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Freitag, 3. Oktober 2008

Nummer 17 lebt

### Balingaloppierer ###
Schee war's :-)
b-l-a-u

Buchstabendosis erhoehen ...

Montag, 12. November 2007

Drinnenmarathon

Es war im Sommer. Der Nagel steckte noch in meinem Schlüsselbein und ich überlegte mir wie ich wohl mein verkorkstes Sportjahr zu Ende bringen soll. Ich wollte unbedingt noch einen Marathon laufen. So spät wie möglich, um noch möglichst viele Trainingskilometer zu sammeln.
Berlin, Köln, München? Zu früh!
Frankfurt? Geiler Marathon, aber den bin ich die letzten zwei Jahre gelaufen und schnell wird eh nicht drin sein.
Am besten etwas Besonderes. Keine Bestzeit. "Ich war dabei" Das reicht.

2006 hatte ich beim Indoormarathon (IDM) in der Landesgewerbeanstallt (LGA) in Nürnberg zugeschaut. Es hat mir super gefallen, aber ich konnte mich damals ehrlich gesagt nicht damit anfreunden 55 Runden á 767 Meter über zwei Stockwerke in einem Bürogebäude zu laufen. Die Spinner!
Einmal auf die Homepage des IDM geguckt, war die Hürde zwecks Anmeldegebühr schon mal genommen. "Noch 14 Plätze frei"! 15€! Ich meld mich an! Wie ich in 3 Monaten drauf bin, sehe ich.
...
knapp 3 Monate später.
...
Der Nagel ist draußen und ich habe einen herrlichen Urlaub auf Mallorca genoßen. Zudem habe ich drei 10km-Wettkämpfe und zwei Halbmarathons hinter mir. Die Regeneration danach war super und körperliche Beschwerden habe ich nicht. Auch die Trainingswoche nach dem HM auf Malle und zwei Wochen vor dem IDM mit 85km war ok.
2000 Treppenstufen an der Steintribüne waren darin. Zudem habe ich in dieser Woche mit sehr netter Fahrradbegleitung meinen ersten 30km Lauf seit Mai gemacht. Gut auch, daß ich mit Chaosreisen auf Malle war, denn da fuhr der Gewinner der letzten beiden Jahre - Hannes Schmidt alias "Der Meister" - mit. Er gab uns - Dippi läuft den IDHalbmatarthon - noch sehr viele wertvolle Tipps.
Das ist also die Grundlage für dieses Spinnerevent.

Und was lauf ich jetzt? Normalerweise orientiere ich mich an Kilometerzeiten und man sagt beim IDM ca. 20 min drauf auf die derzeitige Marathonzeit. Welche Marathonzeit? Hmm!? Ok ich war relativ schnell bei den letzten Events, aber auf 42,195 Kilometer? Ich beschließe, daß ich knapp unter 3:30 laufen könnte. Plus 20 Minuten. Sagen wir 3:45. Das ist Super ... mal gucken ... das wäre Top 20. Cool :-)

Es ist Samstag der 3.11. Akribisch wie ich bin, wird eine ordentlich Excelliste gemacht, in der ich meine Zeit plusminus 5 Min auf IDM-Rundenzeiten runterbreche. So weiß ich wenigstens, was ich auf eine Runde laufen muß. Ab in die Tasche!
Noch eine Nudelsuppe - oder besser gesagt zwei Riesenschüsseln Nudeln mit etwas Brühe, zwei leichte Weizen, gute Nacht.

4.11.2007
Ich bin um 10 Uhr am LGA Gebäude. eigentlich gibt es nich mehr viel zu tun. Stempel abholen als Zugangsberechtigung für den Läuferbereich, Klamotten zurecht zupfen und der Startnummer 1 noch mal die Rückennummer richtig hinpinnen.
Dann laufe ich mich ein. Das erste mal auf der Strecke. Zwei Runden. Ach Du Scheiße! Was tust Du Dir hier an? Die Treppenhäuser sind verdammt eng und haben Ein- und Ausgänge die man schon ziemlich genau treffen muß.
Erst mal Pippi machen. Der IDM ist wohl der einzige Marathon, wo jeder Läufer sein eigenes Klo hat, denn im ganzen Gebäude sind maßig WCs und alle offen. Astrein!
Aber irgendwie fällt mir beim Plätschern ein, das man bei einem Marathonlauf unter Umständen das Bedürfnis hat andere Körperflüssigkeiten zu entsorgen. Wie macht man das denn Indoor???
NEIN! Ich gehe nicht zum Spucken auf's Klo!
Ich hole Rat.
Und der sagt es gibt nach der Verpflegungsstation so Bottiche, wo man die Becher reinschmeißen kann. Die einzige Möglichkeit.
Vorweggenommen:
Ich spucke viermal. Dreimal treffe ich ;-)

Ok, 10.45 Uhr, meinen Zeitenzettel habe ich doch liegen lassen. Was war noch mal 3.45 auf 767 Meter für'ne Zeit? Mist, vergessen! Ach, ich lass mich treiben und beschließe vollkommen auf meinen Körper zu hören.

55 geteilt durch 2 ist 27,5. Die Halbmarathonis starten im Keller wegen der halben Runde. Wir Reihen uns oben auf. Mit Staffelläufern knapp 100 Leute. Ich stehe am Ende des ersten Drittels.
Drei .. zwei .. eins .. ab dafür!
10 Meter, scharfe Linkskurve. Die ersten Zwei liegen auf der Schnauze.
Der spätere Zweite und Dritte. Also keine größeren Blessuren.

Oh Gott ist das eng. Vor dem Treppenhaus ein netter Stau. Den hat Markus Othmer von Bayern 3 gar nicht durchgesagt. Er moderiert nämlich den IDM und trägt großen Anteil an der super Stimmung im Foyer, wo sich zu Anfang ca. 200 Zuschauer und eine Sambaband aufhalten.

Es läuft! Den Rhythmus finden nach den Treppen! - ein Tipp, den es mir ganz gut gelingt umzusetzen. Puls 160 auf den Geraden. Fühlt sich gut an. Auf den Treppen kann man sich sogar ein bißchen regenerieren, da es durch die Staus recht langsam auf und nieder geht.
Ca. 6 Runde. Der Meister setzt zur ersten Überrundung an. Nicht ohne ein FCN-Lied anzustimmen. Durchgeknallt! :-)) Auch Dippi kommt kurz darauf das erste mal an mir vorbei. Ich fühle mich wohl und sehe dem Halbmarathon freudig entgegen. Mit Melli und Tim als Zuschauer ist das Malle Team fast komplett. Helmut fehlt noch.
In Runde 22 überrundet mich Dippi das zweite Mal, aber er gerät nicht mehr aus meinem Blickfeld.
"Eine Stadt, ein Verein ... " Der Meister kommt wieder von hinten. Dippi hängt sich kurz dran und schießt sich komplett ab. Nach dieser Einlage kommt er mir wieder entgegengeflogen. "Noch drei Runden, Dippi! Häng Dich an meinen Arsch" ruf ich ihm zu, als ich ihn bei der Verpflegungsstation wieder einhole.
Nix mit Arsch. Leider hat er überzockt. Mit 1h37min hat er aber immer noch eine riesen Zeit. Mein Gott warst Du vorher schnell, Dippi!
Nach 28 Runden hat man etwas mehr als den Halbmarathon. Noch zwei Runden. Ab Runde 30 schnüre ich 5er Pakete. Immer schön fünf Runden laufen HIER ... und dann seh ma schon.

Mittlerweile füllt sich auch das Foyer etwas mehr. Meine Eltern sind da, Helmut, Mario mit Sassi und Jona, MAP, der fotografiert, Dag, der mir auch Verpflegung gibt, Jochen, der Held von Roth, mit Petra, Dippi als Fan - unschlagbar - und natürlich immer noch ... Melli. Der Wahnsinn! Ein Motivationspaket der Extraklasse. Dieses Anfeuern muß besser als jedes Doping sein. Ein Grinsen kann ich mir beim Durchlaufen des Foyers bis auf die letzten Runden selten verkneifen. Es macht echt Spaß, zumal auch Markus Othmer den Ball aufnimmt und mich - zwar mit leichten Verunglimpfungen meines Nachnamens, aber fast in jeder Runde beim Namen nennt.

Ich lege noch eine Schippe drauf. Pulstechnisch in Ordnung und durch das Ende des HM ist auch die Strecke etwas leerer. Trotzdem merke ich das da schon was in den Beinen steckt. In Runde 34 werden die Stufen das erste Mal etwas höher. In Runde 38 stolpere ich das zweite mal leicht. Ab da konzentriere ich mich wieder und nehme ggf. immer nur eine Stufe. Kurz nach der Zeitnahme ist ein Beamer installiert, der die Daten der letzten acht passierten Läufer an eine Leinwand wirft. Man muß sich sehr darauf konzentrieren, aber ich riskiere einen Blick.
Hallo???
Ich muß mich versehen haben.
9er gesamt, 4er AK35. Jetzt spinne ich wirklich!
Nein! Beim nächsten Mal steht das selbe. Oh Gott ist das cool :-))
Noch mehr Adrenalin! Noch mehr Vortrieb.
Dippi geht als Fan vollends ab und gibt mir immer wieder einen Klapps auf den Rücken.
Runde 45 ich habe ein Stechen im rechten Nierenbereich. Mist! Was ist das jetzt? Ich taste auf einer langen Geraden meinen Rücken ab und merke, daß die Sicherheitsnadeln der hinteren Startnummer aufgegangen ist - abgerissen durch mitreißende Anfeuerer ;-))
Es hat ein bißchen gepiekt. Ich mach sie ganz ab und stecke sie für die letzten 10 Runden hinten in die Hose.

Nebenbei gelingt es mir unglaublicherweise mich weiter vorzuarbeiten. Ich bin 6er gesamt und AK 2er. Mann ist das geil. Das will ich jetzt behalten und gebe alles. Fünfzigste Runde. Viele Läufer sind schon platt und lassen einem großzügig Vorrang in den Treppenhäusern. Einer klatscht sogar Beifall als ich etwas schneller vorbei laufe.
Häää? Ich schau zurück. Ihn an. Grinse, klatsche und sage "Selber! ;-)"
Runde 54 jetzt bin ich wirklich langsam im Eimer. Mit Cola komme ich aber einigermaßen über die Runden. Im Rauf-Treppenhaus ist eine langsamere Läuferin vor mir. Ich überhole nicht. Habe etwas Luft nach hinten. Statt dessen versuche ich im Laufrhythmus die Stufen zu nehmen. Sie ist 20 Zentimeter vor mir und kurz vor der letzten Stufe.
BAAAATZZZ!!!!! Da hat er nicht aufgepasst. Ich fliege nach vorne, stütze mich reflexhaft mit beiden Händen an ihrem Rücken ab und schiebe sie somit die letzte Stufe der Treppe hoch. Sie dreht sich um und schaut als ob ich ihr gerade den Abfallkalender der Nürnberger Stadtreinigung auf den Arm tätowiert hätte. Zu Recht! ;-) Du warst meine Rettung. Danke!

