Samstag, 3. Januar 2009

Auf zu neuen Ufern

Hier bin ich, um nach langer Zeit mal wieder ein paar Buchstaben zu blog zu bringen. Möglicherweise werden die entstandenen Zeilen dem ein oder anderen Auge zum Fraß vorgeworfen. Ich hoffe es gibt keine Verstimmung, ob der selten gewohnten Kost.

Zunächst aber möchte ich Allen alles Gute für das Jahr 2009 wünschen.
Ich wünsche Euch Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.
Bleibt fit und freut Euch des Lebens.

So, und nun will ich mal meine Planung für 2009 beleuchten.
Meine Umfrage hat ein interessantes Ergebnis geliefert. Ich hätte ja schon mal gerne gewusst, wer alles (was) abgestimmt hat :-)
Nun ja ...


Auf Platz 5 landeten gemeinsam "was anderes" und der "irontown triathlon".
"Was anderes" birgt natürlich Potential, aber bisher habe ich keine anderen sportlichen Highlights für 2009 in Erwägung gezogen. Es gibt da etwas, was mich beim Betrachten der EOFT sehr zu reizen begann, aber dieser Wettkampf ist noch ziemlich unwahrscheinlich für 2009.
Für den "irontown triathlon" bin ich [g]emeldet. Ist die Frage, ob er zum Highlight taugt!?

Nicht weit entfernt davon, landete auf Platz 4 "Ausbildung zum yogameister".
Ok, der Yogameister soll es nicht wirklich sein, aber reizen würde mich so ein Kurs schon mal. Mein Einschätzung: Umsetzung fraglich, Potential zum Highlight gering.

Mit dem 3ten Platz hält wieder ein "langdistanztriathlon" im Ergebnis Einzug.
Im Prinzip war die Vorstellung eine weitere Langdistanz zu absolvieren nicht ganz abwegig und unter anderen klimatischen Vorraussetzungen als 2008 hätte diese Variante durchaus eine Chance auf "Highlight 2009" gehabt. Leider wurde mir die Möglichkeit schon sehr bald genommen, da alle Langdistanztriathlons in Europa so was von schnell voll waren, daß mein Zögern zur Disqualifikation dieser Option geführt haben.

Betrachten wir die verblieben zwei Möglichkeiten, welche sich den ersten Platz teilen, kommen wir einem möglichen Highlight aber sehr Nahe.
Mit dem "Rennsteiglauf" liegen alle Tipper ganz weit vorne, denn der Entschluss diesen bestreiten zu wollen, ist schon gefallen. Zumindest vorbereitungstechnisch mausert er sich jetzt schon zum Höhepunkt ... [g]emeldet bin ich ... mal sehen :-)
"Nix sportliches" kann selbstverständlich auch zum schönsten Erlebnis 2009 avancieren, ist doch der Sport, zwar ein wichtiger, aber eben nur ein Teil meines Lebens.

Ich bin gespannt was 2009 bringt!? Die Eckpfeiler sind gesetzt.

Tja das war's erstmal wieder.

Spätestens vom Rennsteiglauf gibt's wieder ein Bericht ... wenn alles gut geht.
Vielleicht auch schon vorher ;-)

Auf zu neuen Ufern!!!
Ahoi,
b-l-a-u

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Saisonplanung 2009

- [g] = gemeldet -- [?] = evtl. -- [:-)] = scho gern -- 02.09.2008 -

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01 |28.03.2009| Stadtwaldlauf Fürth | 21,1 km | 1:30:33 3.AK :)|
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02 |11.04.2009| Nika Sport Lauf | 10 km | 0:39:48 1.AK|
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03 |19.04.2009| Obermain Marathon | 42,195 km(681Hm)| [3:08:39] |
Offiziell: 6.Platz / 3.AK
leider bin ich mit vier weiteren Top10er und der 1.Frau bei km 38 falsch gelaufen, so dass wir einen guten Kilometer abgekürzt haben :-((
Inoffiziell wäre es wahrscheinlich auf 3:13:??, 3.AK und den 7.Platz rausgelaufen.
Meine Körner für das Finale sind leider dem Frust zum Opfer gefallen.
Da dreht man echt durch, wenn man das im Finale merkt.
Aber geteiltes Leid ist halbes Leid. Rennsteig ich komme! :-)

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04 |01.05.2009| Moritzberglauf | 10 km (363Hm)| [0:46:40] |
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05 |16.05.2009| Rennsteiglauf | 72,7 km (1490Hm)| [6:35:47] |
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07 |23.05.2009| Landkreislauf | 5,7 km | [0:19:55] 3.Ges |
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08 |06.06.2009| IRONTOWN Triathlon | 1,9/90/21,1 | [5:09:16] |
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09 |17.06.2009| Funrun Südwestpark | 10,7 km | [0:41:57] |
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10 |05.07.2009| 21. Wallenstein-HM | 21,1km (333Hm) | [1:34:17] |
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11 |01.08.2009| Anitas Swim & Run | 400m swim | [~7:50min] |
Gedenkveranstaltung für eine Triathletin des Team Klinikum Nürnbergs, die an Pfingsten beim Radtraining tödlich verunglückte.
Staffelteilnahme mit Sektion Pokalverbot. First out of water Staffel :-)
Nächstes Jahr wieder zu Deinen Ehren, Anita!

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12 |02.08.2009| Altstadtfestlauf Hersbruck | 10 km | [0:40:25] :-(|
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13 |20.08.2009| 5. Pellwormer Trifun | 0,5/ca.20/5 | [1:03:39] |
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14 |30.08.2009| HH Heldenlauf | 21,1km(348Hm) | [1:29:17] |
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15 |20.09.2009| Berlin Marathon | 42,195 km | [2:56:39] PBZ |
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16 |03.10.2009| Stadtlauf Nürnberg | 10,3 km | [0:38:07] |
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17 |10.10.2009| Wild West Seven | 7 km | [0:25:43] 1.Platz|
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18 |18.10.2009| Malle Halber | 21,1 km | [1:22:42] PBZ |
Start und 3.Platz beim TUI Running Award mit den Wackel-Champions :-)
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19 |08.11.2009| LGA Indoor Marathon | 42,195 km | [3:15:10] |
Flasche leer!!! Geiles Sports-Jahr :-))
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Freitag, 3. Oktober 2008

Nummer 17 lebt

### Balingaloppierer ###
Schee war's :-)
b-l-a-u

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Mittwoch, 6. August 2008

Dienstag, 5. August 2008

Quelle Challenge 2008 – Flip im Regen - Teil IV

Dies ist die Fortsetzung von Teil I, II und III

Musculus gastrocnemius-
Weit entfernt von der Quelle ihrer kinetischen Energie wabbert die rote Soße mühsam durch den losen, breiten Schlauch. Überall in ihr treiben und driften nahezu orientierungslose Kurierdienste, die manch Sportler zu Hauff illegal beschäftigt. Die Lieferung dieser Boten besteht aus O-Zwei und sie sind verzweifelt bemüht um eine schnelle Zustellung, was durch die diffuse Fließgeschwindigkeit aber erschwert wird. Plötzlich geht ein Ruck durch den Schlauch. Die Wände straffen sich und der Durchmesser wird kleiner. Ein altes Physikgesetz besagt, dass die Fließgeschwindigkeit bei gleich bleibendem Volumenstrom und geringer werdendem Durchmesser steigt. Es kommt Bewegung in die Zustellszene.

Ich sitze in der zweiten Wechselzone und habe meine Kniestrümpfe angezogen - so stell ich mir deren Wirkung vor.

Auf Platz 1111 liegend habe ich mein Rad abgegeben. Trotz meiner Sondereinlage beim Umziehen habe ich nach der Wechselzone 48 Plätze gut gemacht. Heidi, das gibt schon mal nen Pluspunkt, oder?

Am Ausgang der Wechselzone gibt es gleich eine ausgiebige Verpflegung. Aufgebaut in kleinen Buden. Manche Mitsportler stehen davor, wie bei einer Bratwurstbude am Jahrmarkt und studieren die Auslagen. Irgendwie treibt mich mein Sportsgeist immer noch so voran, dass ich mir nur schnell einen Becher Wasser schnappe und weiter renne, um zehn Meter später wieder ein paar treue Anfeuere abzuklatschen – meinen Bruder Mathias, Didi und Biljana. Da ich 5 Minuten zu schnell bin, verpasse ich leider knapp Andrea, Mona, Nici, Jörn und Ben, die die Strapazen des Dauerregens auf sich genommen haben. Merci an dieser Stelle noch mal.

