Sonntag, 27. Juli 2008

Quelle Challenge 2008 – Flip im Regen - Teil III

Dies ist die Fortsetzung von Teil I und Teil II

180km Rad- Nachdem ich mein Rad noch ein bisschen zuviel des Guten auf dem Asphalt Richtung Brückenauffahrt schiebe, fordert mich eine Dame auf, mein Fahrgerät endlich zu besteigen. Shit, ich dachte der Radstart wäre an der Check-In-Linie von gestern.
*grrrr* - „wertvolle“ 10 Sekunden verschenkt!!!

Egal! Jetzt beginnt sie also. Die Disziplin, wegen deren Training ich jetzt hier in der Pisse rum fahre und nicht letztes Jahr bei besten Bedingungen gestartet bin. Radfahrtraining: Ein Schlüsselbein habe ich dabei verschlissen. Ok, sagen wir Teile davon. Ist ja Gott sei Dank wieder einigermaßen gut verheilt.
Vielleicht hat es ja auch was gebracht, zweimal zu trainieren.

Auch diese Disziplin habe ich mir in vier Stücke eingeteilt.
Greding, Eckersmühlen, Greding die zweite und ab dafür nach Roth.
„Dann lass uns erstmal nach Greding reiten, mein Schimmel.“

Auf der Kanalbrücke steht wieder mein Bruder, den ich mit einem schnellen Wechsel wohl etwas überrascht habe. Trotzdem bin ich mehr als begeistert von dem Enthusiasmus, den er mir beim Anfeuern entgegen bringt. Schade, dass aufgrund des Wetters ein besonders euphorischer Fan nicht dabei ist. Jonas, mein Neffe und Patenkind. In Gedanken an ihn fahre ich die ersten Kilometer Richtung Eckersmühlen.

Vom Umgebungsmedium her, unterscheidet sich die Disziplin auf dem Rad nicht wesentlich von der im Kanal. Die Temperatur ist mit ca. 16°C einige Grad kühler und der Fahrtwind tut ein Übriges um den Wohlfühlfaktor zu drücken. Kurz vor Wallesau ziehe ich deshalb meine Ärmlinge an, die ich mir beim Wechsel in die Rückentasche der Weste gestopft habe. Modisch ist diese Kombination nicht der letzte Schrei, aber wer durch Kotze krault kann auch Armstulpen schulterfrei tragen.
In Wallesau verlier ich meine 2,99€-Sonnenbrille von Onkel Albrecht als ich mit 35 km/h über einen Gulli rausche. Ein Mitstreiter macht mich noch darauf aufmerksam, aber ich brauch sie bei dem Wetter eh nicht. Ertragbarer Verschleiß!

Es geht Richtung Heideck und vom Fond schallt es plötzlich „Papa, ich muss mal Pipi“ „Mensch Junge! Wir sind gerade mal 10 km unterwegs und Du musst schon wieder!!“ So kommt es mir zumindest vor, als sich vehement meine Blase zu Wort meldet. Ok, dann fährt der Papa halt mal raus. Also am nächsten Hügel wird oben gehalten. Anscheinend haben viele Mitstreiter dieses Problem, denn stehende Triathleten säumen hier im Wald den Straßenrand wie Laternen die Allee einer Großstadt. Der Stopp ist aber in allen Belangen erleichternd und ich kann wieder konzentriert weiter treten.

Heideck: Schade, die Sektmeile ist wohl weg gespült worden!?
Selingstädter Berg: Irgendein Schlager läuft hier und trotz des Wetters super Stimmung. Toll! Vielleicht ist ja auch das die Sektmeile!? Ich weiß es nicht. Locker geht es auf jeden Fall den Berg hinauf. An der Verpflegungsstelle hole ich mir eine neue Flasche Wasser und mixe diese in der Aerotrinkflasche mit meinem Spezialgetränk. 12 Powerbargels in einer 1l-Flasche mit Wasser verdünnt (Tip vom Schweinepriester). Dazu gibt’s nen halben Riegel.


Richtung Greding rollt es gut. 35-40 km/h steht meist auf dem Tacho und ich freue mich auf die Zuschauer am Kalvarienberg. Angekommen in Greding, macht es richtig Spaß den Berg in Angriff zu nehmen. Unten steht auch einer der wenigen Bekannten, die ich an diesem Tag als Zuschauer sehe. Volker vom TCEC-Mainz. Einer der drei Weggefährten vom 220km-Tramuntana-Trip auf Malle im April.
Trotzdem es immer noch gnadenlos regnet, habe ich Spaß am Radfahren. Mir ist nicht kalt. Wahrscheinlich kommt es mir sehr entgegen, dass ich nicht mein angepeiltes Gewicht von sub80 sondern 3-4kg mehr auf den Rippen habe.

Mit Greding ist die erste Radphase abgeschlossen und es geht über Obermässing und Eysölden Richtung Hilpoltstein. Kurz vor Eysölden schallt es schon wieder von hinten „Papa, Pipi“ .. „Mann, das nervt!“ Aber was soll’s. Nach der Verpflegung Blinker rechts und stehen geblieben. Auch hier wieder eine Versammlung von genervten Familienvätern. Einige rennen halb in den Wald rein. Warum versteh ich auch nicht, aber wahrscheinlich sind es dieselben, die 3km weiter beim Flicken am Straßenrand stehen.

Auf dem Weg nach Eckersmühlen ist der Solarer Berg in Hilpoltstein ein großes Highlight. Oft war ich schon dort gestanden und da ich auch schon zweimal live bei der Tour de France zugeschaut habe, behaupte ich der Solarer Berg ist besser als Alpe d’ Huez. Der Zuschauer und Fan ist einfach näher am Athleten. Nicht physisch sondern psychisch. Da fahren nicht nur Pros hoch, sondern auch Kollegen, Nachbarn, Bekannte und Freunde. Man kennt ein paar von den Jungs und Mädels. Diese Nähe zwischen Zuschauer und Athleten ist die besondere Lava, die den Solarer Berg jährlich zur Eruption bringt.

Ca. 2 km vorher ist schon ein kleiner Hügel zu erklimmen. Es stehen einige Leute am Straßenrand und auch ein Wagen mit Musik und Sprecher ist dort. Stark! Es ist wie ein gelungenes Vorspiel. Mit 45 km/h rast man danach nach Hip rein. Oft habe ich gehört, dass man den Solarer Berg von weitem hört. Diesmal nicht. Der Regen prasselt zu stark auf Helm und Rad. Außerdem ist das Zischen der Räder über die regennasse Straße zu laut.