Ich überhole, laufe weiter und schluchze. Anschlag. Letzte Runde. Vor dem Treppenhaus nach unten laufe ich wieder auf zwei Läufer auf. Ich lauf als letzter ins Treppenhaus und stöhne. "Der hinter mir stirbt gleich" sagt der vor mir Laufende zu dem Streckenposten. "Ich bin aber auch auf der letzten Runde" bringe ich mit einer Mischung aus Grinsen, Schluchzen und Stöhnen aus mir raus. Den Gang entlang, Verpflegungsstation, Linkskurve. Ich genieße das letzte mal das Treppenhaus nach oben. Lauf den Gang entlang und kann es kaum fassen.
6er gesamt! 3:23:15!
Marathon ist sooo geil.
Ich vergewisser mich nochmal bei der Zeitnahme, daß ich wirklich fertig bin.
Ja! Oh Mann, ich fass es nicht. Bedanken ist angesagt. Bei all den großartigen Anfeuerern. Ihr ward gnadenlos gut! Danke!
Bei Markus O. bedanke ich mich auch nochmal.
"Gerne, das macht mir total Spaß. Vor allem wenn man auch was zurück bekommt. Alles Gute, Christoph." Nett.

Später gab's dann noch drei im Weckla vom Balkongrill, ein paar Bier mit lieben Freunden und der Zombie um 0.00 Uhr im Kontiki bei der Siegesfeier des Meisters war auch noch äußerst lecker.

Was bleibt mir noch zu sagen!? Auf der zweiten Marathonhälfte bin ich die drittschnellste Zeit gelaufen. Absolut unglaublich :-))
Glückwunsch an Hannes und Dippi. Und Danke nochmal an den Meister wegen der hervorragenden Vorbereitung.
Und auch wenn es abgedroschen ist:
Danke auch nochmal an die begeisterten Zuschauer. Echt genial!

Das war's from Indoor.
Bis bald
Euer
b-l-a-u

Buchstabendosis erhoehen ...

Dienstag, 16. Oktober 2007

Western von gestern

Wo, wenn nicht in einer Westernstadt, gibt man sein Comeback auf einer Strecke deren Bezeichnung das Wort "Marathon" beinhaltet?? ;-)
Halbmarathon mit Start/Ziel im Freizeitpark Schloß Thurn!

Mein längster Lauf seit Mai!
Es ist klasse gelaufen und hat riesen Spaß gemacht!
Ich freu mich :-))
Ergebnis hier.

Danke für Euren letzten Kommentare :-)

jetzt wieder mit sportlichen Grüßen ;-)
b-l-a-u

Buchstabendosis erhoehen ...

Mittwoch, 19. September 2007

Saison 2008

- [g] = gemeldet -- [?] = evtl. -- [:-)] = scho gern -- 22.12.2008 -
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01 |31.03.2008 | 12d Malle | 1316 Rad-km | 89 Lauf-km | 7,8 swim
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02 |04.05.2008 | Mainz | 21,1 km | [1:26:24] |
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03 |17.05.2008 | Kreuzegg Berglauf | 12km/750Hm | [1:11:51] |
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04 |08.06.2008 | Kraichgau Triathlon | 2/60,5/14 | [3:43:53] |
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05 |15.06.2008 | Marathon Fürth | 42,195 km | [3:17:15] |
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06 |06.07.2008 | Hamburg Cityman | 1,5/40/10 | [2:36:36] |
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07 |13.07.2008 | Quelle Challenge | 3,8/180/42,195 | [10:46:41] |
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08 |31.08.2008 | Trifun Pellworm | 0,5/20/5 | [1:08:10] 3.Platz :-) |
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09 |21.09.2008 | 9. Neumarkter Stadtlauf | 10,5 km | [0:46:10] |
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10 |28.09.2008 | Berlin Marathon | 42,195 km | [3:10:24] |
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11 |12.10.2008 | Wildwestseven | 7 km | [0:26:43] |
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12 |19.10.2008 | Malle Halbmarathon | 21,1 km | [1:29:11] |
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13 |09.11.2008 | Indoormarathon | 42,195 km | [3:17:13] |
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14 |31.12.2008 | Nürnberger Silvesterlauf | 10 km | [0:40:31] |
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Buchstabendosis erhoehen ...

Sonntag, 22. April 2007

Saisonauftakt mit Haile und Paul ...

Wenn man zwei neue Rennpferde im Stall hat, sollte man ihnen Namen geben. Darum entschloss ich mich die im Januar erworbenen Fußschutzhüllen nach den Protagonisten des heute stattfindenden London Marathons zu benennen.

Haile & Paul! Eine gute Wahl, wie ich finde...

Ausgestattet mit diesen ehrenvollen Namen sollten sich Haile & Paul zum Saisonauftakt heute bei einem Halbmarathon in Amberg beweisen. Geprobt wurde mit dem gesammten Gespann, d.h. inkl. mir, ganze 10 km am Freitag. Darin beinhaltet war die diesjährige Tempo-Premiere mit 2x1500m. Genug Tempo-Kilometer um überhaupt nicht zu wissen wo man steht ;-) Aber dazu ist ja auch ein Wettkampf in dieser Jahreszeit da. Standortbestimmung!
Na jut. Ich also mit Paul & Haile an der Startlinie des Halbmarathon vom CIS-Amberg.

... 3 ... 2 ... 1 ... Hüa!

Besprochen war mit den Jungs erstmal ne 4:25 anzugehen, um vielleicht eine 1:33er Zeit zu erreichen. Mit einer Zeit unter 1:30:00 liebäugelt man zwar immer, aber ich empfinde es mangels Tempotraining als unrealistisch. Nun ja, schon auf den ersten Kilometern zeigen Paul & Haile mir ihren eigenen Willen. 4:03 min und 4:07 min zeigen die ersten Chronometereinträge. Es benötigt ein Wort des Züchtigers! Und siehe da mit 4:18 und 4:15 bei km drei und vier können wir drei uns auf einen Kompromiß einigen. Nach 10 km sind 42 Minuten und 18 Sekunden vergangen. Das heißt Paul, b-l-a-u und Haile haben nen 4:14ner Schnitt auf den Schotter gelegt. Dat wär knapp unter 1h30min. Taktisch konnte ich das Rennen bis jetzt ganz gut leiten. Schön im Windschatten laufen. Bei 14 km/h macht das schon was aus, vor allem wenn's gegenan geht. Einzig blöd, das wir jetzt in einer Gruppe mit ner Labertasche gelandet sind. Ein toller Kerl, der meint mit viel Gebabbel seine Mitläufer beeindrucken zu können. Da der Typ aber nicht nur Scheiß von sich gibt, bin ich wirklich ein bißchen beeindruckt und denke er läuft nicht voll, da er noch ein schweigsames Vereinsmitglied an seiner Seite hat, welches er unter 1:30 zieht. Mir soll's recht sein. Dummerweise lasse ich mich später in eine kurze Meinungsverschiedenheit bzgl. bayerischer Fußballvereine ein. Die fünf Sätze haben mich bestimmt zehn Sekunden gekostet und ich glaube Haile und Paul geht das Gelaber langsam auch auf die Senkel. Also vor und Tempo machen!
Einfach mal die Fresse halten! Nach 2km ist er dann auch still, fühlt sich aber genötigt wieder die Führung zu übernehmen. Ok, von mir aus. Bis zum Wendepunkt ist wieder Gegenwind. "Lasst den mal" kommuniziere ich zu meinen beiden Kameraden.
Kurz vor dem Wendepunkt wird's unten - also ganz unten - wieder unruhig. Mit einer ungeahnten Einigkeit beschliesen Haile und Paul das Tempo nochmal zu erhöhen. Ich gehe. An meiner Seite kommt der Vereinskamerad der Labertasche mit. Letztere bleibt hinter mir. Auch vom Rest der Gruppe werden die Schnauf- und Laufgeräusche leiser. Andere Läufer kommen von Vorne. Wir sind jetzt zu zweit. Mit Paul und Haile zu viert. Das ist aber jetzt Anschlag. Ein vierer Tempo haben wir auf den letzten Kilometern aufgelegt. Gemeinsam überlegen "wir" beim Einlauf in das kleine Stadion mit der Tartanbahn, ob wir die Attacke des Vereinskameraden noch mit gehen, aber ehrlich gesagt, waren die Körner schon ein bißchen alle und zum ordentlichen Sprinten braucht es wahrscheinlich noch die ein oder ander gemeinsame Trainingsstunde.
Bei 1:28:24 überlaufen wir die Ziellinie und ich bin stolz auf meine beiden Wettkampfpartner. Mit so einer Zeit hätte ich nie gerechnet.
Danke Haile!
Danke Paul!
Ihr habt Euch besser geschlagen, als Eure Namensgeber in London!

Und weil's so ein schöner Tag war bin ich mit Miguel und Eddy später noch knappe 60 Kilometer um den Moritzberg gekurbelt.

Das war's auch schon wieder.
sportliche Grüße
Euer
b-l-a-u mit Paul und Haile

Buchstabendosis erhoehen ...

Donnerstag, 1. März 2007

Saison 2007

- [g] = gemeldet -- [?] = evtl. -- [:-)] = scho gern -- 19.01.2008 -
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01 |17.03.2007 | 14 Tage Malle | 1324 Rad-km | 93,7 Lauf-km |
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02 |22.04.2007 | Amberg | 21,1 km | 01:28:24 |
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03 |12.05.2007 | Landkreislauf Nbger Land | 7,6 km | 0:30:15 |
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XX |17.05.2007 | Drei-Flüsse-Triathlon | 1/40/10 | [g]eschwänzt |
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XX |26.05.2007 | Schneider Duathlon | 10/83,5/20 | [g]eplatzt |
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XX |24.06.2007 | Quelle Challenge | 3,8/180/42,195 | [:-(] |
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XX |05.08.2007 | Erlangen Mitteltriathlon | 2/80/20 | ab[g]emeldet |
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XX |14.08.2007 | 'Titelverteidigung' Pellwormlauf | 10 km | [:-(] |
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JETZT GEHTS WIEDER LOS ... hoffentlich
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04 |26.08.2007 | Finish-Line Herbstlauf | 10 km | 0:41:17
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05 |16.09.2007 | Neumarkter Stadtlauf | 10,5 km | 0:44:05 |
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06 |03.10.2007 | Stadtlauf Nbg | 10 km | 0:42:10 |
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07 |13.10.2007 | Herbstlauf Schloss Thurn | 21,1 km | 1:33:46 |
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08 |21.10.2007 | Halbmarathon Malle | 21,1 km | 1:27:42 |
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09 |04.11.2007 | Indoormarathon Nürnberg | 42,195 km | 3:23:15 |
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10 |31.12.2007 | Silvesterlauf Innsbruck | 5,3 km | 0:21:08 |
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-- [:-(] = Scheiße! Geht nich mit gebrochener Klavikula.