Die ersten vier Kilometer geht es zum Kanal. Hier gilt es sich zu sortieren und seinen Rhythmus zu finden. Das gelingt mir ganz gut. Ich laufe die ersten Kilometer zwischen 4:50 und 4:55 min/km. Bei Kilometer 3 kommen mir Renata und Uwe entgegen. Ein weiterer Wegbegleiter und vor allem –bereiter der Tramuntana-Tour auf Malle. Die beiden schenken mir aufmunternde Worte, welche ich dankend aufnehme.

Kurze Zeit später erreiche ich dann die Lände und biege links auf den Kanalweg Richtung Schwand ein.
Zeit für einen Imbiss! Ich presse mir ein Powergel Black Currant rein, von welchem ich noch 3 Stück im Picknicknetz meines Einteilers herumtrage. Mit einem Schluck Wasser spüle ich es herunter. Dong! Mein Körper dankt es mir mit einem sofortigen Haken auf den Magen. Ach Du Scheiße, nicht schon wieder!
Ich laufe weiter, werde von Michel und Manu mit motivierenden Worten bedacht und treffe den Meister, der mir entgegen kommt. Er schaut verbissen, wie man es von ihm im Wettkampf kennt. Er wird heute seinen dreiundzwanzigsten (!!) Ironman finishen. Ihm habe ich einen Großteil von dem zu verdanken, was ich am heutigen Tage zu leisten im Stande bin.

Kilometer zehn. Ich kann die Laufgeschwindigkeit halten und steuere auf die Schleuse Leerstetten zu, während der Himmel seine Schleusen wieder ein wenig geöffnet hat. Es nieselt wieder leicht.
Meine Ernährung stelle ich kurzer Hand um. Ein Stand Iso und am nächsten ein Gel plus Wasser. Mein Magen ist dadurch wieder freundlich gestimmt, denn das Zeug von Sponser ist echt gut. Genauso wie die Stimmung an der Schleuse. Ich höre meinen Namen, genieße die Atmosphäre und renne an einer Hüpfburg vorbei.
Gehüpft wird später!

Kurz danach kommt mir ein Typ entgegen, der geschätzte 120 Kilo hat. Bekleidet ist er mit einer Badehose, einem Triathlontop und einer Startnummer. Unfassbar was manche Leute machen. Sollte ich wirklich in der Wertung schlecht gekleidetster Triathlet nominiert werden, ist das ein uneinholbarer Konkurrent. Trotzdem empfinde ich Respekt.

In Schwand läuft man kreuz und quer durch den Ort, so dass einem halb schwindelig wird. Ich nutze diese Gelegenheit um mich mit meinem Salzspender zu beschäftigen, welchen ich seit Anfang des Radelns in Gebrauch habe um Krämpfen vorzubeugen. Es gibt ja diese Saltsticks für 25€, mit welchen man dann die Salztabletten für 30 Cent pro Stück raus drücken kann.
Klar! Man kann sein Geld auch an Steine binden und im Kanal versenken. Ich bin ja nicht blöd und habe mir eine total super Lösung einfallen lassen. Schwedentabletten sind gepresstes Kochsalz und 100 Stck davon sind für schlappe 4€ in der Apotheke zu haben. Dazu gibt’s ne Packung Smint, deren Inhalt nicht nur den Atem erfrischt, sondern auch perfekt zum Spenden der Schwedentabletten ist. Ich hab mir’n zweites Loch in’n Po gefreut, als die Schwedenpillen zu Hause eins A dosiert aus dem Plastikteil kullerten. Naja, soviel zum Praxistest in nicht genau definierten Wettkampfbedingungen. Ich hätte das ganze wohl noch mal unter der Dusche testen sollen, denn seit 10 Uhr hat sich das Salz in meiner super tollen Smintpackung mit dem Regenwasser verbündet und verweigert hartnäckig die Wiederkehr ans Tageslicht. Nach 12 Mal Schütteln und 17 Mal Drücken habe ich ein akzeptables Häufchen NaCl auf meiner Handfläche und sauge es auf. Schmeckt lecker, wenn man ständig das süße Zeug futtert. Unter trockenen Bedingungen ist die Smintpackung auf jeden Fall wettkampftauglich und weiter zu empfehlen.

Mit dieser Geschichte haben wir Schwand, wo sonst nichts Aufregendes passierte ist, hinter uns gelassen und ich kämpfe mich wieder Richtung Lände zurück. Bei Kilometer 16 hole ich das 120Kilo-Modell ein. Von hinten sehe ich, dass irgendetwas Dunkelfarbiges zwischen seinen Beinen runter rinnt. Mein anfänglicher Verdacht wird nicht dadurch entschärft, als ich merke, dass das Zeug rote Soße ist. Mann O Mann, der Typ hat sich einen Wolf gelaufen, dass alles zu spät ist. Ich empfinde Mitleid, als ich überhole und kann mir nicht vorstellen, dass ich diesen Athleten heute noch mal sehe.

Gel, Iso, Gel ... der Ernährungsrhythmus funktioniert bei mir gut. Dafür werden meine Schnitte kontinuierlich langsamer. 5.03, 5.07, 5.15. Die Beine werden schwer. Der Wille, das Tempo zu halten, schwindet und ich habe einen ersten Tiefpunkt beim Laufen. Leider finde ich auch keinen Läufer, mit welchem ich ein Tempo laufen könnte. Die meisten überhole ich. Die Staffelläufer mit dem S auf der Wade, die mich zu diesem Zeitpunkt überholen, sind größtenteils auf einem 3h Marathon unterwegs. Keine Chance!

Einen Kilometer weiter habe ich schließlich einen Mitläufer gefunden. Mathias begleitet mich 10 Minuten und ich sehe das erste Mal den kompletten Spruch auf seinem Shirt:
„My Brother is an Ironman!“
Ich freue mich und bin echt gerührt. Wenn ich bloß schon einer wäre!
23 Kilometer liegen noch zwischen Iron Maiden und Man. Die Vorabglückwünsche meines Bruders zu den gewonnenen 50 Liter Bier weise ich mit Verweis auf mögliche Katastrophen zurück.
Auch wenn ich nicht viel zur Konversation beigetragen habe, haben mich die vergangenen Minuten voran gebracht. Ich werde zwar nicht schneller, aber das Gefühl der Ermüdung ist etwas weniger. Genau genommen werde ich sogar noch langsamer. Auf dem Weg zum zweiten Wendepunkt verschandeln sogar Zeiten über 5.30 min/km meine Uhr. Mein Puls hat sich bei 140 eingependelt mit leicht sinkender Tendenz. Manchmal bin ich sogar bei 133. Trotzdem krieg ich nicht mehr Druck auf den Turnschuh.

Von Eckersmühlen zum zweiten Wendepunkt ist es sehr eintönig. Eine breite Straße im Wald. 3km hin, 3km zurück. Am Wendepunkt liegt eine Tartanmatte. Beim Überlaufen wird der Chip, den ich am Bein trage durch ein magnetisches Feld aufgeladen und aktiviert. Gleichzeitig sendet er meinen Identifikationscode an das Zeitmess-System, das die Daten in Echtzeit an den Computer zur Auswertung übermittelt. Bits und Bites schießen mit Lichtgeschwindigkeit ins Web. Wenige Augenblicke später wird der Aktualisierungsbutton eines Webbrowsers in Cadolzburg gedrückt. Die Reaktion der Bildschirmbetrachter ist Sorge, weil der mitgerechnete Laufschnitt nun stärker abgefallen ist …
Virtuelle Anfeuerung! Nicht gehört, nicht gesehen und trotzdem gefühlt. Ein „Gracias“ an dieser Stelle auch denen, die beim Livetracken mitgefiebert haben.

Kilometer 31. In der Realität fängt es wieder richtig das Schütten an und wie auf Kommando dazu die Stimme aus dem Fond:
„Pipiiii!“
OOOOKKKKAYYY

‚So, alles klar jetzt?’
„Sind wir bald daaaa??“
‚Schnauze!!!’

Ich habe das Gefühl es geht leicht bergab. Meine Turnschuhe fallen von leichtem wieder in schnellen Galopp. Irgendwie scheint mich der Regen eher zu beflügeln als zu deprimieren.
Eckersmühlen. Petrus muss da oben einen Wasserrohrbruch haben. Es schüttet was geht. Verpflegungsstelle. Gel, Wasser, Danke. Kinder und Erwachsene im strömenden Regen. Auch die Helfer müssen dieses Wetter ertragen. Und sie helfen mit Tapferkeit und Hingabe. Ehrenamtlich. Klasse.