Da vorne sind die ersten Absperrgitter. Ich schalte auf das kleine Blatt. „Nur nicht überzocken!“ Ich bieg um die Ecke und sehe die Wand. Eine Wand voll Regenschirme. Unglaublich viele! Der Solarer Berg ist eine Bank - auch bei Dreckswetter. Auf ihn kann man sich verlassen. Zumindest in der ersten Runde. Die Gasse verjüngt sich immer weiter und man fährt auf das Spalier der Zuschauer zu. Zwischen ihnen rinnt eine nicht unerhebliche Menge Wasser den Berg herunter.
Der Rio Solar!


Ich fahre stromaufwärts und bin nahe am Delirium. Irgendwie habe ich ein Déjà-vu. Man kämpft sich ein längliches Gewässer entlang und links und rechts am Ufer stehen schreiende Leute mit Schirmen. Diesmal höre ich sie besser und die Schreie, Ratschen, Tröten und klatschenden Hände gehen direkt ins Blut. Bam! Man fliegt einfach nach oben und merkt es nicht. Hebt völlig ab. „Was ich fahre gerade Rad? Ach ja, stimmt.“ Und dann sehe ich Didi. Er hat ein Gutmann Schild in der Hand und brüllt. Lecker! Davon hatte ich gestern auch zwei Leichte, Danke. 30 Meter weiter rechts steht wieder mein Bruder und ich kann gerade noch sehen, dass er ein Oberteil an hat auf dem irgendwas mit „Brother“ steht. Ich freue mich und fliege. Schade, dass es irgendwann aufhört. Die Realität erreiche ich wieder, als ich an der nächsten Verpflegungsstelle einen Riegel und eine Wasserflasche aufnehme. Im darauf folgenden, einsamen Kilometer zwischen zwei Kornfeldern beginnt mein Kopf das vor wenigen Augenblicken Erlebte emotional zu verarbeiten. Es schüttelt mich vor Ergreifung und ich kurble noch etwas benommen weiter, als mich Thomas Hellriegel überrundet. Ich stehe! Aber dass Hell on Wheels, wie er auch genannt wird, keinen Bock hat auf Regenwetter, sehe ich daran, dass er plötzlich völlig unmotiviert Oberlenker fährt ... und dann fährt der Typ immer noch 4:27, krass.
Naja, nützt ja nix, ich muss weiter. Mörlach, Hip, Haimpfarrich. Die zweite Runde beginnt und nach Eckersmühlen geht es wieder Richtung drittes Radziel, Greding die zweite. Das Radfahrerfeld um mich ist ein buntes Nationalitäten Gemisch, was man an den Namen und den Nationalflaggen der Startnummern erkennt. Neben den Deutschen, Schweizern und wenigen Östereichern fahren Benoit, Alain, Yves, Frédéric und Jaques aus Frankreich. Yaron, Maxim, Erez, Eyal und Rafael .. was mich überrascht ist die hohe Anzahl Israelis. Alfredo, José, Miguel, Juan Pablo und Carlos. Die Spanier stellen auch eine große Fraktion. Gemeinsam spült es uns wieder über den Selingstädter Berg und der Regen hat langsam ein Einsehen. Ich stimme einen Gesang an, singe aus halbvoller Kehle und grins mir eins.
…
„Die Sonne scheint bei Tag und Nacht, e-v-i-v-a España …“ :-)
…
Prompt ernte ich komische Blicke einiger naher Fahrensleute. Die Blicke gehen von genervter Entrüstung bis hin zu einem anerkennenden Schmunzeln. Ich hab auf jeden Fall Spaß.

Die Beschreibung meines dritten Boxenstops erspare ich euch hiermit. Dafür will ich den Vierten(!) vor Greding kurz erwähnen: Ich fahre wieder raus. Armin steht schon da und ich stelle mich 2 Meter neben ihn. Wir haben einen „super“ Blick auf die Raststätte Greding und die A9, die wie mit einer langen Käseglocke durch eine 5 Meter hohe Gischtwolke abgedeckt ist. „Das ist das siebte Mal!“ höre ich Armin sagen. Ich bedaure ihn, klage mein ähnliches Schicksal und schlage vor beim Mäc Doof nen Cheeseburger zu holen. Armin ist aber grad nach Pressack und wir können uns nicht einigen. Aufsitzen, weiter geht’s! Das war das vierte Mal von insgesamt fünf Boxenstops. Entschuldigung, dass ich darüber so ausführlich schreibe. Ich bin auch sehr froh, dass ich keine Magenprobs habe, aber außergewöhnlich ist das schon. Würde es einen Pinkelsplit geben, ich wäre mit 5 Minuten ganz gut dabei.

Der Kalvarienberg steht nun das zweite Mal an. Die Steigung wurde gefühlsmäßig ein wenig nach oben geschraubt. Vielleicht liegt es auch daran, dass ein paar Zuschauer weniger da sind oder gar daran, dass ich ein bisschen müde werde? Der Regen ist endlich komplett versiegt und die Straßen trocknen ab. Bei der Abfahrt Richtung Obermässing versteuer ich mich trotzdem in der einen Serpentine total. Wie peinlich! Ich lach über mich selber und es blitzt. Ein Fotograf hat ein Bild geschossen.

Langsam wird es wirklich zäh. Das Feld hat sich auseinander gezogen und nach 140km sind die Beine doch schon angeschlagen. Eysölden, Tiefenbach und Unterrödel. Der Solarer Berg kommt wieder, aber leider ist die Wand weg. Vereinzelt stehen noch Zuschauer am Rand und feuern an. Ich bin froh über jede klatschende Hand.


Booah, die Schleife Richtung Osten zieht sich und mir kommen die erste Gedanken, ob es wirklich schlau ist, gleich noch einen Marathon zu laufen. Bei allen absolvierten Triathlons habe ich die nächste Disziplin immer herbeigesehnt. Heute ist das irgendwie nicht so. Der Saft geht langsam aus und ich schleppe mich Richtung Hilpoltstein und Eckersmühlen. Den Abzweig nach Wallesau lasse ich diesmal links liegen und nehme Kurs auf Roth. „Quäl dich Du Wallesau“ fällt mir nur ein, als ich an dem Wegweiser vorbei fahre. Ich schmunzele und eh ich mich versehe, bin ich an der Wechselzone in Roth angekommen. Etwas unerwartet, da mein Tacho erst 175 Kilometer anzeigt. D.h. ich bin fünf Minuten vor meinem Plan. Das hebt die Stimmung wieder.