Buchstabendosis erhoehen ...

Sonntag, 21. Januar 2007

Zurück zu den Wurzeln

Ich habe neue Schuhe :-)))

Brooks Axiom 2
(322 g bei 11,5 Schuhgröße ohne Einlegesohle)
... und welch coole Farbe sie da draufgebabbt haben :-))
Den Schuh werde ich hauptsächlich zu Wettkämpfen tragen
... obwohl ???
... der ist so schee ;-)

*überleg!?*
Gute Nacht
b-l-a-u :-)

Buchstabendosis erhoehen ...

Sonntag, 7. Januar 2007

Wildschwein Show

Heute bin ich wieder um eine Erfahrung reicher geworden, die mir einerseits Respekt eingeflöst hat, und andererseits wieder die Schönheit der umliegenden Nürnberger Natur vor Augen geführt hat. Um 8 Uhr konnte ich mich gerade so überwinden das Bett zu verlassen, um mich für den langen Lauf "um 9 beim Club" fertig zu machen. Tass Kaff, einen halben Liter Flüssigkeit. Das muß langen. Um 8.55 fuhr ich mit Clubbeflaggtem Wagen vor. Es ist immer wieder unglaublich wie pünktlich die Athleten sind. Um 9.00 Uhr plusminus 2 Minuten fanden sich 9 Leute ein um sich auf in Richtung Brunn zu machen. Um 9.04 geht's los. Es wird viel gelabert und gesungen. Clublieder ... oder Schmählieder für entsprechende Gastläufer ... letztere natürlich nur zum Spaß :-) Manchmal frage ich mich, ob ich bei einem Lauftreff mit Singeinheiten bin, oder bei einer Singstunde mit Laufelementen ;-))
Nach einer knappen Stunde kam es dann zu dieser beeindruckenden Begegnung. Wir liefen auf einem geschotterten Weg durch ein etwas ausgeholztes Waldstück in nördliche Richtung. Ich lief gerade in einer hinteren Postion, als es im Gebälk rechts hinter mir plötzlich ziemlich laut krachte. Ich drehte mich um und traute meinen Augen kaum. Ich sah eine ziemlich großes Wildschwein über den Schotterweg wechseln. "Da! ein Wildschwein!" schrie ich etwas zögerlich. Der Altmeister wurde als erstes auf meine Äußerung aufmerksam und konnte auch noch Teile des Wildschweins im linken Wald verschwinden sehen. "Das war's" dachte ich, als plötzlich rechts in ca. 20m Entfernung eine Rotte von mehr als zehn dieser Kameraden auftaucht. Vom normalen Wildschwein, über ganz kleine bis zum kapitalen Keiler mit seinen furchteinflössenden Hauern, war die ganze Familie angetreten. Die Schritte der Laufgruppe wurden kürzer, bis zum Stillstand. Auge in Auge standen wir uns gegenüber. Der spontan angestimmte Gesang
"Hier regiert der F-C-N" lies die Jungs und Mädels ziemlich unbeeindruckt. Im Gegenteil. Das war definitiv nicht Ihr Verein. Unter lautem Krachen und Getöse stürmten sie plötzlich in unsere Richtung. Unglaublich schnell und unglaublich fett die Viecher. Alleine die Masse würde einen glaub ich umhauen, ganz abgesehen von den Hauern. Alter Schwede! Da wird's einem anders, sag ich Euch. Rechts ein kleiner Graben. Ich postiere mich hinter einer großen umgefallenen Wurzel. Andere bewaffnen sich mit herumliegenden Stöcken. KRACH eine Sau vor uns. RATSCH eine weiter hinter uns durch. ZAGG, KRACH, RATSCH .... ein Vieh nach dem anderen wechselt hinter und vor uns die Seite mit einem Affenzahn. Glück gehabt. Alle durch.
Und plötzlich doch ein Nachzügler. Der Benjamin. Ein ganz kleines Wildschwein wetzt heran und versucht es mit einem mutigen Sprung über den Graben seinen Vorgängern nachzutun. Zu wenig Sprungkraft! Unangespitz schlägt er mit dem Rüssel in der anderen Grabenseite ein. Ich lache. Benjamin rappelt sich auf und flitzt den anderen hinterher. Der Meister steht keine fünf Meter davon entfernt in Habachtstellung mit einem abwehrbereiten Stock, den ich später als Zahnstocher bezeichne ;-)))
... "Hier regiert der F C N" .... die Gesänge werden wieder lauter ;-))
....
Also meiner Meinung nach hatten wir echt Glück, daß da nix passiert ist. Andererseits toll, die Tiere auch mal in freier Wildbahn zu erleben. Ein Naturereignis, daß mir bis jetzt trotz regelmäßger Besuche der Wälder um Nürnberg vorenthalten war.

Den Lauf haben wir unspektakulär mit Gesang und Wildschwein Diskussionen runter gelaufen. Das war's. Ein interessantes Erlebnis. Ein schöner Lauf.

Grüße
b-l-a-u

Buchstabendosis erhoehen ...

Montag, 13. November 2006

Schlammschlacht beim Saisonende

Eigentlich wollte ich nach dem Frankfurt-Marathon Pause machen und im November die Beine baumeln lassen. Mit drei Laufeinheiten und 20,9 km bis jetzt ist mir das auch ganz gut gelungen, aber den 8. MTB Duathlon Cup Nürnberger Land wollte ich in der Gesamtwertung beenden und so habe ich am Wochenende meinen dritten von vier Wettkämpfen absolviert. Obwohl ich im Vorfeld ziemliche Probleme mit dem Antrieb am MTB hatte und mir kurz vor dem Start noch die Kette gerissen ist, konnte ich teilnehmen und habe das Schlammbad genossen.
Es hat riesen Spaß gemacht ;-) Hier ein paar Eindrücke: ...

Anflug Tragepassage

schaut zwar aus als ob ich hinten umflieg, tu ich aber nich ;-)

die letzten Meter, puhhh

nach 2 mm Schlammdicke war's gleich wärmer

Lecker! heißer Tee im Ziel ;=)


Mit Platz 20 bin ich nicht gerade weit vorne platziert, aber die Plätze waren deswegen nicht weniger hart umstritten. Es hat Spaß gemacht und war eine spannende Erfahrung.
Nächstes Jahr mindestens Top 15 ;-)

Fehlt ein Resümee meiner für mich sehr erfolgreichen Saison ... :-))
Fortsetzung folgt ...

Grüße
b-l-a-u

Buchstabendosis erhoehen ...

Dienstag, 7. November 2006

Nummer 13


Nein! 4:54 ist nicht meine neue Zielzeit. Es ist die Uhrzeit, welche mein "Laser"-Wecker nach Kaffeekochen und Morgentoilette am 29.10.2006 anzeigte. Für den 13ten Marathon überhaupt und den dritten im Jahr 2006 habe ich eine neue Anreise gewählt. Um 6:00 geht ein Bus der TS Herzogenaurach zum 25. messefrankfurt marathon. Es hört sich zwar schlimm an um halb fünf aufzustehen, um um 11 Uhr in FFM einen Marathon zu laufen, aber die Zeitumstellung auf Winterzeit macht das ganze erträglich. Die Klamotten wurden am Vortag bereits gepackt, so daß nur noch ein paar Honig-Toasts für die Busfahrt beträufelt werden und ein Kaffee in die Thermotasse kommt. Dann geht's los mit dem Auto nach Herzogenaurach.
Um 5:20 wecke ich auf Höhe McD das Interesse einer Gruppe grünbekleideter Herrschaften, die mich mit einer roten Kelle zum Boxenstopp bitten. Eine Wachtmeisterin kommt an mein Fenster.
"Guten Morgen!", "Guten Morgen!", "Fahrzeugschein und Führerschein, bitte", "Bitte.", "Wo kommen sie her?", "Aus dem Bett.", "Wo wollen Sie hin?", "Zum Marathonlaufen nach Frankfurt?", "Ähhh, ... dann brauch ich Sie auch nicht fragen, ob sie was getrunken haben.", "Richtig! ;-)", "Ahh, sie haben ja schon Sportklamotten an. Viel Erfolg :-)" "Danke!", "Tschüss." "Tschüss."
Eine amüsante Begegnung zu Beginn des Tages. Das passt.
Die weitere Fahrt mit dem Bus verläuft reibungslos. Der ein oder andere ist für meine Begriffe etwas zu arg aufgeregt, aber mit einem 2:44-Läufer kann ich schön fachsimpeln. Nicht das ich mich auf dieses Niveau heraufbegeben will, aber ein bißchen Einsicht in die regionale Läuferszene habe ich ja und er erst recht. Wir sprechen über Rennen und Läufer der Region. Dank eines Mißgeschicks des Busfahrers bei der geplanten Parkplatzanfahrt, können wir mit dem Bus um ca. 08.45 Uhr sogar sehr nahe an der Messe parken, so daß wir nur ca. 1000m zu Start/Ziel und zur Startnummernausgabe zu laufen haben.

Dort bekomme ich sehr zügig meinen "Startrucksack". Richtig, im Gegensatz zu HH, wo außer ein paar Werbezetteln nichts drin war, gibt es hier reichlich Untensilien im Startpaket. Das wichtigste, die Startnummer, dazu eine Packung Nudeln, vier gekochte Eier, die sehr lecker nach dem Zieleinlauf geschmeckt haben, einen Müsliriegel, ein bißchen Krimskram und den Rucksack. Im Zielbereich gab es auch noch Handschuhe und eine Mütze vom zukünftigen Sponsor. Ich glaube soviel Sachen hab ich noch nie bei 'nem Marathon bekommen. Und alles cool ;-)
Noch ein Zwischenstopp mit Schwätzchen an meinem geliebten Brooksstand und um 9:30 setze ich mich wie viele andere Sportler in das Rolltreppenhaus der Messe Halle 1 und sortiere meine Sachen. Klamotten für jedes Wetter, Brustwarzenpflaster, Laufkappe, Startnummer plus -band, Squeezys, der ganze Kram aus dem Rucksack, .... Es gibt viel zu sortieren und so schaff ich es mindestens zwei Quadratmeter um mich rum mit meinen Utensilien zu pflasten. Ein befreundeter Läufer vom Bodensee und sein Coach (meiner vom letzten Jahr) kommen vorbei. "Hast Du hier übernachtet? :-)" Ist die erste Frage als sie mein Erfahrungsfeld für Marathonläufer entdecken. Mit Blödsinn quacken und Vorbereitung vergeht die Zeit zum Kleiderbeutelabgeben recht schnell. Um 10 Uhr gibt es tatsächlich schon Hektiker, die meinen sie bekommen Ihren Beutel nicht rechtzeitig los. Wir sind gelassen. Unten im Forier überbrücken wir noch ein bißchen Zeit und der Coach kauft sich ein leckeres Baguette mit Pressschinken und Käse. Der Versuchung abzubeißen kann ich nicht wiederstehen und beiße beim feilgebotenen Baguette herzhaft zu. Lecker, aber soll mir dieser Bis wieder zum Verhängnis werden? ....
Nein wurde er nicht ;-) Keine Magendarm Probs dieses mal.