Nach dem Stimmungsnest Haimpfarrich, was aus einer 30 Meter langen, glitschigen Schlammrinne und einigen Zuschauern, die in einer Scheune Unterschlupf gefunden haben, besteht, geht es die Böschung zum Kanal hoch und links Richtung Lände. Der Kanalweg ist knapp 2m breit. Mit etwas Glück passen vier Leute nebeneinander darauf, was heißt, dass man nicht viele Möglichkeiten zur Spurwahl hat. Die rechte Hälfte des Weges steht 2-3cm unter Wasser.
Plitsch, Platsch, Plitsch, Platsch! Die Schuhe sind eh schon mit Wasser gesättigt. Schwerer können sie nicht mehr werden, also ab dafür. Kurz vor der Kanalbrücke kommt mir wieder „der mit dem Wolf läuft“ entgegen. Ich staune und erachte alle Schmerzen, die ich von nun an erleide, als Streicheleinheiten.
5.11, 5.03, 4.58. Geht doch!
Zur Lände und links weg in den Wald. Ich warte auf das 39km Schild, das - von 2007 - wochenlang meinen Desktop zierte. Es kommt nicht. Dafür bekomme ich noch mal Radbegleitung von Manu, Michel, Biljana und Didi. Reden kann ich nicht mehr. Gas geben schon. Der Regen hat aufgehört. Da! Das 39km Schild! Zagg! Der 40er kommt auch gleich. Kilometer 41 in 3.59 min. Ok, der Veranstalter denkt an die Psyche der Athleten. Jetzt geht es heim! Selbst die Steigung im letzten Kilometer merkt man nicht mehr. Das Spalier ins Ziel fällt diesmal dünn aus. Wahrscheinlich weggespült. Nun wird es doch wieder dichter.
Es beginnt der b-l-a-u-e Teppich.
Auch wenn das Stadion wenig von der Atmosphäre hat, die ich sonst hier erlebt habe, gerate ich in einen Schwebezustand. Schwerelosigkeit lässt mich über den wassergeschwängerten Teppich gleiten.

Die erste Gerade im Stadion.

Beckerfäuste!!! JAAAAAHHHHHH!


Kurze Gegengerade, Freude puuur!!!

Die Zielgerade eines lange gehegten Traumes.

Zeit zu Hüpfen!


In meiner persönlichen Hüpfburg mache ich einen Satz, den ich nach den vergangenen 10 Stunden und 46 Minuten nicht für möglich gehalten hätte und bei dem selbst Flip vor neid erblassen würde.
Noch einmal kurz Strahlen und dann betrete ich die Finisherzone der Triathlon Traumfabrik Roth.

Ironman!!
Ich??
Unfassbar!!!
Zeit? Eigentlich egal!
Ein Traum ist in Erfüllung gegangen! :-))

Glücklich umarme ich meinen Bruder.


Wir quatschen noch ein bisschen und ich strahle um die Wette mit den anderen Finishern, bis mich doch langsam Müdigkeit und Kälte einholen. Ich trotte schlotternd in den Verpflegungsbereich und freue mich über ein paar Wurstsemmeln, eine Massage, trockene, warme Klamotten und ein Soforturkunde.

10:46:41
660er von 2050 Finishern.

Ich bin mehr als zufrieden und kann es immer noch nicht fassen.
Grinsend sitze ich da und starre meine Urkunde an.



Das Grinsen ist bis heute geblieben und wird sicher noch eine Zeit anhalten.

Es war ein wunderschönes Erlebnis, auch wenn das Wetter nicht mitgespielt hat, habe ich einen super Tag erwischt "beim bisher härtesten Rennen in der Rother Triathlongeschichte" (Zitat aus dem Magazin triathlon 08/2008)

Was bleibt, ist die Frage, Suche und Erfüllung neuer Ziele und Träume, jeglicher Art.
Ich freue mich auf das Träumen neuer Träume und auf die Wege, die zu den Zielen führen, auch wenn sie manchmal steinig sein mögen.

Und ich möchte noch mal allen Dank sagen, die mir geholfen haben den Traum vom Quelle Challenge zu fabrizieren.

So, das war’s erstmal wieder hier von mir.
Eure Aufmerksamkeit gereichte mir zur Ehre und Freude, vielen Dank.

Bis die Tage,
Euer Christoph, alias b-l-a-u :-)

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Sonntag, 27. Juli 2008

Quelle Challenge 2008 – Flip im Regen - Teil III

Dies ist die Fortsetzung von Teil I und Teil II

180km Rad- Nachdem ich mein Rad noch ein bisschen zuviel des Guten auf dem Asphalt Richtung Brückenauffahrt schiebe, fordert mich eine Dame auf, mein Fahrgerät endlich zu besteigen. Shit, ich dachte der Radstart wäre an der Check-In-Linie von gestern.
*grrrr* - „wertvolle“ 10 Sekunden verschenkt!!!

Egal! Jetzt beginnt sie also. Die Disziplin, wegen deren Training ich jetzt hier in der Pisse rum fahre und nicht letztes Jahr bei besten Bedingungen gestartet bin. Radfahrtraining: Ein Schlüsselbein habe ich dabei verschlissen. Ok, sagen wir Teile davon. Ist ja Gott sei Dank wieder einigermaßen gut verheilt.
Vielleicht hat es ja auch was gebracht, zweimal zu trainieren.

Auch diese Disziplin habe ich mir in vier Stücke eingeteilt.
Greding, Eckersmühlen, Greding die zweite und ab dafür nach Roth.
„Dann lass uns erstmal nach Greding reiten, mein Schimmel.“

Auf der Kanalbrücke steht wieder mein Bruder, den ich mit einem schnellen Wechsel wohl etwas überrascht habe. Trotzdem bin ich mehr als begeistert von dem Enthusiasmus, den er mir beim Anfeuern entgegen bringt. Schade, dass aufgrund des Wetters ein besonders euphorischer Fan nicht dabei ist. Jonas, mein Neffe und Patenkind. In Gedanken an ihn fahre ich die ersten Kilometer Richtung Eckersmühlen.

Vom Umgebungsmedium her, unterscheidet sich die Disziplin auf dem Rad nicht wesentlich von der im Kanal. Die Temperatur ist mit ca. 16°C einige Grad kühler und der Fahrtwind tut ein Übriges um den Wohlfühlfaktor zu drücken. Kurz vor Wallesau ziehe ich deshalb meine Ärmlinge an, die ich mir beim Wechsel in die Rückentasche der Weste gestopft habe. Modisch ist diese Kombination nicht der letzte Schrei, aber wer durch Kotze krault kann auch Armstulpen schulterfrei tragen.
In Wallesau verlier ich meine 2,99€-Sonnenbrille von Onkel Albrecht als ich mit 35 km/h über einen Gulli rausche. Ein Mitstreiter macht mich noch darauf aufmerksam, aber ich brauch sie bei dem Wetter eh nicht. Ertragbarer Verschleiß!

Es geht Richtung Heideck und vom Fond schallt es plötzlich „Papa, ich muss mal Pipi“ „Mensch Junge! Wir sind gerade mal 10 km unterwegs und Du musst schon wieder!!“ So kommt es mir zumindest vor, als sich vehement meine Blase zu Wort meldet. Ok, dann fährt der Papa halt mal raus. Also am nächsten Hügel wird oben gehalten. Anscheinend haben viele Mitstreiter dieses Problem, denn stehende Triathleten säumen hier im Wald den Straßenrand wie Laternen die Allee einer Großstadt. Der Stopp ist aber in allen Belangen erleichternd und ich kann wieder konzentriert weiter treten.

Heideck: Schade, die Sektmeile ist wohl weg gespült worden!?
Selingstädter Berg: Irgendein Schlager läuft hier und trotz des Wetters super Stimmung. Toll! Vielleicht ist ja auch das die Sektmeile!? Ich weiß es nicht. Locker geht es auf jeden Fall den Berg hinauf. An der Verpflegungsstelle hole ich mir eine neue Flasche Wasser und mixe diese in der Aerotrinkflasche mit meinem Spezialgetränk. 12 Powerbargels in einer 1l-Flasche mit Wasser verdünnt (Tip vom Schweinepriester). Dazu gibt’s nen halben Riegel.


Richtung Greding rollt es gut. 35-40 km/h steht meist auf dem Tacho und ich freue mich auf die Zuschauer am Kalvarienberg. Angekommen in Greding, macht es richtig Spaß den Berg in Angriff zu nehmen. Unten steht auch einer der wenigen Bekannten, die ich an diesem Tag als Zuschauer sehe. Volker vom TCEC-Mainz. Einer der drei Weggefährten vom 220km-Tramuntana-Trip auf Malle im April.
Trotzdem es immer noch gnadenlos regnet, habe ich Spaß am Radfahren. Mir ist nicht kalt. Wahrscheinlich kommt es mir sehr entgegen, dass ich nicht mein angepeiltes Gewicht von sub80 sondern 3-4kg mehr auf den Rippen habe.