Ich gebe mein Rad ab und renne in die Umkleide. Der nächste Modeknaller steht an.
Stulpen aus, Kniestrümpfe an!
Dann wollen wir mal den 42 km langen Laufsteg erkunden. Dagegen ist Germanys Next Topmodel ein Kinderspiel. Schuhe an, Käppi auf und losgerannt. Holaradio, ich freu mich doch.
…
Heidi ich komme!
...
... FORTSETZUNG

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Mittwoch, 23. Juli 2008

Quelle Challenge 2008 – Flip im Regen - Teil II

dies ist die Fortsetzung von Teil I

Siebenuhrfünfundzwanzig- Meine Arme durchwühlen das Wasser des RMD-Kanals und ich passiere das angedaute Frühstück eines Mitstreiters. Irgendwo hier hat er es nach einem kräftigem Schluck Kanalwasser von sich gegeben - so wurde mir später berichtet.
Nun, Eisenmänner schwimmen halt nicht in Milch und Honig und da ich einer werden will, fühle, rieche und schmecke ich nichts von alle dem.

Ich wühle weiter. Gefühlte 50% meines Gewühles setze ich in Vortrieb um. Der Rest steht der Umwälzung des Wassers und der Verwindung des Körpers zur Verfügung. Ein erbärmlicher Wirkungsgrad, aber auch ein ungeheures Verbesserungspotential.
Immerhin erspare ich mir im Kanal die schwere Orientierungsarbeit, da man bei jedem Atemzug den Kanalrand im Visier hat. Außerdem habe ich mir einen orangenen Brustschwimmer rausgesucht. Er schwimmt mein Tempo und ich kann mich prima an ihm orientieren. Langsam nähern wir uns der ersten Wendeboje. Kurz vorher holt mich die erste Tunte ein. Schaut aber gar nicht tuntig aus und ich blicke im 5sek-Takt neidisch auf den entschwindenden Neopren. Bevor ich die Boje erreicht habe, überschwimmen mich weitere Athleten der Pink-Panther-Fraktion. Die Peilung zu meinem brustschwimmenden Kollegen habe ich dadurch verloren und kämpfe mich nach ca. 1,5 km alleine um die südliche Boje.

Der erste Happen ist geschluckt! Meine Taktik ist, jede Disziplin in vier Teilziele zu splitten.
Südl. Wendeboje, Höhe Schwimmausstieg, Nördl. Wendeboje, Ausstieg.
Das sind die Schwimmziele. Eigentlich wollte ich jedem Teilstück noch einen Namen oder Motto geben. Kämpfen für Freunde, Familie und Bekannte! Mit dem Merken war das kurzfristig aber leider nicht so einfach, so dass ich mich meist nur von Nummer zu Nummer vorkämpfe.

Kurz nach der Boje finde ich meinen Freund, den Brustschwimmer, wieder. "Ziehen, Drücken, spitzer Ellebogen und long boats are running faster." Ich konzentriere mich auf Technik. Es geht Richtung Schwimmausstieg und eine lila Badekappe überholt mich. "Der hat sich wohl verschwommen. Mist! Das ist schon einer aus der Post-Pink-Panther Truppe."
„Dranhängen!“, „Späßle g’macht“ … meine Gedanken.
Die Kanalbrücke ist jetzt nicht mehr weit weg.

Im Kanal um mich herum eine ausgeschüttet m&m Packung. Lila, Pink, Grün, blau und ein, zwei orangene Murmeln. Mittlerweile ist der Badekappenmix nicht mehr zu überblicken. Außer die weiße Badekappe! Eine Kappe aus der Gruppe vor mir, an der ich delphingleich vorbei gleite. Sie ist eindeutig mein erstes Opfer. Ich bin ein Kannibale! Keine Gefangenen!

Die nördliche Wendeboje rückt nun näher und ich blicke sehnsüchtig zum Schwimmausstieg auf der andern Seite. Zweite Schwimmetappe erreicht. Aber wieso spritzt das Wasser eigentlich jedes Mal so, wenn ich zum Atmen über die Oberfläche blicke? Liegt es an den wühlenden Athleten oder am Regen? Ich konzentriere mich darauf festzustellen ob und wie stark es regnet. Nach 43 Atemzügen komme ich zu dem Schluss, dass es wieder richtig runterschifft. Fische können bald in der Luft schwimmen - so schaut es aus. Und während ich mit der Wetteranalyse beschäftigt bin, erreiche ich schon mein drittes Ziel.
„Rum um die Boje! Jetzt geht’s nach hause, Ironman!“ Rein gefühlsmäßig bin ich schon ein Ironman. Die steigende Erdanziehung im Kanal und der immer größer werdende Widerstand des Wassers lassen mich dies vermuten. "Noch mal konzentrieren! Hacke, Spitze, hoch den Ellebogen. Wo ist das Wasser? Hol es Dir! Drück es weg!" Ich komme näher und habe null Ahnung wie lange ich schon im Wasser bin. Vor dem Ausstieg wird es noch mal eng. Da gibt’s noch mal hier nen Fuß auf die Schnauze und dort nen Arm auf den Kopf. Verteilen tu ich aber auch. Eine Miniboje noch. Und Rum! Da vorne sind schon die helfenden Arme der DLRG. Zack und raus. "I’m Phönix! Los geht’s." Brille hoch! Land gewinnen! "Was steht Ihr da so rum? Weg da, ich will mich umziehen!"