Um 10.15 gehen wir raus. Noch ein bißchen relaxen im Liegestuhl. Die Wolken reisen auf der einen Seite auf. Die andere Seite ist immer noch dunkel. Das Wetter weiß noch nicht was es uns heute bieten soll und die Leute vom Liegestuhlstand haben bei den Böen Schwierigkeiten Ihre Pavillons zu verankern.

Einlaufen in der Ludwig Erhard Anlage. Hier laufen sich alle ein, die sich einlaufen wollen. Auch die Herren aus Kenia, Tansania und Äthiopien. Selbstverständlich besteht unsere Hauptaufgabe darin, die letzgenannten Herren schon mal durch kurze trockene Sprints für den bevorstehenden Wettkampf einzuschüchtern und weichzukochen.

Warm! Und bei den Sprints nicht verletzt. Gut.
Wir kucken noch a bisserl und schauen wer von den Jungs die jetzt noch ein Interview geben, oder von der Kamera verfolgt werden, gefährlich werden könnte. Wir einigen uns auf niemanden, stellen aber im zeitnahestem Rennverlauf fest, daß wir uns getäuscht haben und auch unsere Sprintspiele leider umsonst waren ;-))

Wenden wir uns wieder realistischen Zielen zu. Was ist heute z.B. eine realistische Marathonzeiten für mich? Natürlich mach ich mir darüber nicht erst jetzt Gedanken, aber es ist schwierig mich selbst einzuordnen. 4-5kg mehr als in Würzburg und eine Vorbereitung die nicht von einem Trainingsplan geprägt wurde, sondern vom persönlichen Gutdünken und von anderen Wettkämpfen, wie MTB-Duathlons und die Triathlons im Sommer.
Zweieinhalb Wochen vor dem Marathon erschien mir eine 3:10 plusminus 5 Minuten realistisch. Der schwierige Sportscheck Halbmarathon mit 1:29:17, ein sehr guter 35er Lauf mit 8km Endbeschleunigung im letzten Drittel und eine gute Intervall Einheit mit 3x5000m in der vorletzten Woche liesen das Minus nach der 3:10 größer werden und mein Ziel tendierte Richtung 3:05. Sehr kurzzeitig riet das Teufelchen sogar den Marathon mit 4:15 min/km, d.h. sub3 anzugehen, aber da hatte das Engelchen, wie so oft, die Oberhand behalten und auf die Bremse getreten. Gott sei Dank. Heruntergeholt von meiner Woge wurde ich auch durch die Einheiten der letzten Woche, welche nicht besonders glorreich waren. Nichtsdestortrotz verfolge ich ein Ziel unter 3:10.

Ich stehe im Skoda-Block. Es ist der zweite nach dem Profi- bzw sub3er-Block, der nicht wie zu vermuten wäre, Porsche- oder Ferrari-, sondern Asics-Block heißt. Skoda heißt 3:00-ca. 3:30. Ich gehe deshalb recht weit nach vorne.
10..9..8..7....3..2..1 PENG!
Der Start könnte etwas besser anmoderiert werden und die Stimmung könnte durch entsprechende Musik auch etwas besser auf den Höhepunkt des Startschußes getrieben werden. Na gut, loslaufen. 4:20 steht auf dem Zettel, aber es gibt ordentliche Wellen, was heißt das man nicht anständig loslaufen kann. Ich hab schon wieder das Gefühl, daß zigg 3:30 bis 4:00 Läufer hier im Feld sind. Ärgerlich! Slalom laufen, durchdrängeln und dadurch erhöhte Sturzgefahr heißt es auf die ersten 1-2km, dann hat sich das Feld sortiert und man kann normal laufen. In den hinteren Blöcken dauert das sicherlich noch länger. Da mag ich gar nicht dran denken, wie ich mich da ärgern würde.
Die Zuschauer sind super und sehr zahlreich vertreten. Richtig Lust kommt aber trotzdem nicht auf. Die Qual der letzten Kilometer hat jetzt schon Einlass in meine Hirnwindung gefunden und motiviert nicht besonders. Ab km 5 habe ich mich eingelaufen, konzentriere mich auf's Laufen, geniese die Stadt und die Zuschauer, denke an den Halbmarathon oder die nächsten Kilometer und bekomme Lust. Es macht Spaß. Der Wind pfeift teilweise heftig durch die Häuserschlucht der Bankenmetropole. Verstecken ist angesagt.
Vor der ersten Mainüberquerung sortiere ich mich hinter einem Gelben Trikot ein. Schön den Windschatten suchen, denn gerade auf der Brücke ist man exponiert und der Wind bläst heftig. Leider pustet er auch allerlei Unrat durch die Gegend, was dem Gelben vor mir zum Verhängnis wird. Einen Meter vor mir laufend fädelt er mit beiden Füßen in eine Plastiktüte oder einen Karton ein. Mein Hirn schaltet auf SuperSlowMotion, bei der ich nur noch der Beobachter der Umgebung und meines Körpers bin. Die Herrschaft über letzteren ist für diesen Moment an das vegetative Nervensystem Übergeben. Ich sehe wie der Gelbe mit der rechten Schulter auf den Boden aufschlägt, einen Meter auf der Brust über den Asphalt rutscht und nach einer halben Rolle auf dem Rücken zu liegen kommt. Mein rechter Fuß setzt ca. 1m vor seinem Gesicht auf. Mit dem nächsten linken Schritt würd ich ihm wahrscheinlich genau in die Kronjuwelen treten und mich ebenfalls auf die Fresse packen. Das linke Bein zuckt und will nach vorne. Hirn sagt "nein!" und tippt heftig mit der Spitze des linken Fuß auf halben Weg auf den Boden. Das rechte Bein ist wieder am Zug. "Aber ich bin doch noch gar nicht dran" schreit es förmlich. Nix! Der vegetative Chef hat vorwärtsmarschmarsch befohlen. Von außen muß es aussehen, als ob ich aus vollem Lauf eine Runde auf dem rechten Bein springen will. Das rechte Bein kommt neben seinem Kopf auf. Das linke kann nun über den Rest des Gelben nachziehen. Mein Manöver ist erfolgreich! Mein Manöver? Nein, das wurde von irgend jemand anders gesteuert. Ich hatte da keine Kontrolle drüber und war nur Beobachter.
Gedanken sortieren, Hadern! "Warum müßen eigentlich immer die Leute vor mir den Bodenkontakt suchen?". Naja, ich hatte wieder Glück, daß ich nicht selber gestürtzt bin.
Mitleid! Armer Kerl. Mit knapp 14 km/h auf die Schnauze. Hoffentlich hat er es gut überstanden, auch wenn ihm das Brustwarzenpflaster in diesem Moment wohl nicht viel geholfen hat. Dummheit war es auf jeden Fall nicht.

Ich bin bis jetzt erst einmal beim Laufen gestürtzt *klopfaufholz*. Das war beim Lauftreff im Tiergarten auf einem schmalen Weg. Wir liefen zu zweit nebeneinander und schwups - gestolpert und einen astreinen Kapitänsköpfer in den Busch rechts vorraus gemacht :-)) Nix passiert, außer einem bißchen Grünzeug im Gesicht. Gott sei dank.

Es geht weiter und es geht gut. In Schwanheim ist Halbmarathon. Bergfest des Marathons ist für mich immer erst auf der Hälfte der letzten 10 km also bei km 37.
Durch Wohngebiete mit schmalen Strassen laufen wir auf die Marke 21,1 zu. Begleitet werden wir dorthin von begeisterten und begeisternden Zuschauer. Man merkt Ihnen an das sie dies aus Leidenschaft und Respekt tun. Zwei ältere Damen verteilen selbstgesponsertes Mineralwasser an die Läufer und tun dies als wäre es Ihr liebstes Hobby. Sie freuen sich umbandig über jeden angenommenen Becher. Daneben hat der Vati einen verzinkten Blecheimer auf den Boden gestellt, in dem er kräftige mit einem Besenstil rührt und Lärm macht. Die Bämbel und die Brotzeit stehen auf dem Tisch in der Hofeinfahrt und überall stehen klatschende Leute. Hut ab! Geniale Zuschauer!
1:33:01 am Halbmarathon.
Weiter geht's. Wieder über den Main, ab nach Höchst. Hier sind die Zuschauer anderer Natur. Der Marathon wird als großes Spektakel gesehen, aber Respekt bekommt man hier weniger entgegen gebracht und von der Leidenschaft dieses Ereignis zu untersützen ist auch nicht viel übrig. Was bleibt sind zwei Eindrücke. Einer, der später von einem Bussportsfreund geschildert wird, bezieht sich auf die Kinder, die am Straßenrand stehen und die Hände zum abklatschen rausstrecken. So lange ich noch nicht auf dem Zahnfleisch krieche und einen Puls von 180 laufe, mache ich das auch immer wieder gerne, denn die funkelnden Augen der Kleinen beim Abklatschen sind auch wieder ein Ansporn ;-) Und hier!? Die Rotslöffel ziehn einfach Ihre Hand zurück, wenn man abklatschen will. Mein Vorschlag: Mit der eigenen Hand der Bewegung der züruckziehenden Hand folgen - nur tendenziell etwas höher.
Klatsch! Klatsch! Klatsch! Schon ist sie fertig - die Watschenparade ;-)
Jaa, ich weiß, daß das fies ist. War ja nur ne Option.
Ein anderer Eindruck, welcher auch zum Saatgut der Watschenparade beigetragen hat, war die Tatsache, daß diese frechen Rotslöffel den gemeinen Marathonläufer nicht nur verarschen, sondern auch gefährden. Ein tolles Spiel scheint es zu sein durch das Läuferfeld von einer Seite zur anderen Seite zu laufen und sich auf der anderen Seite dieser Tat zu rühmen. Vielleicht ist der Ansatz mit der Watschenparade jetzt verständlicher .... ;-)