Mit Greding ist die erste Radphase abgeschlossen und es geht über Obermässing und Eysölden Richtung Hilpoltstein. Kurz vor Eysölden schallt es schon wieder von hinten „Papa, Pipi“ .. „Mann, das nervt!“ Aber was soll’s. Nach der Verpflegung Blinker rechts und stehen geblieben. Auch hier wieder eine Versammlung von genervten Familienvätern. Einige rennen halb in den Wald rein. Warum versteh ich auch nicht, aber wahrscheinlich sind es dieselben, die 3km weiter beim Flicken am Straßenrand stehen.

Auf dem Weg nach Eckersmühlen ist der Solarer Berg in Hilpoltstein ein großes Highlight. Oft war ich schon dort gestanden und da ich auch schon zweimal live bei der Tour de France zugeschaut habe, behaupte ich der Solarer Berg ist besser als Alpe d’ Huez. Der Zuschauer und Fan ist einfach näher am Athleten. Nicht physisch sondern psychisch. Da fahren nicht nur Pros hoch, sondern auch Kollegen, Nachbarn, Bekannte und Freunde. Man kennt ein paar von den Jungs und Mädels. Diese Nähe zwischen Zuschauer und Athleten ist die besondere Lava, die den Solarer Berg jährlich zur Eruption bringt.

Ca. 2 km vorher ist schon ein kleiner Hügel zu erklimmen. Es stehen einige Leute am Straßenrand und auch ein Wagen mit Musik und Sprecher ist dort. Stark! Es ist wie ein gelungenes Vorspiel. Mit 45 km/h rast man danach nach Hip rein. Oft habe ich gehört, dass man den Solarer Berg von weitem hört. Diesmal nicht. Der Regen prasselt zu stark auf Helm und Rad. Außerdem ist das Zischen der Räder über die regennasse Straße zu laut.

Da vorne sind die ersten Absperrgitter. Ich schalte auf das kleine Blatt. „Nur nicht überzocken!“ Ich bieg um die Ecke und sehe die Wand. Eine Wand voll Regenschirme. Unglaublich viele! Der Solarer Berg ist eine Bank - auch bei Dreckswetter. Auf ihn kann man sich verlassen. Zumindest in der ersten Runde. Die Gasse verjüngt sich immer weiter und man fährt auf das Spalier der Zuschauer zu. Zwischen ihnen rinnt eine nicht unerhebliche Menge Wasser den Berg herunter.
Der Rio Solar!


Ich fahre stromaufwärts und bin nahe am Delirium. Irgendwie habe ich ein Déjà-vu. Man kämpft sich ein längliches Gewässer entlang und links und rechts am Ufer stehen schreiende Leute mit Schirmen. Diesmal höre ich sie besser und die Schreie, Ratschen, Tröten und klatschenden Hände gehen direkt ins Blut. Bam! Man fliegt einfach nach oben und merkt es nicht. Hebt völlig ab. „Was ich fahre gerade Rad? Ach ja, stimmt.“ Und dann sehe ich Didi. Er hat ein Gutmann Schild in der Hand und brüllt. Lecker! Davon hatte ich gestern auch zwei Leichte, Danke. 30 Meter weiter rechts steht wieder mein Bruder und ich kann gerade noch sehen, dass er ein Oberteil an hat auf dem irgendwas mit „Brother“ steht. Ich freue mich und fliege. Schade, dass es irgendwann aufhört. Die Realität erreiche ich wieder, als ich an der nächsten Verpflegungsstelle einen Riegel und eine Wasserflasche aufnehme. Im darauf folgenden, einsamen Kilometer zwischen zwei Kornfeldern beginnt mein Kopf das vor wenigen Augenblicken Erlebte emotional zu verarbeiten. Es schüttelt mich vor Ergreifung und ich kurble noch etwas benommen weiter, als mich Thomas Hellriegel überrundet. Ich stehe! Aber dass Hell on Wheels, wie er auch genannt wird, keinen Bock hat auf Regenwetter, sehe ich daran, dass er plötzlich völlig unmotiviert Oberlenker fährt ... und dann fährt der Typ immer noch 4:27, krass.
Naja, nützt ja nix, ich muss weiter. Mörlach, Hip, Haimpfarrich. Die zweite Runde beginnt und nach Eckersmühlen geht es wieder Richtung drittes Radziel, Greding die zweite. Das Radfahrerfeld um mich ist ein buntes Nationalitäten Gemisch, was man an den Namen und den Nationalflaggen der Startnummern erkennt. Neben den Deutschen, Schweizern und wenigen Östereichern fahren Benoit, Alain, Yves, Frédéric und Jaques aus Frankreich. Yaron, Maxim, Erez, Eyal und Rafael .. was mich überrascht ist die hohe Anzahl Israelis. Alfredo, José, Miguel, Juan Pablo und Carlos. Die Spanier stellen auch eine große Fraktion. Gemeinsam spült es uns wieder über den Selingstädter Berg und der Regen hat langsam ein Einsehen. Ich stimme einen Gesang an, singe aus halbvoller Kehle und grins mir eins.

„Die Sonne scheint bei Tag und Nacht, e-v-i-v-a España …“ :-)

Prompt ernte ich komische Blicke einiger naher Fahrensleute. Die Blicke gehen von genervter Entrüstung bis hin zu einem anerkennenden Schmunzeln. Ich hab auf jeden Fall Spaß.

Die Beschreibung meines dritten Boxenstops erspare ich euch hiermit. Dafür will ich den Vierten(!) vor Greding kurz erwähnen: Ich fahre wieder raus. Armin steht schon da und ich stelle mich 2 Meter neben ihn. Wir haben einen „super“ Blick auf die Raststätte Greding und die A9, die wie mit einer langen Käseglocke durch eine 5 Meter hohe Gischtwolke abgedeckt ist. „Das ist das siebte Mal!“ höre ich Armin sagen. Ich bedaure ihn, klage mein ähnliches Schicksal und schlage vor beim Mäc Doof nen Cheeseburger zu holen. Armin ist aber grad nach Pressack und wir können uns nicht einigen. Aufsitzen, weiter geht’s! Das war das vierte Mal von insgesamt fünf Boxenstops. Entschuldigung, dass ich darüber so ausführlich schreibe. Ich bin auch sehr froh, dass ich keine Magenprobs habe, aber außergewöhnlich ist das schon. Würde es einen Pinkelsplit geben, ich wäre mit 5 Minuten ganz gut dabei.

Der Kalvarienberg steht nun das zweite Mal an. Die Steigung wurde gefühlsmäßig ein wenig nach oben geschraubt. Vielleicht liegt es auch daran, dass ein paar Zuschauer weniger da sind oder gar daran, dass ich ein bisschen müde werde? Der Regen ist endlich komplett versiegt und die Straßen trocknen ab. Bei der Abfahrt Richtung Obermässing versteuer ich mich trotzdem in der einen Serpentine total. Wie peinlich! Ich lach über mich selber und es blitzt. Ein Fotograf hat ein Bild geschossen.

Langsam wird es wirklich zäh. Das Feld hat sich auseinander gezogen und nach 140km sind die Beine doch schon angeschlagen. Eysölden, Tiefenbach und Unterrödel. Der Solarer Berg kommt wieder, aber leider ist die Wand weg. Vereinzelt stehen noch Zuschauer am Rand und feuern an. Ich bin froh über jede klatschende Hand.


Booah, die Schleife Richtung Osten zieht sich und mir kommen die erste Gedanken, ob es wirklich schlau ist, gleich noch einen Marathon zu laufen. Bei allen absolvierten Triathlons habe ich die nächste Disziplin immer herbeigesehnt. Heute ist das irgendwie nicht so. Der Saft geht langsam aus und ich schleppe mich Richtung Hilpoltstein und Eckersmühlen. Den Abzweig nach Wallesau lasse ich diesmal links liegen und nehme Kurs auf Roth. „Quäl dich Du Wallesau“ fällt mir nur ein, als ich an dem Wegweiser vorbei fahre. Ich schmunzele und eh ich mich versehe, bin ich an der Wechselzone in Roth angekommen. Etwas unerwartet, da mein Tacho erst 175 Kilometer anzeigt. D.h. ich bin fünf Minuten vor meinem Plan. Das hebt die Stimmung wieder.