Rechts stehen viele Zuschauer. Das Wasser fällt von ihren Schirmen.
Die Niagaraschirme!! Gesehen beim Rother Schwimmausstieg!
Mein Bruder schreit, ich winke, laufe und habe es nicht schwer meinen Beutel zu finden. Es ist einer der letzten, wenn nicht sogar DER letzte, aus meiner Startgruppe. Auf dem Weg zum Zelt entledige ich mich der Hälfte des Neos. Was ist denn hier los? Man kommt da ja kaum durch vor lauter Leuten. Ich tank mich trotzdem durch. Am Ende des Zelts ziehe ich den Rest des Neos aus. Darunter habe ich meinen Einteiler. Socken und Radschuhe an. Dazu gibt’s die Startnummer, ein Kopftuch, ne Windweste und ein paar Ärmlinge. Das Einpacken übernimmt die nette Dame. Mir fällt ein, dass ich noch gar nicht meine Zeit nachgeschaut habe. Ich drücke ab und es steht eine 1:29 irgendwas auf dem Display. "Wow, wunderbar, ich bin zufrieden." Mit Platz 1878 von 2050 kein Podestplatz, aber ich bin stolz und renne in den Park Fermé. Am Rad noch den Helm auf und den Hobel aus der Wechselzone schieben.
Piep! Mein Wechsel dauerte vier Minuten und 26 Sekunden.
Die Wasserradspiele können beginnen!
…
... FORTSETZUNG

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Freitag, 18. Juli 2008

Quelle Challenge 2008 – Flip im Regen - Teil I


13.07.2008 Roth- 5.34 Uhr. Ich stehe im Stau vor Heuberg im Landkreis Roth und Regen prasselt einlassbegehrend auf die Windschutzscheibe des Autos.
„SCHEISSE, warum hast Du Torfkopf nicht die Regenjacke mitgenommen!“ schießt es mir immer wieder durch den Kopf. Der Regen hämmert auf die Scheibe und lacht sich kaputt über mich.
„Ich Depp!!“...

Der Stau in dem ich stehe, befindet sich auf der Anfahrt zum Schwimmstart des Challenge Roth 2008. Es regnet Seehunde wie Meerkatzen und es schaut nicht so aus als ob die Viecher heute noch in ihre Körbchen wollen. Vielleicht ist ja wenigstens „Seehund Trixi“ dabei. Dieses edle Schwimmabzeichen, welches mich eigentlich durch den Rhein-Main-Donau-Kanal tragen sollte. Ich hab mir sagen lassen, dass es nicht jeder Kampfschwimmer an seiner Badehose trägt. Genau das richtige für mich, aber leider war es mir verwehrt die Prüfung vor der Challenge abzulegen.

Schluss mit Trübsal! Ich drehe am Knopf des Radios und der Gesang von Iron Maiden übertönt das Klopfen des Regens.
IRON MAIDEN!? … „Das bin ich wohl!!“ fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Genau so sitze ich nämlich in der Karre. Ein bisschen bibbernd, aber auch in freudiger Erwartung, denn heute soll ich zum IRONMAN werden
- 3,8 km Schwimmen - 180 km Radfahren - 42,195 km Laufen -
Nebenbei will ich noch 50 Liter Fassbier klar machen und ein bisschen die fränkische Landschaft genießen. Ich nehme einen Schluck Kaffee aus der Thermotasse und packe eine Nußschnecke aus. Zweites Frühstück. Vor einer Stunde gab es Nudeln mit Honig. Diesen genialen Tipp gab mir derselbe nette Arbeitskollege, der mir auch mit einem klitzekleinen Schuss Ironie beibrachte, dass man unmöglich mit einer Regenjacke einen Wettkampf bestreiten kann.
Langsam komme ich aber nun meinem ersten Ziel näher. Zehn vor sechs parke ich für 2€ auf einem glitschigen Parkplatz unter der Kanalbrücke. Ich packe meine Sachen und beeile mich noch zur Oberarmbeschriftung zu kommen. Im Nachhinein hätten sie mir die Nummer aber auch auf den Hintern malen können, denn nur dafür war sie eigentlich gut.


Ich gehe lustlos wieder zurück in das geschäftige Treiben der Athleten zwischen die mit gelben Folien abgedeckten Räder und tu so als ob ich auch was zu tun hätte. Gut, … als mir der Klettverschluss meiner Aeroflasche abreißt, werde ich doch noch mal kurz hektisch und behelfe mir mit zwei Kabelbindern, die ich mir in einem Anflug von Hellseherei um 4.55 Uhr in die Hosentasche gesteckt habe. Das war aber wirklich das Aufregendste.
Ich lege meine Wechselbeutel an den Schwimmausstieg und steh da - mit einem Knirps vor meinem Fahrrad.
Der Regen prasselt auf den Schirm.
Der lacht doch schon wieder!?
Der Drecksack!
Die Motivation meinen Neopren anzuziehen geht gegen Null. Dag, ein Ironkollege der das Stadium der Jungfrau schon zwei Mal abgelegt hat, trudelt nun auch ein und wurschtelt an seinem Fahrrad rum. Wir machen ein Foto, ich geh das letzte Mal Kaffee wegbringen und ziehe meinen Neo an.
7.00 Uhr, in 15 Minuten starte ich. Gleich kommen die Pros aus dem Wasser. Ich stehe an der Absperrung und schaue zu wie Jacobs, Doe und McCormack sich Ihre Beutel schnappen. „Was machen denn die ganzen orangenen Badekappen da hinter dem Zelt?“ Uuups ich hab ja auch eine! 7.08 Uhr! Ich sollte mal langsam ins Wasser und wetze los. Endlich Action! „Geht ma weg ihr Tunten!“ Gemeint sind die Jungs mit den rosanen Badekappen, die es nicht erwarten können und den weg versperren. Barfuß laufe ich durch 3 cm tiefen Matsch. Das Tor zum Kanaleinstieg geht auf als ich das Ende der Orangenkappen erreicht habe. Die Meute ziert sich ein wenig das warme Kanal-Nass in Beschlag zu nehmen. Ich trete hervor und gleite hinein. „Mein Wasser!“ Das spüre ich sofort. Noch zwei Minuten! „Christoph?“ Ein orangebekappter mit Schwimmbrille hat von hinten gerufen. „Ach, Tobi!?“ „Ja!“ Ein befreundeter, ebenfalls entjungferter Sportsfreund. Wir stehen gemeinsam am flachen Kanalrand und wünschen uns noch mal gegenseitig viel Glück. Als der Startschuss fällt, schwimmen wir los. Warum auch nicht!?
…
FORTSETZUNG

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Dienstag, 15. Juli 2008

Challenge bestanden

Falls das noch jemand ließt ... ;-)

Ich bin am Ziel einer meiner großen Träume angelangt und konnte am vergangenen Sonntag in Roth gesund und sehr glücklich finishen.

Schwimmen 1:27:08
Transit1 4:26
Radfahren 5:37:58
Transit2: 3:16
Laufen 3:33:56

Gesamt 10:46:41 :-))

Auch wenn es keiner mehr liest ... ich werde es nach langer Zeit wieder versuchen in Worte zu fassen ... ;-)

Bis dann,
b-l-a-u

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Dienstag, 8. April 2008

Malle Tag 7 - zu platt zum bloggen

Hallo Zusammen,

ich bin echt immer total im Eimer, wenn ich heim komme.
Heute 183 km mit San Salvador und Randa.
Gestern 120 km Radd, 1,5 km Schwimmen und 12 km laufen.