Zwischendurch ist Dieter Baumann an mir vorbei gerauscht. Später lese ich das er 3:20 min/km auf der Uhr hatte. Das war trotzdem wie ne gefühlte Sujus Zwei. Der Wilfred läuft an der Spitze des Marathons nochmal 20 Sekunden schneller. Wahnsinn!
Für meinen Ruf "DIIIIEEETEEEEERRR!!" kassiere ich einen fragenden Blick von Herrn Baumann ;-)

Jetzt wirds ernst. Zehn Kilometer noch. Mainzer Landstrasse. Fünf Kilometer gerade aus. Ätzend! Der Wind kommt zwar jetzt hauptsächlich von hinten, aber der Bärlauchnudel-Akku ist schon ein bißchen leer. Ich versuche einen 4:30er zu halten um mit meiner HM Zeit noch unter 3:10 zu kommen. Nix zu machen. Sekunde um Sekunde verliere ich bei jedem Kilometer auf den Schnitt. Trotzdem werde ich relativ schneller, da ich hauptsächlich Leute überhole. Bei Kilometer 38 kommt man wieder in die City und hier wartet eine große Überraschung auf mich. Verbissen kämpfe ich mich durch das Spalier der mittlerweile wieder großen Zuschauermasse, da löst sich plötzlich mein Bruder aus einer Gruppe und begleitet mich ein paar Meter. "Schau mal wer da noch wartet" deutet er mir ein paar Meter weiter auf der rechten Seite. Mit ausgestreckter Hand und einem Lächeln auf den Lippen klatsche ich meine Eltern ab.

Den kritischsten Betrachter meiner Laufleistung auf den letzten Kilometern entdecke ich erst nach der kleinen Ehrenrunde, die man noch zu laufen hat.

Trotz oder gerade wegen dem kritischen Blick meines Patenkinds, raffe ich mich auf und nehme die letzten 800m gegen den Wind auf. Den Einlauf in die Festhalle will ich dieses mal bewusst geniesen und nehme raus. Die Zeit ist mir schon lange egal. Es ist phänomenal in die Festhalle zu Frankfurt einzulaufen.
3:10:54
Scheiß auf die Zeit. Es ist soooo schön einen Marathon zu finishen ;-)))

Schnell findet sich eine kleine Truppe von Mitläufern und wir haben Spaß im Zielbereich. Bewegen und Aufstehen können wir wie alle anderen zwar nicht mehr, aber es gibt, gott sei Dank, doppelschrankbreite Security Leute die uns später völlig Tätigkeitsfremd aufhelfen. Die Jungs waren echt cool. Ihr ward wie Zivis zu uns, Danke ;-) *schnell weg*

Duschen, noch ein Klönschnack mit Bruder, Coach und Bodenseeathlet, ein Mützen-Medaillen Foto und schon geht's wieder nach Hause.

Im Bus gibt's ein leckeres Radler und natürlich viele Geschichten.
Ich habe mein Maximum erreicht. Der Marathon ist gut gelaufen, aber über die vier Minuten Unterschied zwischen Hälfte eins und zwei mehr ärgere ich mich ein bißchen. Hätte ich mich realistischer eingeschätzt, wäre es wahrscheinlich besser gelaufen.
Ein bißchen Stolz bin ich, daß ich von elf Läufern (ich und die fünf vor und nach mir im Ziel) der drittkonstanteste war, was den Schnitt angeht.

Das war die Nummer 13.
Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.

Bis demnächst
b-l-a-u

Buchstabendosis erhoehen ...

Samstag, 4. November 2006

wenn's mal wieder länger dauert ...


... da ich beim FFM-Bericht einfach nicht aus dem Knick komme, hier ein Lauf-Nachtrag aus dem Sommer ;-) ...


Aus "De Pellwormer" 11. Jahrgang Nr.9 2006
grüße
b-l-a-u

Buchstabendosis erhoehen ...

Mittwoch, 1. November 2006

meine saison 2006

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01 |19.03.2006 | Bad Windsheim | 10km | 0:39:46 |
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02 |02.04.2006 | Großenseebach | 21,1 km | 1:26:36 |
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03 |23.04.2006 | Hamburg | 42,195 km | 3:28:42 |
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04 |14.05.2006 | Würzburg | 42,195 km | 2:58:20 |
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05 |27.05.2006 | Winkelhaid | 6,1 km | 0:24:02 |
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06 |25.06.2006 | Rothsee-Tria | 1,5/42/10 | 2:49:48 |
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07 |06.08.2006 | ER-Mittel-Tria | 2/80/20,3 | 5:01:26 |
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08 |15.08.2006 | Pellwormlauf | 10 km | 0:43:07 |
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09 |10.09.2006 | HamburgCityMan | 1,5/40/10 | 2:44:23 |
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10 |30.09.2006 | MTB Duathlon Schnt | 3/17,4/2 | 1:05:28 |
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11 |03.10.2006 | Sportschecklauf Nbg| 21,1 km | 1:29:17 |
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12 |14.10.2006 | MTB Duathlon Otten | 3/18/3 | 1:18:02 |
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13 |29.10.2006 | Frankfurt | 42,195 km | 3:10:54 |
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14 |11.11.2006 | MTB Duathlon Lauf | 3/15/3 | 1:11:04 |
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15 |31.12.2006 | Silvesterlauf Innsbruck | 5,3 km | 0:21:39 |
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Buchstabendosis erhoehen ...

Montag, 7. August 2006

Ich kauf mir ein Baguette ... Folge 2

Dies ist die Fortsetzung des Berichts von unserem Frankreichurlaub.

Am Mittwoch bestimmte wieder die Tour de France unser Tagesgeschehen. Es steht die 16. Etappe an. Start ist in Bourg d'Oisans (BdO), 8 km von unserem Campingplatz entfernt. Sie führt über den Col du Galibier, über den Col du Glandon, auf den Col de la Croix de Fer, Col du Mollard zur Bergankunft nach la Toussouire. Am Ende des Tages sind sich alle Experten einig, daß es die Etappe ist, an der Floyd Landis aufgrund eines 10 Minuten Rückstands die TdF 06 verliert.
Heute sind wir schlauer. Er hat sie auf der Etappe danach verloren.

Um 9.00 Uhr machen wir uns mit dem Velo auf den Weg nach BdO um das Einschreiben der Fahrer zu beobachten. Die Strecke im Ort ist schon abgesperrt und am Strassenrand ist es durch die Absperungen sehr eng. Gut das wir anderes Schuhwerk dabei haben. Wir schließen die Räder am Ortsrand an und laufen zum Fahrerdorf, wo auch die Bühne zum Einschreiben aufgebaut ist. Unglaublich ist der französische Sprecher, den man auch immer im Hintergrund der Übertragungen brabbeln hört. Er redet ohne Unterbrechung die Stunde in der wir auf dem Platz stehen. Wir sehen Eric Zabel, Robbie McEwen, Cadel Evens und viele andere. 5 Meter neben uns steht plötzlich Richard Virenque an einem Promotionstand.


Ich mache noch ein Foto und wir begeben uns Richtung Räder. Auf dem Weg dorthin kriegen wir etwas mit wie die zich offiziellen roten und blauen Autos, sowie die Mottoradkameras und -fotografen starten. Auch der Schwarze Nummernboy, der immer die Tafeln mit den Abständen hochhält fährt vor uns los. Es kennt jeder jeden. Ein großes Hallo zwischen allen Beteiligten. Kurz darauf fährt das Feld neutralisiert an uns vorbei. Etwas später Jens Voigte. Der hat wohl etwas getrödelt.


Wir schwingen uns auf unsere Velos und starten unser Rennen. Während die Profis "außenrum" fast zwei HC Berge fahren, wollen wir einen 1er fahren. Den Col du Glandon. Dort kommen sie vorbei auf dem Weg zum Col de la Croix de Fer.

Kurz vor dem Glandon sehen wir die Werbekarawane von weitem vorbeirauschen.

Noch ein Foto am See.

Wir sind rechtzeitig da und haben sogar noch Zeit uns bei einem Wohnmobil über den aktuellen Stand zu informieren und ein schönes Plätzchen an einem Hang rauszusuchen. Rasmussen kommmt zuerst. Dann irgendwann Leipheimer und das Favoritenfeld. Das Peloton und die Grupettos feuern wir im Spalier an. Wahnsinns Stimmung auf 1924m.



Es kommen noch ein paar Nachzügler. Im Anschluß beschließen wir auf den Col de la Croix de Fer zu fahren, um noch ein Bild mit dem HC-Schild zu machen. Nach der Etappe ist absolutes Chaos. Fußgänger, Autos, Radler. Nach 45 min haben wir die 100Hm zum Pass absolviert, aber unglaublich ... Absperrungen, Werbung und Schilder der Bergwertung sind schon abgebaut. Hallo, hier ist vor 45 Min die TdF vorbeigefahren!??
Wir schauen, daß wir zwischen den hunderten von Leuten ein Col-Foto machen können.


Naja, haben wir schon bessere gesehen ;-)

Wir fahren nach Hause bzw. versuchen es. Verkehrschaos auf 2000 Meter Höhe. Die französichen Polizisten Pfeifen sich die Lunge aus dem Hals um zu bemerken, das sie keine Chance haben. Mit dem Rad geht es einigermaßen. Vom Glandon runter hat mein Bruder eine bessere Lücke erwischt. Ich gebe Gas um aufzuschliesen. Vor mir baut sich ein Polizist auf, der gerade zwei verknäulte, wegversperrende Wohnimmobilien wieder mobil machen will.

Wir kommen zu dritt. Er macht auf Ampelmännchen und streckt beider Arme zur Seite. Dabei pfeift er um sein Leben. Ich bremse. Alles blockiert, aber der Polizist kommt scheinbar ungebremst auf mich zu. Keine Chance. Bremsen auf. Kopf auf den Lenker und mit 30 km/h unter dem rechten Arm vorbeihuschen. Puhh, das ging gerade so gut. Die weitere Abfahrt macht riesen Spaß. Der Tacho zeigt am Ende 80,5 km und 1880 Höhenmeter, da der Weg auf den Glandon mit ein paar kleine, aber teilweise giftigen Gegenanstiegen gespickt ist.
Abends schlemmen wir bei Pasta mit Meeresfrüchten und natürlich einigen Weißbier.