Ich gebe mein Rad ab und renne in die Umkleide. Der nächste Modeknaller steht an.
Stulpen aus, Kniestrümpfe an!
Dann wollen wir mal den 42 km langen Laufsteg erkunden. Dagegen ist Germanys Next Topmodel ein Kinderspiel. Schuhe an, Käppi auf und losgerannt. Holaradio, ich freu mich doch.

Heidi ich komme!
...
... FORTSETZUNG

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Mittwoch, 23. Juli 2008

Quelle Challenge 2008 – Flip im Regen - Teil II

dies ist die Fortsetzung von Teil I

Siebenuhrfünfundzwanzig- Meine Arme durchwühlen das Wasser des RMD-Kanals und ich passiere das angedaute Frühstück eines Mitstreiters. Irgendwo hier hat er es nach einem kräftigem Schluck Kanalwasser von sich gegeben - so wurde mir später berichtet.
Nun, Eisenmänner schwimmen halt nicht in Milch und Honig und da ich einer werden will, fühle, rieche und schmecke ich nichts von alle dem.

Ich wühle weiter. Gefühlte 50% meines Gewühles setze ich in Vortrieb um. Der Rest steht der Umwälzung des Wassers und der Verwindung des Körpers zur Verfügung. Ein erbärmlicher Wirkungsgrad, aber auch ein ungeheures Verbesserungspotential.
Immerhin erspare ich mir im Kanal die schwere Orientierungsarbeit, da man bei jedem Atemzug den Kanalrand im Visier hat. Außerdem habe ich mir einen orangenen Brustschwimmer rausgesucht. Er schwimmt mein Tempo und ich kann mich prima an ihm orientieren. Langsam nähern wir uns der ersten Wendeboje. Kurz vorher holt mich die erste Tunte ein. Schaut aber gar nicht tuntig aus und ich blicke im 5sek-Takt neidisch auf den entschwindenden Neopren. Bevor ich die Boje erreicht habe, überschwimmen mich weitere Athleten der Pink-Panther-Fraktion. Die Peilung zu meinem brustschwimmenden Kollegen habe ich dadurch verloren und kämpfe mich nach ca. 1,5 km alleine um die südliche Boje.

Der erste Happen ist geschluckt! Meine Taktik ist, jede Disziplin in vier Teilziele zu splitten.
Südl. Wendeboje, Höhe Schwimmausstieg, Nördl. Wendeboje, Ausstieg.
Das sind die Schwimmziele. Eigentlich wollte ich jedem Teilstück noch einen Namen oder Motto geben. Kämpfen für Freunde, Familie und Bekannte! Mit dem Merken war das kurzfristig aber leider nicht so einfach, so dass ich mich meist nur von Nummer zu Nummer vorkämpfe.

Kurz nach der Boje finde ich meinen Freund, den Brustschwimmer, wieder. "Ziehen, Drücken, spitzer Ellebogen und long boats are running faster." Ich konzentriere mich auf Technik. Es geht Richtung Schwimmausstieg und eine lila Badekappe überholt mich. "Der hat sich wohl verschwommen. Mist! Das ist schon einer aus der Post-Pink-Panther Truppe."
„Dranhängen!“, „Späßle g’macht“ … meine Gedanken.
Die Kanalbrücke ist jetzt nicht mehr weit weg.

Im Kanal um mich herum eine ausgeschüttet m&m Packung. Lila, Pink, Grün, blau und ein, zwei orangene Murmeln. Mittlerweile ist der Badekappenmix nicht mehr zu überblicken. Außer die weiße Badekappe! Eine Kappe aus der Gruppe vor mir, an der ich delphingleich vorbei gleite. Sie ist eindeutig mein erstes Opfer. Ich bin ein Kannibale! Keine Gefangenen!

Die nördliche Wendeboje rückt nun näher und ich blicke sehnsüchtig zum Schwimmausstieg auf der andern Seite. Zweite Schwimmetappe erreicht. Aber wieso spritzt das Wasser eigentlich jedes Mal so, wenn ich zum Atmen über die Oberfläche blicke? Liegt es an den wühlenden Athleten oder am Regen? Ich konzentriere mich darauf festzustellen ob und wie stark es regnet. Nach 43 Atemzügen komme ich zu dem Schluss, dass es wieder richtig runterschifft. Fische können bald in der Luft schwimmen - so schaut es aus. Und während ich mit der Wetteranalyse beschäftigt bin, erreiche ich schon mein drittes Ziel.
„Rum um die Boje! Jetzt geht’s nach hause, Ironman!“ Rein gefühlsmäßig bin ich schon ein Ironman. Die steigende Erdanziehung im Kanal und der immer größer werdende Widerstand des Wassers lassen mich dies vermuten. "Noch mal konzentrieren! Hacke, Spitze, hoch den Ellebogen. Wo ist das Wasser? Hol es Dir! Drück es weg!" Ich komme näher und habe null Ahnung wie lange ich schon im Wasser bin. Vor dem Ausstieg wird es noch mal eng. Da gibt’s noch mal hier nen Fuß auf die Schnauze und dort nen Arm auf den Kopf. Verteilen tu ich aber auch. Eine Miniboje noch. Und Rum! Da vorne sind schon die helfenden Arme der DLRG. Zack und raus. "I’m Phönix! Los geht’s." Brille hoch! Land gewinnen! "Was steht Ihr da so rum? Weg da, ich will mich umziehen!"

Rechts stehen viele Zuschauer. Das Wasser fällt von ihren Schirmen.
Die Niagaraschirme!! Gesehen beim Rother Schwimmausstieg!
Mein Bruder schreit, ich winke, laufe und habe es nicht schwer meinen Beutel zu finden. Es ist einer der letzten, wenn nicht sogar DER letzte, aus meiner Startgruppe. Auf dem Weg zum Zelt entledige ich mich der Hälfte des Neos. Was ist denn hier los? Man kommt da ja kaum durch vor lauter Leuten. Ich tank mich trotzdem durch. Am Ende des Zelts ziehe ich den Rest des Neos aus. Darunter habe ich meinen Einteiler. Socken und Radschuhe an. Dazu gibt’s die Startnummer, ein Kopftuch, ne Windweste und ein paar Ärmlinge. Das Einpacken übernimmt die nette Dame. Mir fällt ein, dass ich noch gar nicht meine Zeit nachgeschaut habe. Ich drücke ab und es steht eine 1:29 irgendwas auf dem Display. "Wow, wunderbar, ich bin zufrieden." Mit Platz 1878 von 2050 kein Podestplatz, aber ich bin stolz und renne in den Park Fermé. Am Rad noch den Helm auf und den Hobel aus der Wechselzone schieben.
Piep! Mein Wechsel dauerte vier Minuten und 26 Sekunden.
Die Wasserradspiele können beginnen!

... FORTSETZUNG

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Freitag, 18. Juli 2008

Quelle Challenge 2008 – Flip im Regen - Teil I


13.07.2008 Roth- 5.34 Uhr. Ich stehe im Stau vor Heuberg im Landkreis Roth und Regen prasselt einlassbegehrend auf die Windschutzscheibe des Autos.
„SCHEISSE, warum hast Du Torfkopf nicht die Regenjacke mitgenommen!“ schießt es mir immer wieder durch den Kopf. Der Regen hämmert auf die Scheibe und lacht sich kaputt über mich.
„Ich Depp!!“...

Der Stau in dem ich stehe, befindet sich auf der Anfahrt zum Schwimmstart des Challenge Roth 2008. Es regnet Seehunde wie Meerkatzen und es schaut nicht so aus als ob die Viecher heute noch in ihre Körbchen wollen. Vielleicht ist ja wenigstens „Seehund Trixi“ dabei. Dieses edle Schwimmabzeichen, welches mich eigentlich durch den Rhein-Main-Donau-Kanal tragen sollte. Ich hab mir sagen lassen, dass es nicht jeder Kampfschwimmer an seiner Badehose trägt. Genau das richtige für mich, aber leider war es mir verwehrt die Prüfung vor der Challenge abzulegen.