Noch ist das Wetter traumhaft ... bis auf die steife Briese.

Hier nur ein paar Bilder vom sonnigen Malle ... Ihr Armen ;-)

Ruhetag am Sonntag

San Salvador Heute

Sa Calobra am Freitag
Unsere Truppe heute früh

So, lasst Euch vom Wetter nich ärgern.
Vielleicht schaff ich es morgen mal was zu schreiben.

b-l-a-u

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Donnerstag, 3. April 2008

Malle Tag 3 - Futsch in Lluc

Ein ereigneisreicher Tag liegt wieder hinter mir. Um 9.45 ging's los trotz dem meine Radhanschuhe mal wieder in den unergründlichen Jagdgründen des Appartements verschwunden waren. Traumhaftes Wetter sollte uns an diesem Tag begleiten.
Kurz-Kurz und das, obwohl es in die Berge geht.
Kloster Lluc, Sa calobra und zurück. Auf Wunsch von Herrn b-l-a-u vom Chef umgesetzt :-))
Eigentlich bräuchte man beim Abendessen gar keine Beleuchtung anmachen. Die Iren in unserem Hotel sind so verbrannt, daß es überall leuchtet. Meeresleuchten im Wellnessbereich, Rote Ampeln am Nachspeisebuffet (aber wir fahren auch bei Rot ;-) und nicht mal Sean Kelly weiß die Erfindung von Sonnecreme zu nutzen.
Naja, was wollte ich erzählen ... wir hatten eine super Ausfahrt. Das erste Mal Sa Calobra - ein Traum :-) Blöd ist blos, daß es mir bei der Abfahrt dann den genieteten Umwerfer vom Rahmen abgerissen hat. Super Bike :-(
Ok, nachem ich mit Canyon telefoniert habe, und das Abholden eines Leihrades mit einem Lauf verbunden hatte, hatte ich auch schon die EMail im Briefkasten, daß Canyon die Kosten für's Leihrad übernimmt. Lieber nen abben Umwerfer, als was anderes ab. Es ist zu herlich hier, als daß ich mir dadurch die Stimmung vermießen laßen könnte. Leider ist die Kamera momentan im Schlafzimmer und da ich jetzt meinen Zimmerkameraden nicht aufwecken will gibt's morgen ein paar Bildchen von diesem herrlichen Tag.

Bis dann,
a-z-u-r b-l-a-u

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Malle Tag 2 - schee is :-)


Gestern war ich um 7 Uhr morgens schwimmen, aber ansonsten ist alles ok :-))

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Montag, 12. November 2007

Drinnenmarathon

Es war im Sommer. Der Nagel steckte noch in meinem Schlüsselbein und ich überlegte mir wie ich wohl mein verkorkstes Sportjahr zu Ende bringen soll. Ich wollte unbedingt noch einen Marathon laufen. So spät wie möglich, um noch möglichst viele Trainingskilometer zu sammeln.
Berlin, Köln, München? Zu früh!
Frankfurt? Geiler Marathon, aber den bin ich die letzten zwei Jahre gelaufen und schnell wird eh nicht drin sein.
Am besten etwas Besonderes. Keine Bestzeit. "Ich war dabei" Das reicht.

2006 hatte ich beim Indoormarathon (IDM) in der Landesgewerbeanstallt (LGA) in Nürnberg zugeschaut. Es hat mir super gefallen, aber ich konnte mich damals ehrlich gesagt nicht damit anfreunden 55 Runden á 767 Meter über zwei Stockwerke in einem Bürogebäude zu laufen. Die Spinner!
Einmal auf die Homepage des IDM geguckt, war die Hürde zwecks Anmeldegebühr schon mal genommen. "Noch 14 Plätze frei"! 15€! Ich meld mich an! Wie ich in 3 Monaten drauf bin, sehe ich.
...
knapp 3 Monate später.
...
Der Nagel ist draußen und ich habe einen herrlichen Urlaub auf Mallorca genoßen. Zudem habe ich drei 10km-Wettkämpfe und zwei Halbmarathons hinter mir. Die Regeneration danach war super und körperliche Beschwerden habe ich nicht. Auch die Trainingswoche nach dem HM auf Malle und zwei Wochen vor dem IDM mit 85km war ok.
2000 Treppenstufen an der Steintribüne waren darin. Zudem habe ich in dieser Woche mit sehr netter Fahrradbegleitung meinen ersten 30km Lauf seit Mai gemacht. Gut auch, daß ich mit Chaosreisen auf Malle war, denn da fuhr der Gewinner der letzten beiden Jahre - Hannes Schmidt alias "Der Meister" - mit. Er gab uns - Dippi läuft den IDHalbmatarthon - noch sehr viele wertvolle Tipps.
Das ist also die Grundlage für dieses Spinnerevent.

Und was lauf ich jetzt? Normalerweise orientiere ich mich an Kilometerzeiten und man sagt beim IDM ca. 20 min drauf auf die derzeitige Marathonzeit. Welche Marathonzeit? Hmm!? Ok ich war relativ schnell bei den letzten Events, aber auf 42,195 Kilometer? Ich beschließe, daß ich knapp unter 3:30 laufen könnte. Plus 20 Minuten. Sagen wir 3:45. Das ist Super ... mal gucken ... das wäre Top 20. Cool :-)

Es ist Samstag der 3.11. Akribisch wie ich bin, wird eine ordentlich Excelliste gemacht, in der ich meine Zeit plusminus 5 Min auf IDM-Rundenzeiten runterbreche. So weiß ich wenigstens, was ich auf eine Runde laufen muß. Ab in die Tasche!
Noch eine Nudelsuppe - oder besser gesagt zwei Riesenschüsseln Nudeln mit etwas Brühe, zwei leichte Weizen, gute Nacht.