Donnerstag:

Für heute haben wir uns einen Radruhetag auferlegt. Dennoch kribbelt es mir in den Beinen und ich beschliese eine weiter Traumverwirklichung anzugreifen.
Nach einem knappen Frühstück aus zwei Marmeladen Croissants schwing ich mich um kurz nach neun mit Laufschuhen und ein paar squeezy aufs Radel und fahre nach Bourg d'Oisans. Hier ist die Offizielle Zeitmesslinie für den AdH-Aufstieg mein Ziel und zu meiner Verwunderung liegen dort auch Zeitmessmatten. Daneben steht eine Gruppe mit CSC Trikots. Wieder eine Firmenveranstaltung. Ich schließe mein Fahrrad an den Pfosten, der normalerweise das Bergwertungstransparent hält, erleichtere mich noch kurz, starte meinen Mp3-Player (Billy Talent), drücke Start auf meiner Uhr, kassiere ungläubige CSC-Blicke und laufe los. Ich will den Mythos mit dem Turnschuh erobern.

Länge: 13,8 km
Höhenunterschied: 1060 m
Mittlere Steigung: 7,9%
Maximale Steigung: 14%

Die ersten 500m sind noch flach. Dann geht es los. Ich laufe auf der rechten Seite, da hier die langsamen Bergaufautos fahren. In den unteren Kehren läuft sich's überhaupt nicht schön, da viel Abgase und Bremsstaub in der Luft liegt. Mit zunehmender Höhe wird die Luft frischer und es läuft sich gut. Kurze Schritte.


Es sind nur noch ein paar Velos unterwegs. Witzig ist, das manche auch nicht viel schneller sind. Ein älterer Herr hat ungefähr meine Geschwindigkeit. Da kann man sich auch festbeißen. Manchmal sackt er durch und ich gehe vorbei, aber in den etwas flachern Kehren fährt er wieder einen Vorsprung raus. Irgendwie ist es auch ein ganz anderes Gefühl hoch zu laufen, als zu fahren. In Kehre 7, der Kehre der Holländer, gibt's eine Quelle. Hier fülle ich kurz meine Wasserflasche auf. Es geht weiter und läuft sich prima.


Es macht richtig Spaß. Ein paar CSC-Fahrer überholen mich. Das "Rennen" wurde scheinbar gestartet. Als ich nach AdH reinlaufe, sehe ich das sie Ihre Ziellinie gar nicht auf dem offiziellen Zielstrich haben sondern ca. 1,5 km davor. "Freunde der Sonne, so nicht Ihr Flachmaaten! Zu Hause erzählen ich hab's in ... geschafft ;-))"
Mir egal. Mit denen will ich es mir nicht verderben, da ich darauf spekuliere mit eine Teamwagen, die auch zwischenzeitlich Verpflegungsstellen eingerichtet hatten, wieder runterzufahren. Den Opa habe ich übrigens in Kehre 3 endgültig abgehängt. Ich lauf die restlichen Kilometer auf der offiziellen Strecke. Am Zielstrich zeigt meine Uhr Brutto (mit Wasser holen) 1:41:45 an. Geil!
Der Opa kommt auch kurz darauf an. Ich halte meine Hand zum abklatschen hin. Er grinst und haut drauf. Danach begebe mich wieder ins Zentrum AdHs. Im Supermarkt kaufe ich mir ein Baguette, Putenbrustaufschnitt, Wasser und 1l kalte Milch. Mit meiner Brotzeit geselle ich mich zu den CSClern, die die Bänke um den Trinkwasser-Brunner in Beschlag genommen haben. Der Liter Milch verschwindet schnell und auch das Baguette verpufft in den weiten meines leeren Magens.
Den Weg runter will ich nicht per Pedes machen, da das zu arg auf die Gelenke geht, aber leider bleiben meine Bemühungen mit einem CSC-Taxi zu fahren erfolglos.
Ich trampe also und ein junger Franzose nimmt mich in einer Karre mit, die sowas von verrostet ist, das mir schon ein bißchen mulmig ist. Der Gurt geht nicht, ich soll ihn aber hinhalten wegen den "Cops" ;-) Gesagt getan. Ich schau ob ich das Ding vielleicht irgendwo festknoten kann. Der Typ ist aber echt nett. Spricht relativ gut englisch und fährt sehr human die Kehren runter. Wir unterhalten uns über die WM und meinen Berglauf. ER fragt mich sogar ob er rauchen darf. Ich willige natürlich ein. Der Bremsstaub von Vorhin waren zehn Packungen wahrscheinlich. Er fährt nur bis Huez d'Oisans auf halber Höhe. Hier trampe ich weiter und komme mit einem französischen AdH-Urlauber mit, der für seine Kinder im Font Fahrräder im Tal kaufen will. Auch sehr nett und englischsprechend. Unten angekommen, schwing ich mich aufs Radel und fahr zurück zum Campingplatz. 13,8km und 1060 Höhenmeter notiere ich unter Laufen in mein Trainingsbuch. Nochmal würde ich es aber nicht machen, da einfach zu viel Verkehr war. Um einen Berglauf zu machen gibt es sicher schönere Strecken. Aber was tut man nicht alles für den Mythos. Den Rest des Tages lassen wir uns vor dem Fernseher durch Floyd Landis' Hussarenritt blenden.
Das Abendessen war wieder Spitze, aber ich weiß nicht mehr genau wases gab. Reis mit Putencurry glaub ich. Auf jeden Fall sehr lecker von meinem Bruder zubereitet. Ich trinke noch ein Bier und gehe um 23.30 in die Koje, um vom nächsten Tag zu träumen, da ich mir hier wieder etwas Besonderes vorgenommen habe....

Apropos Koje. Folge 3 folgt.

Gute Nacht.
b-l-a-u

Buchstabendosis erhoehen ...

Samstag, 27. Mai 2006

fertig! ;-)

So, schon wieder hier. Für mich, der nicht so oft am Hügel/Berg trainiert war's ein Berglauf.
Ergebnis: 0:24:02
Fazit: Super zufrieden.
Ich denke, die Sieger-Zeit war um und bei 21min, oder?
Bei mir lief's gut und es hat spaß gemacht. Ein Rennen, wo ich vorne mitlaufen konnte. Angeblich habe ich eine Topten Platzierung (130 Teams). Mal sehen was das offizielle Ergebnis bringt. Am Anfang war's ziemlich matschig und die Fußballer, allen voran "del Piero" und "der Brasilianer", sind erstmal vorne weg gerannt. Die haben sich aber ziemlich schnell platt gelaufen und wurden wieder eingesammelt.
Hat spaß gemacht man konnte fast ein bißchen taktieren.

ein schönes wochenende
b-l-a-u

Buchstabendosis erhoehen ...

zu früh zu kurz

was mach ich hier eigentlich?
In eineinhalb Stunden starte ich zu meinem frühesten und kürzestem Wettkampf .
6,1 km mit 80 Hm. Immerhin passt das Wetter noch.
Wat mut dat mut ;-)


Guten Morgen
b-l-a-u

Buchstabendosis erhoehen ...

Montag, 22. Mai 2006

Nacharbeit

Es wird Zeit, daß ich mich mal wieder melde, sonst geht dieses Blog noch den Bach runter.
Ich schwebe immer noch auf Wolke zwofünfachtzwonull und habe es immer noch nicht realisiert. Jedesmal wenn ich auf die Urkunde schaue bekomme ich, wie so schön gesagt, kreisrundes Grinsen mit Gänsehautfeeling.
...
Das Feedback war mindestens genauso beeindruckend wie das Ergebnis. Ich hab mich über jeden Glückwunsch total gefreut. Ich würde gerne jedem als Dank einen Teil von meiner derzeitigen Freude abgeben. Ihr wärd sehr glücklich ;-)

Die ein oder andere kleine Enttäuschung ist natürlich auch dabei, wenn es von sehr guten Freunden überhaupt nicht eingeordnet werden kann, aber das sollte man Ihnen auch nicht verübeln. Es gibt Mädels die haben/hatten einen Freund der ca. 10ter beim Ironman Hawaii wird und sie konnten das absolut nicht einordnen ;-)

Das schöne ist, man kommt durch so ein Erlebnis auch ins Grübeln.
Wieso freut man sich wenn man schnell läuft? Wieso interessiert der sich nicht dafür? Wieso freu ich mich über so eine Leistung, wenn es soviel Elend und Unglück auf der Welt gibt?

Aber auch positive Fragen.
Wie muß es sein, wenn man mal einen Podiumsplatz erreicht? Wie muß es sein, wenn man mal einen Wettkampf gewinnt? Wie muß es sein, wenn man einen Marathon gewinnt? Wie muß es sein, wenn man beim Ironman in Roth finished?
"Jetzt hebt er ab."
Aber Träumen darf doch erlaubt sein.
Und wer sagt das ich das alles Erreichen will?

Den letzten Traum will ich mir nächstes Jahr erfüllen. Die Vorbereitung wird kein Kinderspiel. Schwimmen kann ich ja nur theoretisch und in Badehose Fahrrad fahren ist auch noch nicht mein Spezialgebiet. Muß man das überhaupt? ;-)

dat war's
b-l-a-u

Buchstabendosis erhoehen ...

Montag, 15. Mai 2006

2:58:20


Dies ist ein Bericht von einem Tag, den ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollkommen realisiert habe.
Nach meinem Dixi-Debakel beim Hamburg-Marathon konnte ich mir drei Wochen danach einen Läufertraum beim Würzburg-Marathon erfüllen.

Ich fange mit dem Vortag an.
Samstag, den 13.05.2006 ...

Nachdem ich am Vormittag meine Sachen nach Checkliste und redundant gepackt habe, fahre ich am Mittag zu meinen Eltern raus, um das Wohnmobil zu übernehmen.
Um 14:30 komme ich in Würzburg an und habe nach dreimal umparken einen perfekten Platz ca. 150m von Marathonmesse und Start-, Zielbereich entfernt. Ich mache mich sofort auf, um meine Startunterlagen zu holen. Der Nudelgutschein wird gleich eingelöst, da ich bis zu diesem Zeitpunkt nur ein Jogurth und eineinhalb Nussschnecken gegessen habe. Auch am Freitag habe ich normal gegessen. Die Nudelportion mit Tomatensoße ist nicht allzu groß, schmeckt aber sehr gut.

Zurück zum Wohnmobil.
Ein kleines Nickerchen zum Ausruhen. Richtig schlafen kann ich nicht, aber es entspannt. Zuerst döse ich 45 min und dann schmöcker ich noch ein bißchen in der Procycling.