Schluss mit Trübsal! Ich drehe am Knopf des Radios und der Gesang von Iron Maiden übertönt das Klopfen des Regens.
IRON MAIDEN!? … „Das bin ich wohl!!“ fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Genau so sitze ich nämlich in der Karre. Ein bisschen bibbernd, aber auch in freudiger Erwartung, denn heute soll ich zum IRONMAN werden
- 3,8 km Schwimmen - 180 km Radfahren - 42,195 km Laufen -
Nebenbei will ich noch 50 Liter Fassbier klar machen und ein bisschen die fränkische Landschaft genießen. Ich nehme einen Schluck Kaffee aus der Thermotasse und packe eine Nußschnecke aus. Zweites Frühstück. Vor einer Stunde gab es Nudeln mit Honig. Diesen genialen Tipp gab mir derselbe nette Arbeitskollege, der mir auch mit einem klitzekleinen Schuss Ironie beibrachte, dass man unmöglich mit einer Regenjacke einen Wettkampf bestreiten kann.
Langsam komme ich aber nun meinem ersten Ziel näher. Zehn vor sechs parke ich für 2€ auf einem glitschigen Parkplatz unter der Kanalbrücke. Ich packe meine Sachen und beeile mich noch zur Oberarmbeschriftung zu kommen. Im Nachhinein hätten sie mir die Nummer aber auch auf den Hintern malen können, denn nur dafür war sie eigentlich gut.


Ich gehe lustlos wieder zurück in das geschäftige Treiben der Athleten zwischen die mit gelben Folien abgedeckten Räder und tu so als ob ich auch was zu tun hätte. Gut, … als mir der Klettverschluss meiner Aeroflasche abreißt, werde ich doch noch mal kurz hektisch und behelfe mir mit zwei Kabelbindern, die ich mir in einem Anflug von Hellseherei um 4.55 Uhr in die Hosentasche gesteckt habe. Das war aber wirklich das Aufregendste.
Ich lege meine Wechselbeutel an den Schwimmausstieg und steh da - mit einem Knirps vor meinem Fahrrad.
Der Regen prasselt auf den Schirm.
Der lacht doch schon wieder!?
Der Drecksack!
Die Motivation meinen Neopren anzuziehen geht gegen Null. Dag, ein Ironkollege der das Stadium der Jungfrau schon zwei Mal abgelegt hat, trudelt nun auch ein und wurschtelt an seinem Fahrrad rum. Wir machen ein Foto, ich geh das letzte Mal Kaffee wegbringen und ziehe meinen Neo an.
7.00 Uhr, in 15 Minuten starte ich. Gleich kommen die Pros aus dem Wasser. Ich stehe an der Absperrung und schaue zu wie Jacobs, Doe und McCormack sich Ihre Beutel schnappen. „Was machen denn die ganzen orangenen Badekappen da hinter dem Zelt?“ Uuups ich hab ja auch eine! 7.08 Uhr! Ich sollte mal langsam ins Wasser und wetze los. Endlich Action! „Geht ma weg ihr Tunten!“ Gemeint sind die Jungs mit den rosanen Badekappen, die es nicht erwarten können und den weg versperren. Barfuß laufe ich durch 3 cm tiefen Matsch. Das Tor zum Kanaleinstieg geht auf als ich das Ende der Orangenkappen erreicht habe. Die Meute ziert sich ein wenig das warme Kanal-Nass in Beschlag zu nehmen. Ich trete hervor und gleite hinein. „Mein Wasser!“ Das spüre ich sofort. Noch zwei Minuten! „Christoph?“ Ein orangebekappter mit Schwimmbrille hat von hinten gerufen. „Ach, Tobi!?“ „Ja!“ Ein befreundeter, ebenfalls entjungferter Sportsfreund. Wir stehen gemeinsam am flachen Kanalrand und wünschen uns noch mal gegenseitig viel Glück. Als der Startschuss fällt, schwimmen wir los. Warum auch nicht!?

FORTSETZUNG

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Dienstag, 15. Juli 2008

Challenge bestanden

Falls das noch jemand ließt ... ;-)

Ich bin am Ziel einer meiner großen Träume angelangt und konnte am vergangenen Sonntag in Roth gesund und sehr glücklich finishen.

Schwimmen 1:27:08
Transit1 4:26
Radfahren 5:37:58
Transit2: 3:16
Laufen 3:33:56

Gesamt 10:46:41 :-))

Auch wenn es keiner mehr liest ... ich werde es nach langer Zeit wieder versuchen in Worte zu fassen ... ;-)

Bis dann,
b-l-a-u

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Dienstag, 8. April 2008

Malle Tag 7 - zu platt zum bloggen

Hallo Zusammen,

ich bin echt immer total im Eimer, wenn ich heim komme.
Heute 183 km mit San Salvador und Randa.
Gestern 120 km Radd, 1,5 km Schwimmen und 12 km laufen.

Noch ist das Wetter traumhaft ... bis auf die steife Briese.

Hier nur ein paar Bilder vom sonnigen Malle ... Ihr Armen ;-)

Ruhetag am Sonntag

San Salvador Heute

Sa Calobra am Freitag
Unsere Truppe heute früh

So, lasst Euch vom Wetter nich ärgern.
Vielleicht schaff ich es morgen mal was zu schreiben.

b-l-a-u

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Donnerstag, 3. April 2008

Malle Tag 3 - Futsch in Lluc

Ein ereigneisreicher Tag liegt wieder hinter mir. Um 9.45 ging's los trotz dem meine Radhanschuhe mal wieder in den unergründlichen Jagdgründen des Appartements verschwunden waren. Traumhaftes Wetter sollte uns an diesem Tag begleiten.
Kurz-Kurz und das, obwohl es in die Berge geht.
Kloster Lluc, Sa calobra und zurück. Auf Wunsch von Herrn b-l-a-u vom Chef umgesetzt :-))
Eigentlich bräuchte man beim Abendessen gar keine Beleuchtung anmachen. Die Iren in unserem Hotel sind so verbrannt, daß es überall leuchtet. Meeresleuchten im Wellnessbereich, Rote Ampeln am Nachspeisebuffet (aber wir fahren auch bei Rot ;-) und nicht mal Sean Kelly weiß die Erfindung von Sonnecreme zu nutzen.
Naja, was wollte ich erzählen ... wir hatten eine super Ausfahrt. Das erste Mal Sa Calobra - ein Traum :-) Blöd ist blos, daß es mir bei der Abfahrt dann den genieteten Umwerfer vom Rahmen abgerissen hat. Super Bike :-(
Ok, nachem ich mit Canyon telefoniert habe, und das Abholden eines Leihrades mit einem Lauf verbunden hatte, hatte ich auch schon die EMail im Briefkasten, daß Canyon die Kosten für's Leihrad übernimmt. Lieber nen abben Umwerfer, als was anderes ab. Es ist zu herlich hier, als daß ich mir dadurch die Stimmung vermießen laßen könnte. Leider ist die Kamera momentan im Schlafzimmer und da ich jetzt meinen Zimmerkameraden nicht aufwecken will gibt's morgen ein paar Bildchen von diesem herrlichen Tag.

Bis dann,
a-z-u-r b-l-a-u

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Malle Tag 2 - schee is :-)


Gestern war ich um 7 Uhr morgens schwimmen, aber ansonsten ist alles ok :-))

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Montag, 12. November 2007

Drinnenmarathon

Es war im Sommer. Der Nagel steckte noch in meinem Schlüsselbein und ich überlegte mir wie ich wohl mein verkorkstes Sportjahr zu Ende bringen soll. Ich wollte unbedingt noch einen Marathon laufen. So spät wie möglich, um noch möglichst viele Trainingskilometer zu sammeln.
Berlin, Köln, München? Zu früh!
Frankfurt? Geiler Marathon, aber den bin ich die letzten zwei Jahre gelaufen und schnell wird eh nicht drin sein.
Am besten etwas Besonderes. Keine Bestzeit. "Ich war dabei" Das reicht.

2006 hatte ich beim Indoormarathon (IDM) in der Landesgewerbeanstallt (LGA) in Nürnberg zugeschaut. Es hat mir super gefallen, aber ich konnte mich damals ehrlich gesagt nicht damit anfreunden 55 Runden á 767 Meter über zwei Stockwerke in einem Bürogebäude zu laufen. Die Spinner!
Einmal auf die Homepage des IDM geguckt, war die Hürde zwecks Anmeldegebühr schon mal genommen. "Noch 14 Plätze frei"! 15€! Ich meld mich an! Wie ich in 3 Monaten drauf bin, sehe ich.
...
knapp 3 Monate später.
...
Der Nagel ist draußen und ich habe einen herrlichen Urlaub auf Mallorca genoßen. Zudem habe ich drei 10km-Wettkämpfe und zwei Halbmarathons hinter mir. Die Regeneration danach war super und körperliche Beschwerden habe ich nicht. Auch die Trainingswoche nach dem HM auf Malle und zwei Wochen vor dem IDM mit 85km war ok.
2000 Treppenstufen an der Steintribüne waren darin. Zudem habe ich in dieser Woche mit sehr netter Fahrradbegleitung meinen ersten 30km Lauf seit Mai gemacht. Gut auch, daß ich mit Chaosreisen auf Malle war, denn da fuhr der Gewinner der letzten beiden Jahre - Hannes Schmidt alias "Der Meister" - mit. Er gab uns - Dippi läuft den IDHalbmatarthon - noch sehr viele wertvolle Tipps.
Das ist also die Grundlage für dieses Spinnerevent.