4.11.2007
Ich bin um 10 Uhr am LGA Gebäude. eigentlich gibt es nich mehr viel zu tun. Stempel abholen als Zugangsberechtigung für den Läuferbereich, Klamotten zurecht zupfen und der Startnummer 1 noch mal die Rückennummer richtig hinpinnen.
Dann laufe ich mich ein. Das erste mal auf der Strecke. Zwei Runden. Ach Du Scheiße! Was tust Du Dir hier an? Die Treppenhäuser sind verdammt eng und haben Ein- und Ausgänge die man schon ziemlich genau treffen muß.
Erst mal Pippi machen. Der IDM ist wohl der einzige Marathon, wo jeder Läufer sein eigenes Klo hat, denn im ganzen Gebäude sind maßig WCs und alle offen. Astrein!
Aber irgendwie fällt mir beim Plätschern ein, das man bei einem Marathonlauf unter Umständen das Bedürfnis hat andere Körperflüssigkeiten zu entsorgen. Wie macht man das denn Indoor???
NEIN! Ich gehe nicht zum Spucken auf's Klo!
Ich hole Rat.
Und der sagt es gibt nach der Verpflegungsstation so Bottiche, wo man die Becher reinschmeißen kann. Die einzige Möglichkeit.
Vorweggenommen:
Ich spucke viermal. Dreimal treffe ich ;-)

Ok, 10.45 Uhr, meinen Zeitenzettel habe ich doch liegen lassen. Was war noch mal 3.45 auf 767 Meter für'ne Zeit? Mist, vergessen! Ach, ich lass mich treiben und beschließe vollkommen auf meinen Körper zu hören.

55 geteilt durch 2 ist 27,5. Die Halbmarathonis starten im Keller wegen der halben Runde. Wir Reihen uns oben auf. Mit Staffelläufern knapp 100 Leute. Ich stehe am Ende des ersten Drittels.
Drei .. zwei .. eins .. ab dafür!
10 Meter, scharfe Linkskurve. Die ersten Zwei liegen auf der Schnauze.
Der spätere Zweite und Dritte. Also keine größeren Blessuren.

Oh Gott ist das eng. Vor dem Treppenhaus ein netter Stau. Den hat Markus Othmer von Bayern 3 gar nicht durchgesagt. Er moderiert nämlich den IDM und trägt großen Anteil an der super Stimmung im Foyer, wo sich zu Anfang ca. 200 Zuschauer und eine Sambaband aufhalten.

Es läuft! Den Rhythmus finden nach den Treppen! - ein Tipp, den es mir ganz gut gelingt umzusetzen. Puls 160 auf den Geraden. Fühlt sich gut an. Auf den Treppen kann man sich sogar ein bißchen regenerieren, da es durch die Staus recht langsam auf und nieder geht.
Ca. 6 Runde. Der Meister setzt zur ersten Überrundung an. Nicht ohne ein FCN-Lied anzustimmen. Durchgeknallt! :-)) Auch Dippi kommt kurz darauf das erste mal an mir vorbei. Ich fühle mich wohl und sehe dem Halbmarathon freudig entgegen. Mit Melli und Tim als Zuschauer ist das Malle Team fast komplett. Helmut fehlt noch.
In Runde 22 überrundet mich Dippi das zweite Mal, aber er gerät nicht mehr aus meinem Blickfeld.
"Eine Stadt, ein Verein ... " Der Meister kommt wieder von hinten. Dippi hängt sich kurz dran und schießt sich komplett ab. Nach dieser Einlage kommt er mir wieder entgegengeflogen. "Noch drei Runden, Dippi! Häng Dich an meinen Arsch" ruf ich ihm zu, als ich ihn bei der Verpflegungsstation wieder einhole.
Nix mit Arsch. Leider hat er überzockt. Mit 1h37min hat er aber immer noch eine riesen Zeit. Mein Gott warst Du vorher schnell, Dippi!
Nach 28 Runden hat man etwas mehr als den Halbmarathon. Noch zwei Runden. Ab Runde 30 schnüre ich 5er Pakete. Immer schön fünf Runden laufen HIER ... und dann seh ma schon.

Mittlerweile füllt sich auch das Foyer etwas mehr. Meine Eltern sind da, Helmut, Mario mit Sassi und Jona, MAP, der fotografiert, Dag, der mir auch Verpflegung gibt, Jochen, der Held von Roth, mit Petra, Dippi als Fan - unschlagbar - und natürlich immer noch ... Melli. Der Wahnsinn! Ein Motivationspaket der Extraklasse. Dieses Anfeuern muß besser als jedes Doping sein. Ein Grinsen kann ich mir beim Durchlaufen des Foyers bis auf die letzten Runden selten verkneifen. Es macht echt Spaß, zumal auch Markus Othmer den Ball aufnimmt und mich - zwar mit leichten Verunglimpfungen meines Nachnamens, aber fast in jeder Runde beim Namen nennt.

Ich lege noch eine Schippe drauf. Pulstechnisch in Ordnung und durch das Ende des HM ist auch die Strecke etwas leerer. Trotzdem merke ich das da schon was in den Beinen steckt. In Runde 34 werden die Stufen das erste Mal etwas höher. In Runde 38 stolpere ich das zweite mal leicht. Ab da konzentriere ich mich wieder und nehme ggf. immer nur eine Stufe. Kurz nach der Zeitnahme ist ein Beamer installiert, der die Daten der letzten acht passierten Läufer an eine Leinwand wirft. Man muß sich sehr darauf konzentrieren, aber ich riskiere einen Blick.
Hallo???
Ich muß mich versehen haben.
9er gesamt, 4er AK35. Jetzt spinne ich wirklich!
Nein! Beim nächsten Mal steht das selbe. Oh Gott ist das cool :-))
Noch mehr Adrenalin! Noch mehr Vortrieb.
Dippi geht als Fan vollends ab und gibt mir immer wieder einen Klapps auf den Rücken.
Runde 45 ich habe ein Stechen im rechten Nierenbereich. Mist! Was ist das jetzt? Ich taste auf einer langen Geraden meinen Rücken ab und merke, daß die Sicherheitsnadeln der hinteren Startnummer aufgegangen ist - abgerissen durch mitreißende Anfeuerer ;-))
Es hat ein bißchen gepiekt. Ich mach sie ganz ab und stecke sie für die letzten 10 Runden hinten in die Hose.