Um 17:00 bekomme ich Besuch von Freunden, die auch in HH waren. Auch er läuft innerhalb von 3 Wochen den zweiten Marathon. Wir hören uns zusammen im Womo das spannende Bundesligafinale an und machen uns dann noch mal auf den Weg zur Messe, um unsere Nudelgutscheine einzulösen. Da ich meinen schon verfuttert habe, geh ich zur Startnummernausgabe, um dort evtl. einen Extraschein zu schnorren. Es funktioniert. Ein Nachmelder will seinen Gutschein nicht und ich opfere mich für die Verwertung.
Tomatensoße ist aus. Es gibt Erbsen-Schinken Soße. Leicht, lecker, gut. Ein Erdinger Alkoholfrei dazu und die Damen der Band "Midnight Ladys" machen griesgrämig Soundchecks. Anscheinend funktioniert's nicht so gut und wir taufen die Combo kurzfristig um in "Mitleid Ladys" woraus im späteren Verlauf des Abends dann "Mitleid Girls" wird.

Um 20:15 wollen wir einen Sportskamerad und Womo-Mitschläfer vom Bahnhof abholen. Prächtig! In den 3 Minuten, die wir aus dem Zelt zur Straßenbahnhaltestelle gehen, durchtränkt uns ein Gewitterschauer von oben bis unten. Am Bahnhof kaufen wir noch Frühstück. Ein trockenes Brötchen. Den Tip hab ich mir bei einer 13-jährigen Marathonläuferin abgeschaut.

Außerdem werde ich von einer Junggesellinnen-Abschieds Gesellschaft gedrängt ein Teil meiner Unterhose raus schneiden zu lassen. Als Gegenleistung wird mir ein Pfläumli angeboten. Ich verweigere bezugnehmend auf meinen Marathontag. „Achhh!“ Da hätte die Junggesellin doch was für mich und zaubert ein rosa Schwein aus einem Korb.

"Das bringt Glück! Ein Euro!"

Toll, grad sollte ich noch was bekommen, jetzt soll ich ein Euro für ein häßliches Schwein mit noch häßlicherer Mütze zahlen, welches vermutlich schon zweimal von einem 40-Tonner überfahren worden ist. Wenn's hilft. Ich kaufe es.
Tschüß! ich muß zum Bahnsteig.

Hoppla! Dort angekommen vermuten wir, der Sportskamerad ist mitsamt seinem Fanclub angereist, aber es stellt sich raus, das es die Würzburger G-L-U-B-B Fans waren, die den achten Platz des 1.FCN feiern und fast den gesamten Zug in Beschlag haben.

Wir latschen zurück ins Zelt um Mitleid zu spenden. Jetzt ist Schluss mit Erdinger alkoholfrei. Die Endphase der Vorbereitung hat begonnen. Ich hol mir eine Halbe Pils. Die Mitleidgirls spielen schon besser und die Stimmung im Zelt steigt. Der Zustand der Leute läßt darauf schließen, das nur noch wenige Marathonis anwesend sind.

Wir haben eine Menge Spaß u.a. mit David, einem - wie sagt man ohne jemanden zu nahe treten zu wollen - Schwarzafrikaner mit Rastalocken. Er behauptet mit seinen anderthalb Promille steif und fest er läuft schneller als ich, weil er Afrikaner ist und Afrikaner laufen nun mal schneller als Europäer, das ist Fakt. Vorgestellt hat er sich übrigens mit den Worten

"Hello, were are you from. I'm Underfrangge."

Ein lustiger Typ. Wir wetten wer schneller läuft um ein Bier und verabreden uns für den nächsten Tag um 9:00 am Start. Um es vorweg zu nehmen. Er war nicht da. ;-)
23:00 Uhr und drei Radler später machen die Midnight Ladys ihrem Namen keine Ehre und erklären ihr Programm für beendet.

Es reicht auch. Ich habe die nötige Bettschwere. Ein lustiger Abend ist zu Ende. Ohne irgendetwas rausgelegt zuhaben hauen wir uns auf's Ohr.

Der Tag des Marathons 14.05.2006:

Der Wecker ist auf 6:15 gestellt, aber wir werden vorher vom Regen geweckt, der auf's Wohnmobil prasselt. "Egal" denke ich mir. Bis zum Start sind's noch fast drei Stunden, da kann sich noch viel ändern. Ich döse bis halb, mach dann Mucke an und leg mich noch mal hin. Kurz vor sieben, der Regen hat aufgehört und es kommt Leben in die Bude. Routiniert habe ich relativ schnell mein Körper mit Brustwarzenpflaster und Creme präpariert, mein Zeug rausgelegt und Kaffee gekocht. Mein Sorgenkind, das linke Knie fühlt sich an als ob eine kraftvolle Riesenpranke das Knie umschließt, fest zudrückt und mir den Daumen in die Kniekehle bohrt. Ein leichter Krampf in der Kniekehle? Gibt es so was? Ein komisches Gefühl, aber ich bin irgendwie gelassen.

Um halb acht bekommen wir Besuch von den Freunden von gestern. Wir sitzen im Wohnmobil, trinken Kaffee, ich zuzell an meinem blanken Brötchen und wir beobachten das entstehende Chaos auf dem Parkplatz aus den Fenstern. Es ist schon wieder lustig und völlig entspannend.

8:10 Langsam steigt die Nervosität bei mir. Ich gehe zum Einlaufen, höre bewährt Iron Maiden und drehe vier große Runden auf dem Chaosparkplatz. kurze Steigerungen.

8:30 leichte Schweißperlen zeugen davon, dass ich warm bin. Die Pranke um's Knie hab ich während des Laufens abgeschüttelt. Ich fühl mich sehr gut.
Kurz im Wohnmobil, entscheide mich doch für die weiße Kappe, anstatt der Schwarzen aus HH. Dazu trage ich ein weißes Shirt mit hellblauem Singlet drüber. Dunkelblaue Tight wie in HH. Schuhwerk: Meine Brooks Axiom.

8:45 ich betrete den Startblock. Die Konzentration steigt automatisch und wird nur dadurch unterbrochen, daß ich mich über zwei Läufer ärgere, die mit einer viel schlechtern Zielzeit meinen, sie müßen in der vierten Reihe stehen. Sieh zeigen sich einsichtig und gehen weiter nach hinten.

8:55 wieder Konzentration. Von hinten drängeln sich zwei Personen nach vorne. Ein Typ mit blauem Singlet und ein Mädel mit rotem Shirt, das eine Statur wie Jule Aßman hat - 1,55m 40kg aber 27 Jahre. Beide sind Zugläufer und haben Luftballons auf welchen "2:59" steht. Wie ich später mitbekomme, sind sie ein Ehepaar.
Stefan Schmidt (Nr. 1675 – PBZ 2:46) und Friederike - „Rike“ - Back (Nr 31 – PBZ 2:56). Ich werde mich im gesamten Verlauf des Marathons nicht weiter als 7 Sekunden von Ihnen entfernen.

9:02 Ein Mörder-Kanonenschlag startet das Rennen. Rike läßt Ihren gelben Ballon auf den ersten hundert Metern bereits fliegen. Ich halte mich an den roten von Stefan.

9:14 Die ersten drei km in 12:02 min.
Hossa, ganz schön schnell!
Stefan braucht noch einige Kilometer um das Tempo zu finden – oder ich? Mal ist er 50 Meter weg, mal bin ich direkt hinter ihm. Ich versuche vorerst ein für mich konstantes Tempo zu laufen.

9:27 bei km 6 haben sich alle eingelaufen und einsortiert. Mit einem Schnitt von 4:07 sind wir aber sehr zügig unterwegs. Ich fühl mich wohl.

9:43:35 Kilometer 10 in 41:35, d.h. knapp 4:10 min/km. Höllisch schnell. Ich dreh mich um. Vor und hinter uns sind große Löcher. Ich überlege und entscheide obwohl es zu schnell ist, daß ich an Stefan und Rike dran bleib, da es relativ windig ist und man in der großen Gruppe Windschatten hat. Die Gruppe ist ca. 30 Mann und eine Frau stark. Noch sind die Halbmarathonis dabei, die den Halben unter 1:30 laufen wollen.
Zwischen km 10 und 11 hat der Regen große und teilweise tiefe Pfützen hinterlassen. Dadurch gibt es immer wieder Unruhe in der Gruppe. Keiner will in die Pfützen latschen und sich nasse Schuhe holen. Die ein oder andere Berührung mit Arm und Bein ist an diesen Stellen unvermeidbar.

Erhöhte Sturzgefahr!

Man muß sich wirklich konzentrieren. Es laufen maximal drei nebeneinander. Ansonsten geht es aber sehr sportlich zu. Getränke werden an den Verpflegungsstellen immer durchgereicht, damit die die nix erwischt haben auch was bekommen. Im Süden der Strecke haben sich zu dem zwei super Bands postiert. Es macht Spaß.

10:13 km17 es ist nicht viel passiert zwischenzeitlich. Wir laufen immer noch knapp unter 4:10 - eher 4:09. Jetzt geht es in die Altstadt von Würzburg. Sehr viel scharfe Kurven, Mülleimer, Bänke, Straßenbahnschienen, Kopfsteinpflaster, Samba Band und super Stimmung. Eine Mischung aus Gefahr und Vortrieb.

10:21 Km 19 wir laufen an dem 40km Schild vorbei. Ich hab die Hosen voll, wenn ich daran denke, daß ich hier in gut anderthalb Stunden wieder die Kopfsteinpflasterpassagen laufen muß. Aber dann sind es nur noch 2km. Alter Schwede! Bin gespannt wie's mir da geht.

10:29:52 km 21,1 Der Zielsprecher ruft

"Da ist die 3-Stunden-Gruppe. Boooahh, die sind schnell unterwegs!"

Halbmarathon in 1:27:52 (4:10) d.h. wir sind auf 2:55:44 Kurs.

Ohhh Gott, wenn das mal gut geht!

Es geht in die zweite Runde. Unsere Gruppe verkleinert sich durch den HM nur wenig. Mit eingefangenen Läufern sind wir immer noch gut 20 Mann (und eine Frau).

km 22 Sascha Burkhardt vom TSV Ebermannstadt kommt uns entgegen. Mit ihm und der Nürnberger Marathoninstanz, Hannes Schmidt, durfte ich im Februar mal in einer 6er Gruppe einen 26km-Lauf absolvieren als er gerade aus dem Trainingslager kam (Wochenleistung über 200 km !!). Im Rennen ist er an dritter Position und wird diese auch mit einer Zeit von 2:26:24 als bayerischer Meister im Ziel halten. Nur die zwei Kenianer sind vor ihm. Ich will ihm etwas motivierendes Zurufen, schreie aber nur "Saschaaaa!". Er kuckt und wundert sich. Der arme Kerl läuft wirklich mutterseelen allein, ca. 6 Minuten vor ihm die Kenianer und hinter ihm ist auch nix zu sehen. Nicht mal ein Radfahrer an seiner Seite. Nur Wind und Pfützen sind seine Begleiter. Da haben wir es in der üppigen 3-Stunden Gruppe richtig luxuriös und gemütlich.