Und was lauf ich jetzt? Normalerweise orientiere ich mich an Kilometerzeiten und man sagt beim IDM ca. 20 min drauf auf die derzeitige Marathonzeit. Welche Marathonzeit? Hmm!? Ok ich war relativ schnell bei den letzten Events, aber auf 42,195 Kilometer? Ich beschließe, daß ich knapp unter 3:30 laufen könnte. Plus 20 Minuten. Sagen wir 3:45. Das ist Super ... mal gucken ... das wäre Top 20. Cool :-)

Es ist Samstag der 3.11. Akribisch wie ich bin, wird eine ordentlich Excelliste gemacht, in der ich meine Zeit plusminus 5 Min auf IDM-Rundenzeiten runterbreche. So weiß ich wenigstens, was ich auf eine Runde laufen muß. Ab in die Tasche!
Noch eine Nudelsuppe - oder besser gesagt zwei Riesenschüsseln Nudeln mit etwas Brühe, zwei leichte Weizen, gute Nacht.

4.11.2007
Ich bin um 10 Uhr am LGA Gebäude. eigentlich gibt es nich mehr viel zu tun. Stempel abholen als Zugangsberechtigung für den Läuferbereich, Klamotten zurecht zupfen und der Startnummer 1 noch mal die Rückennummer richtig hinpinnen.
Dann laufe ich mich ein. Das erste mal auf der Strecke. Zwei Runden. Ach Du Scheiße! Was tust Du Dir hier an? Die Treppenhäuser sind verdammt eng und haben Ein- und Ausgänge die man schon ziemlich genau treffen muß.
Erst mal Pippi machen. Der IDM ist wohl der einzige Marathon, wo jeder Läufer sein eigenes Klo hat, denn im ganzen Gebäude sind maßig WCs und alle offen. Astrein!
Aber irgendwie fällt mir beim Plätschern ein, das man bei einem Marathonlauf unter Umständen das Bedürfnis hat andere Körperflüssigkeiten zu entsorgen. Wie macht man das denn Indoor???
NEIN! Ich gehe nicht zum Spucken auf's Klo!
Ich hole Rat.
Und der sagt es gibt nach der Verpflegungsstation so Bottiche, wo man die Becher reinschmeißen kann. Die einzige Möglichkeit.
Vorweggenommen:
Ich spucke viermal. Dreimal treffe ich ;-)

Ok, 10.45 Uhr, meinen Zeitenzettel habe ich doch liegen lassen. Was war noch mal 3.45 auf 767 Meter für'ne Zeit? Mist, vergessen! Ach, ich lass mich treiben und beschließe vollkommen auf meinen Körper zu hören.

55 geteilt durch 2 ist 27,5. Die Halbmarathonis starten im Keller wegen der halben Runde. Wir Reihen uns oben auf. Mit Staffelläufern knapp 100 Leute. Ich stehe am Ende des ersten Drittels.
Drei .. zwei .. eins .. ab dafür!
10 Meter, scharfe Linkskurve. Die ersten Zwei liegen auf der Schnauze.
Der spätere Zweite und Dritte. Also keine größeren Blessuren.

Oh Gott ist das eng. Vor dem Treppenhaus ein netter Stau. Den hat Markus Othmer von Bayern 3 gar nicht durchgesagt. Er moderiert nämlich den IDM und trägt großen Anteil an der super Stimmung im Foyer, wo sich zu Anfang ca. 200 Zuschauer und eine Sambaband aufhalten.

Es läuft! Den Rhythmus finden nach den Treppen! - ein Tipp, den es mir ganz gut gelingt umzusetzen. Puls 160 auf den Geraden. Fühlt sich gut an. Auf den Treppen kann man sich sogar ein bißchen regenerieren, da es durch die Staus recht langsam auf und nieder geht.
Ca. 6 Runde. Der Meister setzt zur ersten Überrundung an. Nicht ohne ein FCN-Lied anzustimmen. Durchgeknallt! :-)) Auch Dippi kommt kurz darauf das erste mal an mir vorbei. Ich fühle mich wohl und sehe dem Halbmarathon freudig entgegen. Mit Melli und Tim als Zuschauer ist das Malle Team fast komplett. Helmut fehlt noch.
In Runde 22 überrundet mich Dippi das zweite Mal, aber er gerät nicht mehr aus meinem Blickfeld.
"Eine Stadt, ein Verein ... " Der Meister kommt wieder von hinten. Dippi hängt sich kurz dran und schießt sich komplett ab. Nach dieser Einlage kommt er mir wieder entgegengeflogen. "Noch drei Runden, Dippi! Häng Dich an meinen Arsch" ruf ich ihm zu, als ich ihn bei der Verpflegungsstation wieder einhole.
Nix mit Arsch. Leider hat er überzockt. Mit 1h37min hat er aber immer noch eine riesen Zeit. Mein Gott warst Du vorher schnell, Dippi!
Nach 28 Runden hat man etwas mehr als den Halbmarathon. Noch zwei Runden. Ab Runde 30 schnüre ich 5er Pakete. Immer schön fünf Runden laufen HIER ... und dann seh ma schon.

Mittlerweile füllt sich auch das Foyer etwas mehr. Meine Eltern sind da, Helmut, Mario mit Sassi und Jona, MAP, der fotografiert, Dag, der mir auch Verpflegung gibt, Jochen, der Held von Roth, mit Petra, Dippi als Fan - unschlagbar - und natürlich immer noch ... Melli. Der Wahnsinn! Ein Motivationspaket der Extraklasse. Dieses Anfeuern muß besser als jedes Doping sein. Ein Grinsen kann ich mir beim Durchlaufen des Foyers bis auf die letzten Runden selten verkneifen. Es macht echt Spaß, zumal auch Markus Othmer den Ball aufnimmt und mich - zwar mit leichten Verunglimpfungen meines Nachnamens, aber fast in jeder Runde beim Namen nennt.

Ich lege noch eine Schippe drauf. Pulstechnisch in Ordnung und durch das Ende des HM ist auch die Strecke etwas leerer. Trotzdem merke ich das da schon was in den Beinen steckt. In Runde 34 werden die Stufen das erste Mal etwas höher. In Runde 38 stolpere ich das zweite mal leicht. Ab da konzentriere ich mich wieder und nehme ggf. immer nur eine Stufe. Kurz nach der Zeitnahme ist ein Beamer installiert, der die Daten der letzten acht passierten Läufer an eine Leinwand wirft. Man muß sich sehr darauf konzentrieren, aber ich riskiere einen Blick.
Hallo???
Ich muß mich versehen haben.
9er gesamt, 4er AK35. Jetzt spinne ich wirklich!
Nein! Beim nächsten Mal steht das selbe. Oh Gott ist das cool :-))
Noch mehr Adrenalin! Noch mehr Vortrieb.
Dippi geht als Fan vollends ab und gibt mir immer wieder einen Klapps auf den Rücken.
Runde 45 ich habe ein Stechen im rechten Nierenbereich. Mist! Was ist das jetzt? Ich taste auf einer langen Geraden meinen Rücken ab und merke, daß die Sicherheitsnadeln der hinteren Startnummer aufgegangen ist - abgerissen durch mitreißende Anfeuerer ;-))
Es hat ein bißchen gepiekt. Ich mach sie ganz ab und stecke sie für die letzten 10 Runden hinten in die Hose.

Nebenbei gelingt es mir unglaublicherweise mich weiter vorzuarbeiten. Ich bin 6er gesamt und AK 2er. Mann ist das geil. Das will ich jetzt behalten und gebe alles. Fünfzigste Runde. Viele Läufer sind schon platt und lassen einem großzügig Vorrang in den Treppenhäusern. Einer klatscht sogar Beifall als ich etwas schneller vorbei laufe.
Häää? Ich schau zurück. Ihn an. Grinse, klatsche und sage "Selber! ;-)"
Runde 54 jetzt bin ich wirklich langsam im Eimer. Mit Cola komme ich aber einigermaßen über die Runden. Im Rauf-Treppenhaus ist eine langsamere Läuferin vor mir. Ich überhole nicht. Habe etwas Luft nach hinten. Statt dessen versuche ich im Laufrhythmus die Stufen zu nehmen. Sie ist 20 Zentimeter vor mir und kurz vor der letzten Stufe.
BAAAATZZZ!!!!! Da hat er nicht aufgepasst. Ich fliege nach vorne, stütze mich reflexhaft mit beiden Händen an ihrem Rücken ab und schiebe sie somit die letzte Stufe der Treppe hoch. Sie dreht sich um und schaut als ob ich ihr gerade den Abfallkalender der Nürnberger Stadtreinigung auf den Arm tätowiert hätte. Zu Recht! ;-) Du warst meine Rettung. Danke!