Nebenbei gelingt es mir unglaublicherweise mich weiter vorzuarbeiten. Ich bin 6er gesamt und AK 2er. Mann ist das geil. Das will ich jetzt behalten und gebe alles. Fünfzigste Runde. Viele Läufer sind schon platt und lassen einem großzügig Vorrang in den Treppenhäusern. Einer klatscht sogar Beifall als ich etwas schneller vorbei laufe.
Häää? Ich schau zurück. Ihn an. Grinse, klatsche und sage "Selber! ;-)"
Runde 54 jetzt bin ich wirklich langsam im Eimer. Mit Cola komme ich aber einigermaßen über die Runden. Im Rauf-Treppenhaus ist eine langsamere Läuferin vor mir. Ich überhole nicht. Habe etwas Luft nach hinten. Statt dessen versuche ich im Laufrhythmus die Stufen zu nehmen. Sie ist 20 Zentimeter vor mir und kurz vor der letzten Stufe.
BAAAATZZZ!!!!! Da hat er nicht aufgepasst. Ich fliege nach vorne, stütze mich reflexhaft mit beiden Händen an ihrem Rücken ab und schiebe sie somit die letzte Stufe der Treppe hoch. Sie dreht sich um und schaut als ob ich ihr gerade den Abfallkalender der Nürnberger Stadtreinigung auf den Arm tätowiert hätte. Zu Recht! ;-) Du warst meine Rettung. Danke!

Ich überhole, laufe weiter und schluchze. Anschlag. Letzte Runde. Vor dem Treppenhaus nach unten laufe ich wieder auf zwei Läufer auf. Ich lauf als letzter ins Treppenhaus und stöhne. "Der hinter mir stirbt gleich" sagt der vor mir Laufende zu dem Streckenposten. "Ich bin aber auch auf der letzten Runde" bringe ich mit einer Mischung aus Grinsen, Schluchzen und Stöhnen aus mir raus. Den Gang entlang, Verpflegungsstation, Linkskurve. Ich genieße das letzte mal das Treppenhaus nach oben. Lauf den Gang entlang und kann es kaum fassen.
6er gesamt! 3:23:15!
Marathon ist sooo geil.
Ich vergewisser mich nochmal bei der Zeitnahme, daß ich wirklich fertig bin.
Ja! Oh Mann, ich fass es nicht. Bedanken ist angesagt. Bei all den großartigen Anfeuerern. Ihr ward gnadenlos gut! Danke!
Bei Markus O. bedanke ich mich auch nochmal.
"Gerne, das macht mir total Spaß. Vor allem wenn man auch was zurück bekommt. Alles Gute, Christoph." Nett.

Später gab's dann noch drei im Weckla vom Balkongrill, ein paar Bier mit lieben Freunden und der Zombie um 0.00 Uhr im Kontiki bei der Siegesfeier des Meisters war auch noch äußerst lecker.

Was bleibt mir noch zu sagen!? Auf der zweiten Marathonhälfte bin ich die drittschnellste Zeit gelaufen. Absolut unglaublich :-))
Glückwunsch an Hannes und Dippi. Und Danke nochmal an den Meister wegen der hervorragenden Vorbereitung.
Und auch wenn es abgedroschen ist:
Danke auch nochmal an die begeisterten Zuschauer. Echt genial!

Das war's from Indoor.
Bis bald
Euer
b-l-a-u

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Samstag, 3. November 2007

Indoor nach Strandintermezzo

Malle war klasse.
Sportliches Shopping, Strand und Ballermann.

Wie schön, wenn's auch noch mit dem Halbmarathon klappt. Ich bin selber ein bißchen verwundert, aber es lief einfach super und ich konnte die 1:27:42 relativ konstant runterlaufen. Ein schöner, aber auch anspruchsvoller Lauf, da es in der Altstadt Palmas teils sehr verwinkelt und profiliert durch kleine Gassen geht. Das Wetter war spitze.
Montag einen ganzen Tag bei 25°C am Strand - herrlich! :-)
Costa C., Matthias R. und Jürgen D. haben wir leider auf unseren abendlichen Streifzügen nicht entdeckt, aber das mußten wir auch nicht. Wir hatten zu sechst einen riesen Spaß!
Nebenbei durfte ich noch einige Trainingskilometer mit dem Meister (6er und bester Deutscher beim Malle-HM) abreißen.
Trainingskilometer? ...
...
Morgen steht der Höhepunkt meiner diesjährigen Saison auf dem Programm ;-)
Der Indoormarathon im LGA Gebäude zu Nürnberg.
55 Runden á 767m. Trepp auf, Trepp ab gibt 455 Höhenmeter.
Ich bin gespannt.
Gesund ankommen und freuen, daß man Teil dieser bekloppten Veranstaltung sein durfte.
Das ist mein Ziel :-))

Bis dann
b-l-a-u

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Freitag, 19. Oktober 2007

Zwischenstop

Nach einem kurzen Scooter-Roller-Höhentraining in den Dolomiten geht es morgen nach Mallorca zum Halbmarathon laufen und evtl. ein bißchen Ballermannen ;-))


Ohne Pieken laufen .... herrrlichhhhh :-)))))))

Sportsgrüße
b-l-a-u

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Dienstag, 16. Oktober 2007

Western von gestern

Wo, wenn nicht in einer Westernstadt, gibt man sein Comeback auf einer Strecke deren Bezeichnung das Wort "Marathon" beinhaltet?? ;-)
Halbmarathon mit Start/Ziel im Freizeitpark Schloß Thurn!

Mein längster Lauf seit Mai!
Es ist klasse gelaufen und hat riesen Spaß gemacht!
Ich freu mich :-))
Ergebnis hier.

Danke für Euren letzten Kommentare :-)

jetzt wieder mit sportlichen Grüßen ;-)
b-l-a-u

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Donnerstag, 11. Oktober 2007

Geduld ist bitter, aber Ihre Frucht schmeckt süß.

... das trifft den Nagel auf den Kopf.
Apropos Nagel ... ich hab ihn los :-))
Am Montag war es soweit. In Vollnarkose wurde mir der Nagel gezogen. Eine Nacht im Krankenhaus und dann wieder heim. Die Narkose macht mir noch zu schaffen, aber das Schlüsselbein fühlt sich den Umständen entsprechend ok an.

Aus dem Arztbrief:...

"...
Der intra- sowie postoperative Verlauf gestaltete sich komplikationslos.

Die postoperativ durchgeführte radiologische Kontrolle zeigte einen regelrechten Befund nach Metallentfernung, sodass wir Herrn [b-l-a-u] mit gutem Allgemeinzustand und reizlosen Wundverhältnissen in die weitere ärztliche Betreuung entlassen können.
...

Therapieempfehlung:
...
keine Kontaktsportart für weitere 2 Monate

..."