10:44 km 24,5 eine scharfe Linkskurve. Manche laufen über den Bordstein, auf dem eine Toilette steht. Wie bei einem Kreisverkehr laufen die einen links, die anderen rechts vorbei. Danach kommt es zum Zusammenschluss und alle versuchen sich wieder einzuordnen.
Da passiert es!!
Der Wolfgang-Petri Typ aus unserer Gruppe, prallt mit einem von rechts kommenden Läufer zusammen und macht sich vor mir komplett lang. Ich springe gerade so über seine Haxen und sehe noch aus dem Augenwinkel, wie der Unfallgegner umdreht und "Wolle" aufhilft. Da der Sturz an vierter Position passiert ist, ist die Gruppe etwas zerrissen. Sie findet aber auf 300 Metern wieder zusammen. Auch "Wolle" ist nach 400 Metern in bester Lance-Manier wieder da und reiht sich gleich wieder vorne ein.

11:16 km 32 es ist nicht viel passiert. Die Gruppe umfasst immer noch gut 20 Mann. Die tiefen Pfützen haben wir wieder hinter uns gelassen. Das Tempo ist jetzt etwas langsamer bei 4:14 min/km. Obwohl die Muskeln schon etwas härter werden fühl ich mich immer noch gut. Keine Schmerzen und mit dem Magen-Darm ist auch alles i.o. Eigentlich hat das Rennen auch noch nicht angefangen. Spätestens ab km 35 wird es für jeden persönlich zur Sache gehen. Ich habe einen heiden Respekt vor den letzten 10km.

11:23 km 34 Urplötzlich wird das Tempo vorne flotter. Jetzt tut es langsam weh. Was ist los? Geh ich grad kaputt? Der Zwerg von Rike schlägt ein sehr hohes Tempo an. Ihr Mann Stefan läuft neben Ihr. Ich bin ziemlich weit vorne und geh auch mit. Jetzt geht es auch noch diese scheiß Brücke zur Schnellstraße hoch. Rechts sind noch paar Büsche und Rike langt sich mit zwei Händen an die Hose und ist schon rechts in den Büschen verschwunden. Bei mir klingelt’s, aber ich bin irgendwie platt. Stefan ist alleine vor mir und hat ein 10 Meter Loch gerissen. Das gibt's doch nicht. Das muß doch zu gehen. Ich bemühe mich. Und mit einem, der von hinten kommt schaffen wir es den Abstand zu verkürzen. Der Wind kommt scharf von links, also Nordwest. Stefans Luftballon steht praktisch rechts neben ihm und prallt immer an die Laternen der Brücke. Die Nächste Laterne! Und RATSCH, ab das Teil. Er verabschiedet sich im Steigflug Richtung Südosten.

Mist, was soll das denn jetzt heißen?

Resümee der Konrad-Adenauer-Brücke:
Drei Stunden Luftballon weg! Gruppe zerschossen!
Wir sind noch 4 oder 5 Leute!

11:29 km 35 "Ich bin wieder da!" Schallt es fast fröhlich von hinten und der Floh mit dem roten Shirt läuft wieder nach vorn zu ihrem Mann. Die Dame hat heute definitiv mehr drauf als diese verschissenen 3 Stunden.

11:33 km 36 Seit km 26 nehme ich übrigens im Abstand von ca. 2-3 km (je nach Verpflegungsstellen) Squeezys zu mir. Kurz vor km 36 ist eine weitere Verpflegungsstelle. Ich hau mir 50 Meter vorher ein Squeezy ins Gesicht. Wir laufen mit 5 Leuten auf die Wasserstelle zu. Es stehen drei Leute da mit je zwei Bechern. Eigentlich kein Problem, doch plötzlich bricht vor uns ein Läufer halb zusammen. Die Helfer halten die Becher immer noch in die Strecke, schauen aber zu anderen Seite. Ich habe die Chance zwei Becher zu entreißen.
Der Erste: KRATSCH!
Der Zweite: KRATSCH!
Zweimal rinnt mir Wasser durch die Hand und ich habe einen zersplitterten Plastikbecher in der Hand. Das Squezzy klebt im Hals, ich koche vor Wut auf die Helfer und lecke das restliche Wasser von meiner Hand ab.
(Sorry, das ist nur im Affekt des Wettkampfs. Ihr Helfer macht wie immer einen tollen Job. Danke! Aber Papierbecher wären gut.)

11:37 km 37 wir laufen immer noch einen 3-Stunden-km-Schnitt von 4:15 plusminus eine Sekunde, aber ich merke, wie langsam die Kraft schwindet. Es wird zunehmend schwerer die Hacken von Rike und Stefan zu halten. Ich glaub es sind nur noch ein bis zwei andere Läufer um uns rum. Ab 38 stehen die drei Kilometer durch die Altstadt bevor. Scharfe Kurven, Mülleimer, Bänke, Straßenbahnschienen, Kopfstein-pflaster, ... mir graut davor. Ich hoffe auf die Zuschauer.
Tragt mich ins Ziel, BITTE!

11:42 km 38 unter der alten Mainbrücke hindurch. Hier ist Samba total! Das pusht schon mal trotz leichtem Anstieg hoch zur Altstadt.
Wir laufen weiter. Es wird stiller und leerer. Hier waren vorher überall Zuschauer. Jetzt nur noch vereinzelt. Die Kaffees sind leer, eine Band baut ab oder macht grad Pause. Wo seid Ihr??? Ich brauch Euch!!! Mir geht es zunehmend schlechter. Die Tücken der Altstadt fordern zusätzlich Tribut. Zu fünft laufen wir aufgereiht hintereinander auf einer Linie von flachen Steinen, die zwischen dem Kopfsteinpflaster eingelassen sind.

11:48 km 39,5 Die Residenz links existiert nicht für mich. Ich gebe komische Töne von mir. Eine Mischung aus Schluchzen und Stöhnen. Richtig dreckig geht's mir jetzt. Ich laufe neben Stefan.
"Scheiße! Wo sind die Zuschauer?" bring ich grad so raus.
Er: "Wir haben Luft!"
Ich: "Ich nicht!"
Er: "Eineinhalb Minuten"
Ich: "Ich will’s nicht wissen!"
Mir dämmert’s: 2500 Halbmarathonis, deren Fans und Angehörige mittlerweile im Zielbereich sind dünnen die Zuschauer in der Altstadt richtig aus und ein großer Teil der Marathonangehörigen steht auf der anderen Main-Seite, um die Vierstundenläufer anzufeuern.

11:50 km 40 Stefan läßt sich zurückfallen. Rike ist vor mir. Fliegt immer noch Gazellen gleich über den Untergrund. Ich drücke Kilometer 40 ab und kucke nicht auf die Uhr. Auf die Uhr schauen wäre jetzt wie bei einem Ausreisversuch zurückzuschauen. Eine Schwäche! Ich will das Tempo halten und MAX geben. Ich beiß die Zähne zusammen. Blecke sie dabei. Meine Augen sind zugekniffen. Mein Blickfeld ist nicht 16:9 sondern 50:9. In dem Schmalen Streifen sehe ich nur Rikes Hacken hoch und runter gehen. Es gelingt mir dran zu bleiben, aber sie nimmt immer wieder raus, schaut sich um, läßt mich überholen, kommt wieder vor.
Was macht sie? Hat Stefan jetzt auch Probleme? Ich kann es mir nicht vorstellen.
Ich weiß nicht mehr, ob sie mich noch über die alte Mainbrücke zieht. Auf jeden Fall läßt sie sich irgendwann zurückfallen. Ich laufe den letzten Kilometer alleine. Ich bin mir immer noch nicht sicher ob ich es schaffe.


Die rechte Wade zuckt in einer Rechtskurve.
Mir bleibt fast das Herz stehen!
Trance! Laufen!

KM 42 leicht bergab, links Kurve, ich seh das Ziel, jetzt bin ich mir sicher.


Ich schaff’s!

Ich laufe nicht schnell, nicht langsam, einfach Laufen. Das Surren und Piepen der Zeitmessmatten ist ein Violinenkonzert. Ich krieg noch eine Beckerfaust zustande und laufe über die Ziellinie.


2:58:25

steht auf meiner Uhr (offiziell wird es eine 2:58:20).
Fassungslosigkeit!
Gefühlsexplosion!
HAPPY! WAHHHNNNSIIINNNNN!!!

Dag und Claudia stehen direkt am Zielbereich und sind meine ersten Gratulanten. Ich bin sowas von Happy. Gibt es gar nicht! Die Beiden warten noch auf Dirk, der leider bei seinem dreizehnten Marathon zum zweiten Mal knapp an den Vier Stunden scheitern wird.

Aber Dirk, Du hast Potential mindestens für 3:30! Doppelschwör!!! ;-)

Ich mache mich auf den Weg in die Zielverpflegung. In der nächsten halben Stunde laufe ich wie ein kleiner Vulkan umher. Ständig geschüttelt von Gefühlserruptionen. Ich unterhalte mich mit andern Läufern aus der ehemals großen Gruppe. Immerhin sind 20 Leute nach mir auch noch unter 3 geblieben. Einige haben es geschafft, andere nicht. Bei Stefan und Rike bedanke ich mich natürlich auch noch persönlich nachdem sie ihre ganzen Interviews gegeben haben.
Die beiden sind DAS Läuferpaar in Würzburg.

Auf den letzten 2195 Metren habe ich übrigens 48 Sekunden eingebüßt. Gut das ich nicht mehr auf die Uhr geschaut habe. Sonst hätte ich möglicherweise noch ein psychisches Problem bekommen.

Meine Zeit wäre ohne den Einbruch 2:57:32 gewesen. Eine Sekunde entfernt von Schätzungen bekannter Marathon Instanzen ;-))) Hammer!

Um ca. 14:00 Uhr haben wir den Heimweg angetreten. Bei meinen Eltern habe hab ich zum Muttertag ein schmuziges Wohnmobil für lecker Spargelsalat mit Latte Machiato eingetauscht. Toll wa? Aber das holen wir nach. Versprochen! Es ging leider nicht anders ;-))
Am Abend hatte ich noch ein schöne Feier mit einigen Freunden, ohne die der Tag nur halb so schön gewesen wäre.

Meiner Familie, Freunden, Unterstützern, Ausrüstern, „Trainern“, Trainings-Tippgebern, den Marathonveranstaltern, Helfern, Zugläufern und „Anmichglaubern“ sei hiermit ein ganz herzliches

DANKE !!!

gesagt.

Ohne Euch wäre ich nichts und eine Sub-3-Marathonzeit wäre nie zustande gekommen.

ein glücklicher
Sub-3-Finisher
Christoph alias b-l-a-u

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Foto Team Müller

Buchstabendosis erhoehen ...