 0,3 km, die ich in meiner Rechnung unterschlagen habe. Einen Versuch ist es wert.
Hebel auf den Tisch, Zähne bläcken, komisch schluchtzen.
Wenn's nicht ordentlich weh tut, ist es nicht alles! Es fängt an ordentlich weh zu tun!
Ich kämpfe mich von km zu km. Der einzige anwesende Gegner ist mein innerer Schweinehund. Irgendwo dranhängen ist nicht. Beim Stadioneinlauf ist mein Puls auf 170. Für mich nahezu Anschlag, auf jedenfall nahe am sauer werden.
Ich bekomme ein Finisher Lächeln zusammen und erfreue mich der Nennung Meines Namens durch den Stadionsprecher. Ich drücke ab. Meine Uhr zeigt 14.17. Naja, vielleicht geht meine Uhr falsch und ich habe es geschafft. Nachdem ich mich verpflegt, geduscht und mit einigen anderen Athelten/innen ausgetauscht habe, finde ich eine frische Ergebnisliste an einer Pinnwand.
5:01:26 steht bei mir. Scheißegal, meinem Finisherlächeln tut dies keinen Abbruch. Angesichts der Witterung und den anderen Umständen bin ich super glücklich. Es hat mal wieder sehr viel Spaß gemacht

edit ... Uiiii, sehe gerade, die Ergebnisse sind Online.
Schwimmen 0:45:41 -> :-))
Radfahren 2:42:35 -> wow, das überrascht. Schnitt 29,5 km/h, obwohl beide Wechsel und die Wespengeschichte da drin ist. :-))
Laufen 1:33:10 -> schnitt 4:35 min/km. Da bin ich doch ein bißchen enttäuscht. Waren wohl die ersten 6 km, wo ich ein bißchen langsamer war. ;-) So das war's. Kurz berichtet ;-)

Und die Woche schreib ich hoffentlich noch Folge II von "Isch kauf mir ein Baguette".
Vielen Dank allen Beteiligten für die Unterstützung.


Viele Sportsgrüße
b-l-a-u

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Sonntag, 2. Juli 2006

Neue Ziele

Am Sonntag um 7 Uhr mit dem Renner los um 21 Uhr daheim.
Ausgestattet mit dem kompletten Fanpaket:
Ratschen, Pfeife, Sonnecreme, Laufschuhe und gute Laune.
14 Stunden unterwegs in Sachen QCR Quelle Challenge Roth.
14 Stunden letzte Überzeugung...
Ich muß dieses Ereignis am eigenen Leib erfahren!
Es führt kein weg daran vorbei. Faszinierend nicht nur wegen den Spitzensportlern, sondern wegen der Leidenschaft von Sportlern, Fans und Helfern.

Deshalb hab ich gerade die 226 km gebucht.

Der Weg ist das Ziel. Und das Ziel ist ankommen. Ich freu mich!

Bedanken möchte ich mich bei einem Freund, der heute als Staffelstarter in einer für mich traumhaften Zeit die 3,8 km geschwommen ist und durch den ich einen Einblick in die Keiper-Recaro Triathlon-Familie inkl. Catering und besten Zuschauerplätzen bekommen habe.

Dag! Der Mann, der die Brasilianerinnen nach dem WM aus wieder zum Lächeln bringt.

und jetzt noch ein paar Bildchen von Heute.

der Solarer Berg. Ich glaub es gibt ein Solarer Berg Hormon, das hier ausgeschüttet wird.

Faris al Sultan, Gewinner des Ironman Hawaii 2005 in Führung

Faris beim Laufen noch in Führung

Chris McCormack der spätere Sieger

ich


pfürd's Euch
b-l-a-u

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Montag, 26. Juni 2006

Treibholz auf dem Rothsee

Im Anschluß an die Aktivitäten der letzten zwei Wochen war der Köperteil, welcher mir am ehesten Schmerzen bereitete, das Haupt.
Heute sind es endlich mal wieder die Beine und - erstaunlich - bis jetzt noch nicht die Schultern.
Ich habe vorgestern als (Wieder-)Einstieg in meine Triathlon-"Karriere" und als Startschuss für das Projekt Quelle Challenge Roth 2007 (QCR) den Rothsee-Triathlon bestritten. Ein sehr schöner Kurztriathlon (1,5/42/10) mit knapp 1000 Startern.
...
Die Vorbereitung war hart. Fast jeden Abend Hauptmarkt und auch der Vorabend, die Nacht zum Sonntag, mußte zur Siegesfeier unserer Kicker herhalten. Fünf Stunden Schlaf und ein paar Gerstensäfte sind nicht die beste Vorbereitung, aber dieser Wettkampf sollte dem Erfahrung sammeln dienen.
Um 5:30 klingelte mein Wecker. Irgendwie habe ich es geschafft, am Abend vorher noch die diversen Tüten zu packen, die man für den Rad- und Laufwechsel, sowie für den Zielbereich benötigt. Bis 7:45 gibt es die Startunterlagen im Segelzentrum Rothsee. Um 9:45, eine halbe Stunde nach den Topathleten, ist mein Start. Vorletzte Startgruppe.
Ich habe also massig Zeit. Zu erst gebe ich meine Beutel ab und checke mein Rad ein. Danach setze mich bei herrlichem Wetter und super Stimmungsmusik wie viele andere Sportler an den Strand des Rothsees und lasse die Konzentration langsam hochsacken. Die Jungs und Mädels von der ersten Startgruppe haben schon den Neopren dabei und machen es sich nochmal gemütlich. 3 Meter neben mich setzt sich ein braungebrannte Typ zu einer anderen Gruppe Sportler. Der Typ ist fit. Auf dem Oberarm steht seine Nummer "0" "0" "1".
Ohhh, Chris McCormack. Triathlet der Weltspitze und Vorjahressieger des QCR.
Obwohl es laut Veranstalter der größte Kurztriathlon Deutschlands ist, ist es doch eine Familiäre Veranstaltung und das ist sehr schön.