Ich überhole, laufe weiter und schluchze. Anschlag. Letzte Runde. Vor dem Treppenhaus nach unten laufe ich wieder auf zwei Läufer auf. Ich lauf als letzter ins Treppenhaus und stöhne. "Der hinter mir stirbt gleich" sagt der vor mir Laufende zu dem Streckenposten. "Ich bin aber auch auf der letzten Runde" bringe ich mit einer Mischung aus Grinsen, Schluchzen und Stöhnen aus mir raus. Den Gang entlang, Verpflegungsstation, Linkskurve. Ich genieße das letzte mal das Treppenhaus nach oben. Lauf den Gang entlang und kann es kaum fassen.
6er gesamt! 3:23:15!
Marathon ist sooo geil.
Ich vergewisser mich nochmal bei der Zeitnahme, daß ich wirklich fertig bin.
Ja! Oh Mann, ich fass es nicht. Bedanken ist angesagt. Bei all den großartigen Anfeuerern. Ihr ward gnadenlos gut! Danke!
Bei Markus O. bedanke ich mich auch nochmal.
"Gerne, das macht mir total Spaß. Vor allem wenn man auch was zurück bekommt. Alles Gute, Christoph." Nett.

Später gab's dann noch drei im Weckla vom Balkongrill, ein paar Bier mit lieben Freunden und der Zombie um 0.00 Uhr im Kontiki bei der Siegesfeier des Meisters war auch noch äußerst lecker.

Was bleibt mir noch zu sagen!? Auf der zweiten Marathonhälfte bin ich die drittschnellste Zeit gelaufen. Absolut unglaublich :-))
Glückwunsch an Hannes und Dippi. Und Danke nochmal an den Meister wegen der hervorragenden Vorbereitung.
Und auch wenn es abgedroschen ist:
Danke auch nochmal an die begeisterten Zuschauer. Echt genial!

Das war's from Indoor.
Bis bald
Euer
b-l-a-u

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Samstag, 3. November 2007

Indoor nach Strandintermezzo

Malle war klasse.
Sportliches Shopping, Strand und Ballermann.

Wie schön, wenn's auch noch mit dem Halbmarathon klappt. Ich bin selber ein bißchen verwundert, aber es lief einfach super und ich konnte die 1:27:42 relativ konstant runterlaufen. Ein schöner, aber auch anspruchsvoller Lauf, da es in der Altstadt Palmas teils sehr verwinkelt und profiliert durch kleine Gassen geht. Das Wetter war spitze.
Montag einen ganzen Tag bei 25°C am Strand - herrlich! :-)
Costa C., Matthias R. und Jürgen D. haben wir leider auf unseren abendlichen Streifzügen nicht entdeckt, aber das mußten wir auch nicht. Wir hatten zu sechst einen riesen Spaß!
Nebenbei durfte ich noch einige Trainingskilometer mit dem Meister (6er und bester Deutscher beim Malle-HM) abreißen.
Trainingskilometer? ...
...
Morgen steht der Höhepunkt meiner diesjährigen Saison auf dem Programm ;-)
Der Indoormarathon im LGA Gebäude zu Nürnberg.
55 Runden á 767m. Trepp auf, Trepp ab gibt 455 Höhenmeter.
Ich bin gespannt.
Gesund ankommen und freuen, daß man Teil dieser bekloppten Veranstaltung sein durfte.
Das ist mein Ziel :-))

Bis dann
b-l-a-u

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Freitag, 19. Oktober 2007

Zwischenstop

Nach einem kurzen Scooter-Roller-Höhentraining in den Dolomiten geht es morgen nach Mallorca zum Halbmarathon laufen und evtl. ein bißchen Ballermannen ;-))


Ohne Pieken laufen .... herrrlichhhhh :-)))))))

Sportsgrüße
b-l-a-u

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Dienstag, 16. Oktober 2007

Western von gestern

Wo, wenn nicht in einer Westernstadt, gibt man sein Comeback auf einer Strecke deren Bezeichnung das Wort "Marathon" beinhaltet?? ;-)
Halbmarathon mit Start/Ziel im Freizeitpark Schloß Thurn!

Mein längster Lauf seit Mai!
Es ist klasse gelaufen und hat riesen Spaß gemacht!
Ich freu mich :-))
Ergebnis hier.

Danke für Euren letzten Kommentare :-)

jetzt wieder mit sportlichen Grüßen ;-)
b-l-a-u

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Donnerstag, 11. Oktober 2007

Geduld ist bitter, aber Ihre Frucht schmeckt süß.

... das trifft den Nagel auf den Kopf.
Apropos Nagel ... ich hab ihn los :-))
Am Montag war es soweit. In Vollnarkose wurde mir der Nagel gezogen. Eine Nacht im Krankenhaus und dann wieder heim. Die Narkose macht mir noch zu schaffen, aber das Schlüsselbein fühlt sich den Umständen entsprechend ok an.

Aus dem Arztbrief:...

"...
Der intra- sowie postoperative Verlauf gestaltete sich komplikationslos.

Die postoperativ durchgeführte radiologische Kontrolle zeigte einen regelrechten Befund nach Metallentfernung, sodass wir Herrn [b-l-a-u] mit gutem Allgemeinzustand und reizlosen Wundverhältnissen in die weitere ärztliche Betreuung entlassen können.
...

Therapieempfehlung:
...
keine Kontaktsportart für weitere 2 Monate

..."


Kontaktsportart? Das ist doch Karate und so'n Kram. Mach ich ehh nicht.
Fußkontakt wird ja wohl erlaubt sein. Bodenproben werde ich versuchen zu vermeiden ;-)

Und hier noch mal eine Röntgenchronologie:

23.05.2007 Nach dem Sturz

31.05.2007 Nach der OP

08.10.2007 Nach Metallentfernung

Und so schaut der Titan-Nagel aus:
Ich überleg, was für ein Schmuckstück man daraus machen könnte.
Über Vorschläge würde ich mich freuen.

Jetzt werde ich hoffentlich die süßen Früchte der Geduld ernten :-)
Bis bald
b-l-a-u

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Mittwoch, 3. Oktober 2007

Countdown

Es geht voran :-)
Der Countdown neigt sich dem Ende zu :-)
b-l-a-u

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Mittwoch, 19. September 2007

Saison 2008

- [g] = gemeldet -- [?] = evtl. -- [:-)] = scho gern -- 22.12.2008 -
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01 |31.03.2008 | 12d Malle | 1316 Rad-km | 89 Lauf-km | 7,8 swim
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02 |04.05.2008 | Mainz | 21,1 km | [1:26:24] |
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03 |17.05.2008 | Kreuzegg Berglauf | 12km/750Hm | [1:11:51] |
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04 |08.06.2008 | Kraichgau Triathlon | 2/60,5/14 | [3:43:53] |
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05 |15.06.2008 | Marathon Fürth | 42,195 km | [3:17:15] |
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06 |06.07.2008 | Hamburg Cityman | 1,5/40/10 | [2:36:36] |
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07 |13.07.2008 | Quelle Challenge | 3,8/180/42,195 | [10:46:41] |
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08 |31.08.2008 | Trifun Pellworm | 0,5/20/5 | [1:08:10] 3.Platz :-) |
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09 |21.09.2008 | 9. Neumarkter Stadtlauf | 10,5 km | [0:46:10] |
----------------------------------------------------------------------------------
10 |28.09.2008 | Berlin Marathon | 42,195 km | [3:10:24] |
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11 |12.10.2008 | Wildwestseven | 7 km | [0:26:43] |
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12 |19.10.2008 | Malle Halbmarathon | 21,1 km | [1:29:11] |
----------------------------------------------------------------------------------
13 |09.11.2008 | Indoormarathon | 42,195 km | [3:17:13] |
----------------------------------------------------------------------------------
14 |31.12.2008 | Nürnberger Silvesterlauf | 10 km | [0:40:31] |
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Dienstag, 28. August 2007

Bodenprobe

Der Countdown wird um sechs Wochen verlängert. Hat Frau Doktor nach einer neuerlichen Untersuchung heute gesagt. Radfahren ist gestrichen. Laufen darf ich. Hoffentlich wächst der blöde Knochen wieder zusammen. :-(

Buchstabendosis erhoehen ...