Kontaktsportart? Das ist doch Karate und so'n Kram. Mach ich ehh nicht.
Fußkontakt wird ja wohl erlaubt sein. Bodenproben werde ich versuchen zu vermeiden ;-)

Und hier noch mal eine Röntgenchronologie:

23.05.2007 Nach dem Sturz

31.05.2007 Nach der OP

08.10.2007 Nach Metallentfernung

Und so schaut der Titan-Nagel aus:
Ich überleg, was für ein Schmuckstück man daraus machen könnte.
Über Vorschläge würde ich mich freuen.

Jetzt werde ich hoffentlich die süßen Früchte der Geduld ernten :-)
Bis bald
b-l-a-u

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Mittwoch, 3. Oktober 2007

Countdown

Es geht voran :-)
Der Countdown neigt sich dem Ende zu :-)
b-l-a-u

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Mittwoch, 19. September 2007

Saison 2008

- [g] = gemeldet -- [?] = evtl. -- [:-)] = scho gern -- 22.12.2008 -
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01 |31.03.2008 | 12d Malle | 1316 Rad-km | 89 Lauf-km | 7,8 swim
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02 |04.05.2008 | Mainz | 21,1 km | [1:26:24] |
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03 |17.05.2008 | Kreuzegg Berglauf | 12km/750Hm | [1:11:51] |
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04 |08.06.2008 | Kraichgau Triathlon | 2/60,5/14 | [3:43:53] |
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05 |15.06.2008 | Marathon Fürth | 42,195 km | [3:17:15] |
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06 |06.07.2008 | Hamburg Cityman | 1,5/40/10 | [2:36:36] |
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07 |13.07.2008 | Quelle Challenge | 3,8/180/42,195 | [10:46:41] |
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08 |31.08.2008 | Trifun Pellworm | 0,5/20/5 | [1:08:10] 3.Platz :-) |
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09 |21.09.2008 | 9. Neumarkter Stadtlauf | 10,5 km | [0:46:10] |
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10 |28.09.2008 | Berlin Marathon | 42,195 km | [3:10:24] |
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11 |12.10.2008 | Wildwestseven | 7 km | [0:26:43] |
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12 |19.10.2008 | Malle Halbmarathon | 21,1 km | [1:29:11] |
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13 |09.11.2008 | Indoormarathon | 42,195 km | [3:17:13] |
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14 |31.12.2008 | Nürnberger Silvesterlauf | 10 km | [0:40:31] |
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Dienstag, 28. August 2007

Bodenprobe

Der Countdown wird um sechs Wochen verlängert. Hat Frau Doktor nach einer neuerlichen Untersuchung heute gesagt. Radfahren ist gestrichen. Laufen darf ich. Hoffentlich wächst der blöde Knochen wieder zusammen. :-(

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Sonntag, 26. August 2007

Nagelprobe

So!
Heute war Nagelprobe.
Der Finish-Line-Herbstlauf an einem warmen Sommertag.
10 km.
Lang nicht mehr so geschwitzt.
Aber auch lange nicht mehr so breit gegrinst :-)
Ein schöner Tag :-))

Sportsgrüße
b-l-a-u

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Samstag, 25. August 2007

"2:03:00 - I will show you"

"2:03:00 - I will show you" Worte eines Weltklasseläufers namens Haile Gebrselassies geschrieben in Montagsmalermanier unter ein selbst gemaltes Laufmännchen.



Das ist doch mal eine Weltrekord-Ansage ... oder Anmale!? :-))

Ich könnte mich jedenfalls schlapp lachen, obwohl ich ja fast eine Werbekampagne dahinter vermute. Hatte das Strichmännchen an jedem Schuh doch auffällig detailgetreue drei Striche zusätzlich. Egal. Coole Werbung :-)
Original gesehen bei http://www.marathon.de/ (etwas runterscrollen)

Grüße
b-l-a-u


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Montag, 30. Juli 2007

Medizin

Dreiundreißig lange Tage noch. Es zieht sich!
Vielleicht ist bis dahin wenigstens die Geflügelpest wieder vorbei.
An Laufen ist immer noch nicht zu denken, obwohl anscheinend eine angefressene Fettschicht über dem Nagel die Pisakerei reduziert hat. Radfahren geht einigermaßen, aber der Kopf spreizt sich dabei noch mächtig ein. Wenn der Tacho wieder die 40 auf der Schotterpiste im Kalchreuther Wald überschreitet, überkommt mich ein Schauer und Unsicherheit ...
Die Zeit heilt Wunden!
Wunden von Körper und Geist.
Blöd nur das da die Ungeduld mit rein spielt.
Aber wenn Lachen die beste Medizin ist, dann dope ich gerade mit diesem Buch

Grandios!

Neue Wettkampfpläne werden auch geschmiedet. Vielleicht trägt es mich dorthin zurück, wo mein Sturzpech dieses Jahr begann :-)

Und hier noch ein Nachtrag zu dem netten Café. Ende letzter Woche war dazu auch ein netter Bericht in der NN: "... die mit großen weißen Sonnenschirmen dekorierte Dachterasse erinnert an ein Schiffsdeck und wirkt ebenso modern wie mondän. ..."

Als dann! Ich geh ma Kickern ;-)
b-l-a-u

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Sonntag, 15. Juli 2007

Zukunftsblick

Hi,

heute hatte ich mal wieder zwei Räder unter'm Hintern. Mit dem MTB ging's zum Birkensee, wo sich viele Athleten bei einem kurzen Triathlon in der Hitze quälten. Richtig neidisch war ich heute nicht :-)
Belohnt wurde der Ausflug mit amm Gicherla und einer alkoholfreien Radlermaß auf der Schwaiger Kerwa und einem Latte Machiatto in einem neu entdecktem, genialen Café über dem Sperrgebiet Wöhrder See. Sturzfrei bin ich nach 30 km glücklich und mit einem guten Gefühl wieder zu hause "aufgeschlagen".

Es tut sich was :-)
Prost
b-l-a-u

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Dienstag, 10. Juli 2007

2nd try

13.Juli 2008 - Der zweite Versuch


Vom Durchstarten bin ich weit entfernt. Zwei Wochen nach der OP konnte ich mehr Sport machen, als zum heutigen Zeitpunkt :-(
Geduld ist eine elend harte Diziplin. Morgen nochmal ein Arzt-Check mit Röntgen.

Aber! Der Grundstein für 2008 ist gelegt! Das Haus kann gebaut und Pläne können geschmiedet werden. Neues Material ist bestellt. Dazu vielleicht demnächst mehr :-)

Bis dann
b-l-a-u

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