Jetzt werd ich aber mal zu Potte kommen.
Die Stars gehen ins Wasser als ich mit meinem Neopren zum Strand zurückkehre. Ich pell mich auch in den Neo und schwimmme mich warm.
Fünf züge in den see, fünf zurück, Das langt!
Mit gerade mal sechs Schwimmeinheiten, deren Umfang ich hier lieber nicht erläutere, kann ich mein Pulver nicht zu früh verschiessen. Die Leute mit der blauen Badekappe sind dran, also ich. Ich stell mich ganz hinten rein. Peng. Drei Meter in meiner Lieblingsdisziplin über bernsteinfarbenen Sand und dann ins Wasser. Mit Neo schwimmt man wie ein Korken. Mit meinen Schwimmfähigkeiten dazu wie Treibholz.
Das beruhigt mich schon mal. Untergehen wird schwierig. Ich versuche das erlernte aus dem Schwimmkurs umzusetzen und sag mir dann, daß ich eigentlich nur einen Rythmus finden will. Ich kraule also los. Erstaunlich! In meiner Gruppe gibt es Schwimmer die ein gleiches Tempo haben. 600m zur ersten Wende. Hier überholt mich die erste orangene Badekappe. 5 minuten sind die Oranjes nach uns gestartet. Egal. Ankommen. Ich kraul und kraul. Ein "holländischer" Brustschwimmer zieht an mir vorbei. Ab und zu schwimme ich Brust um mich zu orientieren. Dabei zucken die Muskeln der Beine. Schnell wieder auf den Bauch. Beine alle zwei Minuten mal bewegen. Rest Arme. Den zweiten Wendepunkt habe ich passiert. Noch ca. 400m. Jetzt fang ich auch noch an aus dem Kurs zu laufen. Ich Depp! ;-) Immer öfter muß ich mich per Brust umschauen und orientieren, ob ich noch richtig schwimm. Das ist gar nicht so einfach. Außerdem muß ich auf die Haxen aufpassen, daß sie nicht krampfen.
Nach 36 Minuten erreiche ich wieder festen Boden unter den Füßen und das erste was mein blödes linkes Bein macht ist Krampfen. Die Rückseite des linken Oberschenkels macht zu. Dat tut weh, aber die Dame von der Wasserwacht, die den Leuten aus dem Wasser hilft, massiert sofort geistesgegenwärtig. Die Zuschauer schauen besorgt. Ich auch - und rennen los zum Zeit-Kontrolle und Wechselzelt.
Neo aus, Umziehen, Krämpfe.
Diesmal sind es diese kleinen Drecksmuskeln auf dem Schienbein. Was haben die eigentlich zu sagen? Ich sitze ungefähr 5 Minuten im Zelt. Die Krämpfe gehen. Ich lauf zu meinem Fahrrad. Die Belastung tut gut. Helm, Schuhe, ein Schluck aus der Buddel und los gehts.
Endlich was Vernünftiges. Radfahren. Das wellige Profil ist zwar kein zuckerschlecken, aber es macht Spaß. Mit dem Tria-Aufsatz komme ich erstaunlich gut zurecht und die Abfahrten machen mir richtig gute Laune. Beim Radfahren werde ich am Anfang von ein paar scheinbaren Cracks überholt, ansonsten kann ich schon ein bißchen einsammeln. Kurz vor Schluß geht es durch die Kaserne der Luftwaffe. Bei der Einfahrt Grüße ich als Hauptgefreiter "zur See" der Reserve so militärisch, wie es ein Marinejunge kann. Am Ausgang steht ein Spalier von Soldaten/innen mit Deutschlandfahnen, die richtig gute Stimmung machen. Ich fahre freihändig auf sie zu und simmuliere eine La Ola. Sie steigen ein und ich schwappe in einer Welle aus der Kaserne. Gut gelaunte, freundliche Soldaten. Auch was Nettes. Danke.
Der Wechsel zum laufen erfolgt problemlos. Es hat mittlerweile über 30 grad, aber hier kann ich endlich meine Stärke ausspielen. Teilweise fliege ich an den anderen Teilnehmern vorbei. Ich werde auf der Laufstrecke nur von einem anderen Sportler überholt. In 46:14 und mit einer Gesamtzeit von 02:49:48 lauf ich über die Ziellinie. Ganz zufrieden bin ich mit der Zeit nicht, da sie doch zu weit Abweicht zu jüngeren Laufergebnissen. Aber angesichts der Trainingseinheiten auf dem Nürnberger Hauptmarkt, der ungewohnten Dreifachbelastung, relativ weniger Radkilometer und einer kurzen Nacht, bin ich mehr als zufrieden.
Die Zielverpflegung war Super, es hat sehr viel Spaß gemacht und ich werde sicher einige wichtige Erfahrungen mitnehmen. Als nächstes steht im August der Mitteltriathlon (2/80/20) in Erlangen an. Davor gibt es noch ein anderes Highlight, von dem ich noch berichten werde. Außerdem habe ich noch soviel aufzuberieten, von den letzten 10 WM-Tagen. Mal sehen, wann ich dazu komme.
Aber jetzt ist erstmal wieder Feierabend mit Bloggen

Grüße
b-l-a-u

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